Fußball Absteiger-Derby: Beckers Respekt vor 07

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Bereit für’s Rückrunden-Derby: der SVK und Mirsad Vejselovic (vorne) Foto: Archiv/Andreas Gorr

Kornwestheim - Derbyzeit am Fuchshof! Klar verteilt sind zum Rückrundenauftakt die Rollen, wenn am Sonntag um 15 Uhr der Bezirksliga-Tabellenführer SV Kornwestheim beim Zehnten 07 Ludwigsburg antritt. Es ist zudem das Duell zweier Landesliga-Absteiger – von denen sich bisher allerdings nur einer anschickt, den direkten Wiederaufstieg zu packen. „Es spricht ziemlich viel für uns“, sagt SVK-Coach Sascha Becker, dessen Team zum Saisonstart gegen die Null-Siebener klar mit 3:0 gewonnen hatte.

Allerdings hegt der Trainer nicht eben kleinen Respekt vor dem Gegner. Am vergangenen Wochenende hat er das Spiel der Ludwigsburger gegen den TSV Schwieberdingen beobachtet. 07 drehte einen 0:2-Rückstand zu einem 3:2-Heimsieg. „Sie hatten wirklich Herz, Willen und auch die Mentalität, das noch zu packen“, so Becker. Hinzu komme die Kulisse – am Fuchshof unterstützen traditionell zahlreiche Anhänger ihre Schwarz-Gelben. „Das Selbstverständnis in Ludwigsburg ist ja, dass die Mannschaft viele Ligen zu weit unten spielt“, weiß Becker.

Doch die Realität lautet derzeit: Bezirksliga. Und da gibt der SVK sportlich das klar bessere Bild ab. „Wir wollen unsere Tabellenführung verteidigen, auch mit dem Spiel danach gegen Bissingen 2“, kündigt Sascha Becker an. Dass dies gelingen kann, daran hat auch die enorme Kadertiefe des SVK ihren Anteil. Becker kann für das Derby aus 21 bis 22 einsatzfähigen Akteuren auswählen. Wieder mit an Bord ist auch Kapitän Marco Reichert, der zuletzt studienbedingt verhindert war. Einzig das Trio Kai Fischer, Florian Hecker (beide mit Trainingsrückstand) und Lars Greinert (Auslandsaufenthalt in Kanada) fehlt.

Personalsorgen hat SV Pattonville-Trainer Andreas Eschenbach so gut wie keine. Einzig Milyon Hagos fehlt beim Bezirksliga-Aufsteiger verletzt. Da verursacht der aktuelle Tabellenstand seines Teams – Abstiegs-Relegationsplatz 14 – schon größeres Stirnrunzeln beim Übungsleiter des SVP. Nun geht es zum Rückrundenauftakt am Sonntag um 14 Uhr zum TSV Höfingen (7.). „Die stehen gesichert im Mittelfeld und können frei aufspielen“, so Eschenbach, „und wir müssen zusehen, dass uns diese gegnerische Lockerheit nicht zum Verhängnis wird.“

Seine Mannschaft sei in der Hinrunde hinter den Erwartungen zurückgeblieben. „Die Lernkurve zeigt bei uns nicht so stark nach oben, wie ich mir das gewünscht hätte“, so Eschenbach. Man kenne die Fehler, brauche aber zu lange, um sie zu beheben. „Ich hoffe, dass wir in den beiden letzten Spielen im Jahr 2018 noch mal einen kleinen Schritt nach vorne machen.“

Die Erinnerungen an den Saisonauftakt gegen Höfingen geben Grund zur Hoffnung. Zwar verlor der SVP mit 1:2, war aber keineswegs die schlechtere Mannschaft. „Diesmal kann es gerne andersherum sein und wir nehmen etwas Zählbares mit“, sagt Eschenbach. Auf Punkte lässt zudem das Comeback von Offensivmann Tobias Uhse hoffen, der nach seinem Nasenbeinbruch mit Gesichtsmaske auflaufen wird – und in der Anfangsformation stehen wird. Er hatte bereits bei der 0:5-Niederlage gegen Croatia Bietigheim auf der Ersatzbank gesessen, war aber nicht zum Zuge gekommen, da das Spiel in der zweiten Hälfte bereits entschieden war.

Zum Start der Rückrunde in der Kreisliga A 1 muss der SV Kornwestheim 2 (11.) am Sonntag um 14 Uhr beim FV Ingersheim (5.) ran. Der einstige Landesligist hat nach dem zweiten Abstieg nacheinander in der vergangenen Saison Rang 4 belegt – und will nun auf jeden Fall wieder hoch. „Ganz glücklich können sie nicht sein über die aktuelle Platzierung“, vermutet SVK 2-Coach Daniel Biedermann. Sein Team befindet sich derzeit zwar noch immer in bedrohlicher Nähe zu den Abstiegsrängen, hat momentan aber eine gute Phase. Zuletzt gab es zwei Unentschieden und einen Sieg am grünen Tisch nach dem Ausfall der Partie bei der SGM 07 Ludwigsburg 2/Schlößlesfeld 2. Das Heimspiel gegen Ingersheim hatte die Kornwestheimer Reserve zum Saisonstart jedoch mit 1:3 verloren. „Jetzt wollen wir es besser machen“, so Biedermann, „und es werden sich Räume für uns ergeben, weil der FV angreifen wird.“

Neben den schon länger verletzten Nino La Monica und Max Mäule sind in Ingersheim Lars Siemens (jobbedingt verhindert) und Paul Pacholak (privat verhindert) nicht mit dabei. Ob Oktay Yilmaz (krank) und der angeschlagene Patrick Wagner (Biedermann: „Das kommt von seiner Spielweise. Da gibt’s kein grau, nur schwarz oder weiß.“) auflaufen können, ist fraglich.

Spitzenreiter SC Drita Kosova Kornwestheim bestreitet in der Kreisliga A 2 das Spitzenspiel gegen den Zweiten TSV Münchingen. Und bei Drita ist nach den Vorkommnissen des vergangenen Wochenendes wieder etwas Ruhe eingekehrt. Nachdem Egzon Krajki in der Begegnung bei der Spvgg Renningen nach dem Schlusspfiff ausgerastet war und unter anderem einen Spieler der Heimmannschaft mit einem Kopfstoß verletzt hatte, hat sich der Verein nun von ihm getrennt. Der Verband sperrte ihn zudem für zwölf Spiele. In Renningen war es darüber hinaus zu Tumulten unter den Zuschauern gekommen, die ganze Szenerie endete mit einem Polizeieinsatz.

Drita-Coach Safet Muzliukaj kann die Sache aber noch nicht ganz auf sich beruhen lassen. Er kritisiert, dass sein Renninger Trainerkollege Thorsten Talmon Angst schüre vor dem Auftritt der Spvgg am letzten Spieltag der Saison in Kornwestheim. „Das kann auch in Provokationen enden“, so Muzliukaj, „diese Aussagen haben mich enttäuscht.“ Talmon hatte gesagt, dass er gar nicht daran denken wolle, wenn es „am letzten Spieltag in Kornwestheim noch um den Aufstieg geht und wir dort gewinnen“.

Außerdem zeigt Muzliukaj kein Verständnis für Talmons Forderung nach einer „heftigen und gerechten“ Strafe. „Natürlich kann ich die Aktionen von Egzon Krajki nicht tolerieren, und Konsequenzen hat es ja schon gegeben“, sagt der Drita-Coach. „Aber diese Aussage fand ich nicht in Ordnung“, so Muzliukaj weiter.

Zum Sportlichen: Drita spielt als Tabellenführer der Kreisliga A 2 am Sonntag um 14 Uhr beim Zweiten TSV Münchingen. „Eine gute Mannschaft“, wie Muzliukaj findet. Ohne Krajki, ohne Tugrul Yalman (gesperrt) und wohl auch ohne die Leistungsträger Jaime Manoccio (gebrochener Zeh) und Ermir Doci (nur Lauftraining unter der Woche) sieht es bei den Kornwestheimern aber alles andere als rosig aus. Zudem ist die Torwartfrage noch nicht geklärt: Arif Türkmen fehlte zuletzt im Training, so muss wohl erneut Bujar Shala ran.

Vom Anschluss ans Mittelfeld will Erkan Kilic, Trainer des Türkischen SC, derzeit nichts wissen. In der Kreisliga A 2 steht sein Team vor dem Spiel gegen den FC Gerlingen (8.) am Sonntag um 14 Uhr auf dem zehnten Rang. „Mir geht es nur um den Abstand nach unten“, so Kilic, „und der ist okay, im Vergleich zur Situation vor vier, fünf Wochen.“ Nur ausruhen dürfe sich sein Team nun auf keinen Fall.

Im ersten Spiel der Hinrunde hatte der TSC, noch mit Tarkan Bucak an der Seitenlinie, mit 1:2 in Gerlingen verloren. Fast exakt einen Monat später hatte es Ende September im Pokal eine 0:1-Auswärtspleite gegeben. „Wir wollen sicher nicht zum dritten Mal innerhalb von drei Monaten gegen Gerlingen verlieren“, kündigt Kilic an. Er ist außerdem gespannt, ob die vier Gegentreffer jüngst beim 4:4 gegen Friolzheim „nur daran lagen, dass wir ziemlich dezimiert waren, oder ob das jetzt zur Regel wird“. Nun hat sich die Personalsituation zumindest in Teilen entspannt. Im Tor kehrt Stammkeeper Fatih Aydin zurück ins Team, in der Defensive ist Abwehrchef Orhun Sahin wieder mit von der Partie.

In den B-Ligen am Sonntag am Ball: der TDSV (8.) in Kreisliga B 1 um 14 Uhr gegen den TV Neckarweihingen (7.), der SVP 2 (1.) in Kreisliga B 3 um 12.30 gegen den GSV Höpfigheim 2 (9.) (der SVK 3 hat spielfrei) und der TSC 2 (9.) in Kreisliga B 5 um 11.45 Uhr gegen die TSF Ditzingen (2.).

 
 

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