American Football Ex-Profi Björn Werner weiß, worauf es ankommt

Marius Venturini, vom 03.08.2017 07:00 Uhr
Fortbildung in Sachen Football: Teile der  Pattonviller Delegation in Landsberg am Lech. Foto: z
Fortbildung in Sachen Football: Teile der Pattonviller Delegation in Landsberg am Lech. Foto: z

Pattonville - Ein Supertyp, ganz natürlich“, schwärmt Cihan Arslan von einem, der den Sprung geschafft hat. Der Mann, von dem der stellvertretende Abteilungsleiter, Offense-Coach und Jugend-Cheftrainer der Pattonville Generals so begeistert ist, heißt Björn Werner. Er hat 38 Spiele in der nordamerikanischen Profiliga NFL auf dem Buckel und weiß, wie es ist, vor Zigtausenden von Leuten Football zu spielen, sich in den USA am College durchzusetzen, und, und, und. Allerdings kennt der gerade einmal 26-Jährige auch die Schattenseiten. Anfang des Jahres gab er seinen Rücktritt vom Aktivensport bekannt. Grund: eine Knieverletzung. Seitdem greift der ehemalige Defensive Back der Indianapolis Colts, der danach auch noch kurze Zeit bei den Jacksonville Jaguars unter Vertrag stand, mit seiner Firma Gridiron Imports vielversprechenden Talenten unter die Arme.

Das wollte sich eine Delegation der Pattonville Generals genauer anschauen. Zu elft reiste man nach Landsberg am Lech, vier Spieler, die anderen Betreuer und Entourage. Zwei Tage lang unterzogen sich Quarterback Christoph Göppel (19), Runningback Brandon Rausch (18) und die beiden Wide Receiver Christian Klass (18) und Robin Mümmler (18), Hoffnungsträger der Generals-U 19-Mannschaft, dem speziellen Training. Aber das war nur eine Hälfte. In der anderen ging es um die Theorie. „Finanzielle Fragen, wie geht das vonstatten, wenn ich in den USA aufs College will, all solche Dinge“, beschreibt Arslan, der laut eigener Aussage selten ein so perfekt organisiertes Trainingscamp erlebt hat. „Ich bin schon lange im Jugendbereich unterwegs, auch im Fußball, aber so etwas habe ich wirklich noch nie gesehen“, lobt der 41-Jährige.

Denn nicht nur Björn Werner selbst gab die Anweisungen und seine Erfahrung an die Nachwuchsspieler weiter. Auch Runningback-Trainer Shawn Bryson, der von 1999 bis 2006 in der NFL das Trikot der Buffalo Bills und der Detroit Lions trug, verriet den jungen Footballern einige Tricks und Kniffe. „Auch er ist ein wirklich cooler Typ“, findet Arslan. An beiden Tagen begannen die Spieler zunächst mit dem Training auf dem Feld, nachmittags gab es schließlich die Theorie-Einheiten. Dabei wurde klar: Talent alleine reicht nicht. „Es kommt auch auf die Schulnoten und die Englischkenntnisse an“, so Arslan, den es besonders stolz macht, dass Christoph Göppel und Christian Klass bereits aufs Neue von Gridiron Imports kontaktiert wurden. So solle etwa Generals-Spielmacher Christoph Göppel, der sich wirklich vorstellen kann, in die USA zu gehen, ein sogenanntes „Highlight-Video“ von guten Aktionen zusammenstellen.

„Wir sind auf dem richtigen Weg, unsere Juniors brauchen sich nicht zu verstecken,“ zieht Cihan Arslan eine positive Bilanz des Besuchs in Landsberg. Und er lobt abermals: „Björn Werner ist eine richtig coole Socke, ehrlich, freundlich und nett.“

So ging es für die elfköpfige Gruppe der Pattonville Generals wieder nach Hause, mit neuen Eindrücken und auch neuer Motivation. Im kommenden Jahr wollen noch mehr Spieler dabei sein. Kandidaten sind zum Beispiel der 16-jährige Leon Epple und der 15-jährige Felix Falk. „Schon in diesem Jahr wollten eigentlich noch mehr Leute mitkommen, aber die waren mit der Schule weg“, so Arslan.