Fußball Fünfmal Janzer: SVK gewinnt das Liga-Derby

Von
Die Kornwestheimer Kai Fischer (links) und Nico Schürmann (rechts) sowie die SVPler Kevin Ketzler (Nummer 15) und Bakary Manneh kämpfen im Derby um die Punkte. 6:1 für Kornwestheim heißt es am Ende. Foto: Horst Dömötör

Kornwestheim - In der 80. Minute war für den Mann des Spiels der Arbeitstag beendet. Dominik Janzer trottete in Richtung Auslinie, klatschte das Personal auf der Reservebank ab – und schnaufte, nachdem er sich seiner Schienbeinschoner und Kickstiefel entledigt hatte, erst mal kräftig durch. Der SVK-Stürmer hatte zuvor im allerersten Bezirksliga-Derby den Aufsteiger SV Pattonville fast im Alleingang abgeschossen. Zum Kornwestheimer 6:1-Sieg hatte er fünf Tore beigesteuert, darunter fand sich auch ein lupenreiner Hattrick in der ersten Hälfte. Kurzum: Der 27-Jährige konnte mit sich zufrieden sein.

Dabei war Tabellenführer SVK, der Mitte September bereits das Pokal-Derby mit 3:2 gewonnen hatte, alles andere als verheißungsvoll gestartet. Janzer selbst ließ die ersten Chancen liegen (2., 15.), dann ging plötzlich der SV Pattonville in Führung. Der finale Pass einer Kombination durch eine in dieser Situation schlafmützige SVK-Abwehr fand zu Nikola Pantic, der souverän einnetzte (21.). Doch damit war es vorbei mit der Pattonviller Herrlichkeit. Innerhalb von zwei Minuten drehten die Gastgeber in Person von Janzer die Partie. Und zweimal hieß der Vorlagengeber Nico Schürmann, der ebenfalls einen Sahnetag erwischt hatte. Vor dem 1:1 behauptete er den Ball gegen drei SVPler, bevor er ihn in die Mitte zu seinem Sturmpartner grätschte (24.). Vor dem 2:1 schickte er Janzer mit einem Steilpass auf die Reise, sodass dieser sich nur noch gegen Pattonvilles Schlussmann Bakary Manneh behaupten musste (26.).

Der SVK führte verdient, beim SVP klappte nur wenig – bis Tobias Uhse plötzlich die große Chance zum Ausgleich hatte, dabei aber an Louis Wolf im Kornwestheimer Tor scheiterte (33.). Auch bei Johannes Vetters Schuss blieb der SVK-Keeper Sieger (34.). Soviel vorab: Es blieb die einzige kurze Schwächephase einer Kornwestheimer Mannschaft, die in der 41. Minute auf 3:1 erhöhte. Erneut spielte Schürmann auf Janzer, der Manneh im zweiten Versuch überwand. Nach zwei gehaltenen Schürmann-Schüssen (43., 45.+1 ) ging es in die Pause.

In die zweite Hälfte startete man gemächlich – bis zur 65. Minute, als beim SVK der eingewechselte Pirmin Löffler eine Janzer-Hereingabe verpasste und Sekunden danach selbst den Querpass zum besser postierten Mitspieler versäumte. Besser machte es, natürlich, Janzer im Anschluss: Nach einem Ballgewinn schickte ihn Kapitän Marco Reichert Richtung Tor, einen präzisen Flachschuss später stand es 4:1 (66.). Auf der anderen Seite musste Louis Wolf noch genau einmal eingreifen, als er einen Schuss des eingewechselten Daniel Schubert parierte (71.).

Direkt danach machte Janzer schließlich sein fünftes Tor: SVP-Keeper Manneh wollte den Ball vor dem Sechzehner wegköpfen, der SVKler sprang ihm jedoch entgegen, sodass das Leder von ihm abprallte und er im Anschluss keine Mühe mehr hatte (72.). Mauricio Göhlert machte in der 86. Minute mit einem wuchtigen Kopfball nach einer Ecke von Timo Plitzner das halbe Dutzend voll. Zuvor hatte sich Dominik Janzer bei seiner Auswechslung – für ihn kam Carsten Schulze – seinen verdienten Sonderapplaus abgeholt.

Nach dem Abpfiff gab es erwartungsgemäß ganz unterschiedliche Stimmen zum Spiel. „Fehlende Mentalität und taktische Defizite“ seiner Mannschaft monierte etwa ein verärgerter SVP-Trainer Andreas Eschenbach, um hinterherzuschieben: „Wir arbeiten aber daran.“

Sein Gegenüber war hingegen glücklich. „Wir waren aggressiv und haben, bis auf eine kurze Schwächephase in der ersten Halbzeit, ein super Pressing gespielt“, gab SVK-Coach Sascha Becker zu Protokoll. Und auch er hatte noch etwas zu sagen: „Die Mannschaft kann aber noch mehr.“ SV Kornwestheim
L. Wolf – Calaciura, Plitzner, M. Wolf, Polizoakis, Stahl, Porubek (67. Göhlert), Fischer (59. P. Löffler), Schürmann (68. Vejselovic), Reichert, Janzer (80. Schulze) SV Pattonville
Manneh – Hörner, Bäurle, Ahmeti (57. E. Akpolat), Ketzler (40. Schubert), Vetter, M. Cicek, P. Mandic (46. Garcia Urbina), Uhse, N. Pantic (46. T. Shala), Sonal

 
 

Sonderthemen