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Fußball FCRP-Frauen feiern den Aufstieg

Michael Bosch, vom 05.06.2018 17:43 Uhr
Mit Meisterwimpel: Die Frauenmannschaft des FCRP Foto: z
Mit Meisterwimpel: Die Frauenmannschaft des FCRP Foto: z

Pattonville - Eine Bierdusche gab’s für Trainer Kim Hubl aus dem Stiefel und ein gemeinsames Freudentänzchen mit der Mannschaft hinterher. Die Frauen des FC Remseck-Pattonville sind nach einer starken Saison Meister der Bezirksliga Enz/Murr und steigen in die Regionenliga auf. Endlich.

„Das haben sich die Mädels wirklich verdient“, sagte Trainer Kim Hubl, einer der Väter des Erfolgs, nach dem abschließenden 3:0 (2:0)-Erfolg über den FC Biegelkicker Erdmannhausen 2. „Uns wurde in dieser Saison nichts geschenkt.“ Geschenkt ist aber der letzte Spieltag. Den können die Remseck-Pattonvillerinnen nämlich ganz entspannt verbringen, sie haben spielfrei. Der nächste Verfolger SB Asperg hat sieben Punkte Rückstand. Ausgerechnet der Lokalrivale SV Kornwestheim fügte dem Tabellen-Zweiten eine bittere 5:6-Niederlage zu. Die Asperger spielen zwar noch einmal, aber den FCRP gefährden können sie nicht mehr. „Das ist aber eigentlich egal“, sagt Hubl. „Weil wir gewonnen haben, hätte es ja so oder so gereicht.“ Seine Mannschaft dürfe sich jetzt nun schon auf die neue Saison freuen.

Rückschläge als Motivation

Den Schlüssel zur Meisterschaft sieht Kim Hubl in drei Rückschlägen. Den ersten erlitt der FCRP in der vergangenen Spielzeit, als er ganz knapp am Ziel Aufstieg vorbeischrammte. Zwei Punkte fehlten am Saisonende auf die Erstplatzierte SGM TSV Merklingen/TSV Malmsheim. Zwei weitere Dämpfer gab es im Mai mit dem verlorenen Bezirkspokalfinale (1:2 nach Elfmeterschießen gegen den FSV 08 Bissingen) und dem 0:2 in der Liga gegen Verfolger Asperg. Die beiden Spiele lagen nur vier Tage auseinander. „Da haben wir dann gesagt: Jetzt erst recht“, blickt Hubl zurück. Hätte seine Mannschaft das Spiel gegen Asperg gewonnen, wäre sie wohl schon drei Spieltag vor Schluss Meister gewesen, so wurde es noch einmal spannend. Aber das gute Ende hatte der FCRP für sich.

Über die ganze Saison habe sein Team „alles dafür getan“, um das gesteckte Ziel zu erreichen, so Hubl. In den Spielen, auf dem Trainingsplatz und abseits davon.

Für den ersten Vorsitzenden des FCRP, Martin Bächler, ist der Meistertitel die „logische Konsequenz aus den Entwicklungen der vergangenen Jahre. Und kein Zufall. Ich freue mich unheimlich“. Das Team sei auch dank der vielen außer-fußballerischen Aktivitäten zusammengewachsen. Kickboxen zum Beispiel ist eine gute Abwechslung zum normalen Training – und so eine Erfahrung schweißt zusammen. Obendrein hat der Kader eben auch die notwendige Qualität.

Gegen die Biegelkicker-Reserve dauerte es keine Minute, bis Isabel Janischowsky von Lea Dalaker angespielt wurde und die Kapitänin mit einem Schuss von der Strafraumkante das 1:0 erzielte. „Da war der Bann gebrochen“, kommentierte Hubl. Die Gastgeberinnen hatten anschließend im GWV-Sportpark Chancen im Minutentakt. 21 Minuten dauerte es aber bis zum zweiten Treffer: Lena Hasert spielte einen Querpass von der linken Seite auf Lisa Rothacker, die noch zwei Gegenspielerinnen ins Leere laufen ließ und vollstreckte. Dem mehr als verdienten 3:0 durch Doriane Kamdem Mabou (65.) ging ein Lattentreffer voraus, die Stürmerin schaltete dann am schnellsten und drückte den Ball über die Linie. Der Erfolg über Erdmannhausen war der 15. Sieg im 18 Spiel, die Niederlage gegen Asperg die einzige in der aktuellen Runde.

Neuzugang mit Regionalliga-Erfahrung

In die kommende Saison, die erste in der Regionenliga, gehen die Remseck-Pattonvillerinnen selbstbewusst. „Wir vom Verein setzen das Team nicht unter Druck“, sagt Martin Bächler. Das sei schon in der aktuellen Spielzeit so gewesen. Bächler meint, dass der Kader gut aufgestellt sei. „Außerdem schaut sich Kim Hubl immer um, wie er das Team verstärken kann“, so Bächler. Der Coach kann auch schon die ersten Neuzugänge vermelden. Elena Hammer wird neu zum Team stoßen und Hubl auch als Co-Trainerin unterstützen. Die 22-Jährige war zuletzt in der Regionalliga-Süd für den FV Löchgau am Ball. Und Hubl schaut sich auch anderweitig um. Florin Ratgeber hat bislang nur Leistungsturnen betrieben, sie bringe aber alles mit, was eine gute Keeperin braucht, sei ein „großes Talent“, so Hubl. „Wir haben jetzt ein bisschen Zeit, sie umzumodeln.“ Der Rest des Teams wird auch etwas zu tun bekommen. Ab dem 25. Juni soll es sich für vier Wochen mit individuellem Lauftraining vorbereiten, zum ersten Mannschaftstraining bittet Kim Hubl am 20. Juli.

Die Basis des Teams, die schon seit vielen Jahren zusammen ist und in der eigenen Jugend ausgebildet wurde, bleibt erhalten. In erster Linie will der FC Remseck-Pattonville seine Frauen-Mannschaft auch künftig mit Spielerinnen aus der eigenen Jugend ergänzen. Für den Weg, den man mit der Nachwuchsarbeit eingeschlagen habe, sei der Aufstieg eine Bestätigung, betont der sportliche Leiter Francis Pola.

Und die nächste könnte folgen: Die C-Juniorinnen des FCRP haben es mit ihrem letzten Saisonspiel in der Kreisstaffel am 16. Juni selbst in der Hand. Auch sie können Meister werden. Sie spielen ausgerechnet beim FC Biegelkicker Erdmannhausen. Wenn das kein gutes Omen ist.

FCRP
Kohles – Klein, Hasert (46. A. Janischwosky), I. Janischowsky (74. Nuspl), Dalaker, Rothacker, Kamdem Mabou (66. Bodea), Lutz, Josef