Fußball Ein Elfmeter als Knackpunkt

Marius Venturini, vom 06.11.2018 09:00 Uhr
Fehlschuss: Dritas Valmir Muzliukaj setzt in der zweiten Halbzeit einen Strafstoß an den Pfosten. Foto: Peter Mann
Fehlschuss: Dritas Valmir Muzliukaj setzt in der zweiten Halbzeit einen Strafstoß an den Pfosten. Foto: Peter Mann

Kornwestheim - Nach der 1:2-Peite von A 2-Tabellenführer Drita Kosova im Kornwestheimer Stadt-Duell gegen den Türkischen SC existieren zwei Sichtweisen der Geschehnisse. TSC-Coach Erkan Kilics Fazit lautet: „Es hat nicht die Qualität, sondern der Matchplan gewonnen.“ Man habe zwar auch ein wenig Glück gebraucht. „Aber unverdient war der Sieg nicht.“ Von Plänen, Glück oder Pech wollte sein frustrierter Gegenüber Safet Muzliukaj jedoch nichts wissen: „Wir haben einfach ganz, ganz schlecht gespielt, alle, von Anfang an.“

Fakt war, dass der TSC den favorisierten Gegner früh zustellte und Drita so zu langen Bällen zwang – eine Spielweise, die den kombinierfreudigen Kosovaren überhaupt nicht liegt. „Ich habe das Team im Bezirkspokal gegen Aldingen beobachtet“, berichtet TSC-Trainer Kilic. „Und ich habe mir danach 48 Stunden lang Gedanken gemacht, wie man eine solche Mannschaft stoppen kann.“ Am Ende hatte er sich für das richtige Rezept entschieden.

Denn sein TSC ging in der 28. Minute durch Henrique Ferreira da Silva in Führung. Nach einem Klärungsversuch der Drita-Defensive fiel ihm der Ball auf den Fuß, aus 17 Metern vollendete er direkt – und profitierte davon, dass Schlussmann Arif Türkmen zu weit vor seinem Tor stand. Davor und auch bis zum Seitenwechsel gab es, bis auf einen Kopfball von TSCler Aykut Sahbaz (5.), keine großen Chancen.

Dafür aber nach der Pause. Drita machte Druck und kam durch einen Schuss von Jaime Manoccio zum 1:1 (49.). Danach überschlugen sich die Ereignisse: Erst schoss Valmir Muzliukaj für Drita einen Elfer an den Pfosten (57.). „Das war der Knackpunkt. Wenn der reingeht, wird es für uns brutal schwer“, so Kilic. Allein, er war nicht drin, und wenig später war der TSC sogar in Überzahl. Drita-Stürmer Tugrul Yalman flog nach einer Tätlichkeit vom Platz (79.). Als wäre das nicht schon unschön genug gewesen, setzte sich die hitzige Stimmung auch nach der Partie im Kabinentrakt fort.

Zurück zum Sportlichen: Nach dem Feldverweis dauerte es nur eine Minute, bis der TSC das Spiel entschied: Aziz Erbas zog aus 22 Metern ab, erneut stand Türkmen nicht optimal. In der Folge tat sich nichts Nennenswertes mehr – abgesehen von der unnötigen Ampelkarte, die sich Dritas Egonit Avduli abholte: Er applaudierte dem Referee, der ihn zuvor mit Gelb verwarnt hatte (90.+4).

„In dem Derby war alles dabei“, bilanziert Erkan Kilic, der den Dreier als „Bonuspunkte“ für sein Team verbucht. Drita Kosova (Safet Muzliukaj: „Wir waren auch noch etwas platt vom Pokal.“) bleibt Tabellenführer, der TSC ist nach dem zweiten Sieg in Folge auf Rang 10 geklettert. Drita Kosova
Türkmen – Kuka, E. Avduli, Duraku, D. Shala (70. Redzepi), Fa. Bajrami, Köse, Doci, Manoccio, V. Muzliukaj, Yalman TSC
Aydin – Ricardo, Sahin, Gouveia Dos Santos, Kaman, Er. Baloglu, Durmus (56. Zivali), A. Erbas, Gellert (88. Yildirim), Ferreira da Silva (83. Vieira da Silva), A. Sahbaz (90.+3 Ücok)