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FußballAvdic verlässt den TSC und der verliert 0:9

Lutz Selle, vom 18.04.2017 00:00 Uhr
Samir Avdic gibt auf eigenen Wunsch nicht mehr die Richtung beim TSC vor. Foto: Archiv/Peter Mann
Samir Avdic gibt auf eigenen Wunsch nicht mehr die Richtung beim TSC vor.Foto: Archiv/Peter Mann

Kornwestheim - Erst kurz vor dem ersten Punktspiel in diesem Jahr hat Samir Avdic seinen Trainerjob beim Fußball-A-Kreisligisten TSC Kornwestheim aufgenommen. Sechs Partien später – bei zwei Siegen und vier Niederlagen – ist die Zeit des 49-jährigen Nachfolgers von Tarik Karakolcu beim Türkischen Sportclub schon wieder vorbei. „Ich wäre gerne länger geblieben“, sagt Samir Avdic. Er sei jedoch bei seiner Trainerarbeit geradlinig. Und eine Maxime von Avdic ist es, dass er keine untrainierten Akteure in Spielen einsetzt. „Wer nicht trainiert und nicht zuverlässig ist, bringt der Mannschaft nichts“, ist er sich sicher. Mehrere Mitglieder des Vereinsvorstandes des TSC hätten jedoch vor der Partie am Ostermontag beim Tabellenführer TSV Höfingen von ihm erwartet, dass er einen Spieler in den Kader aufnehme, der schon seit vier Wochen nicht mehr im Training gewesen sei. Daraufhin habe er gekündigt, so Avdic. Schließlich stehe er mit seinem Namen hinter dem Erfolg und Misserfolg der Mannschaft.

Den Platz von Samir Avdic hat bereits beim Gastspiel in Höfingen der bisherige Co-Trainer Yasin Sengül eingenommen. Er wird künftig unterstützt vom längerfristig verletzten Spieler Sadik Güngör.

Das neue Trainerduo hatte allerdings am Ostermontag alles andere als einen gelungenen Einstand. Hatte der TSC das Hinspiel gegen den Ligaprimus an der Bogenstraße unter Trainer Tarik Karakolcu noch mit 4:1 gewonnen, so setzte es diesmal eine deftige 0:9 (0:5)-Klatsche. „Das Spiel war eine Katastrophe. Als unser Torwart das erste Mal einen Ball gehalten hat, lagen wir schon mit 0:4 hinten“, erinnert sich Yasin Sengül. Bereits vor der Pause trafen für die Gastgeber Tobias Schmidt (6./14.), Fabian Wittke (21.), Nihat Kara (28.) und Gennaro Vasile (38.) zum 0:5. Die zweite Hälfte musste der TSC sogar in Unterzahl bestreiten. Wegen Nachtretens hatte Emre Baloglu in der 44. Minute die rote Karte gesehen. Und das auch aus Sicht von Sengül vollkommen zu Recht. „Der junge Schiedsrichter hat über die ganzen 90 Minuten eine sehr gute und souveräne Leistung gezeigt“, lobt der neue TSC-Cheftrainer, der nach der Pause noch die Gegentore durch Tobias Schmidt (62./71.), Oliver Kudera (72.) und Angelo Andriola (80.) mit ansehen musste.

Gegen extrem motivierte Höfinger habe sein Team auf dem tiefen Rasenplatz fast die komplette erste Halbzeit verschlafen, kritisiert Yasin Sengül. „Einige unserer Spieler hatten sogar noch das falsche Schuhwerk dabei“, sagt er kopfschüttelnd. Die TSC-Spieler hätten zwar das nötige Potenzial für die Liga. „Aber einige rufen es einfach nicht ab.“ Allein Olcay Özkaya habe „richtig gekämpft und gerackert“. Trotz allem erspielten sich die Gäste drei Torchancen, die Erhan Baloglu und Tamay Yesiltunali jedoch nicht verwerten konnten.

„Es tut mir leid, dass wir Drita Kosova keinen Gefallen tun konnten“, sagt Yasin Sengül. Ein großer Teil der Spieler des Tabellenzweiten war nach Höfingen gereist, um dem TSC Kornwestheim von der Zuschauertribüne aus die Daumen zu drücken. Die Türken waren allerdings weit davon entfernt, dem Ligaprimus Punkte abzunehmen. Nach der vierten Niederlage in Serie muss der TSC nun sogar aufpassen, nicht noch in den Abstiegsstrudel zu geraten. Der Relegationsplatz zum Aufstieg ist nun 18 Punkte, der zum Abstieg nur noch sechs Zähler entfernt.

Wenigstens etwas Glück im Unglück gab es für den TSC. Mahmut Dogan, der nach einem lauten Knacken im Fußgelenk ausgewechselt werden musste, hat sich nicht schwerer verletzt. „Wir hatten schon das Schlimmste befürchtet“, so Sengül.