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Fußball „Für den SVK ist der Aufstieg ein Meilenstein“

Lutz Selle, vom 09.06.2017 00:00 Uhr
Roberto Raimondo (links) freut sich  mit dem A-Jugend-Mannschaftskapitän Mirsad Vejselovic über die Meisterschaft. Foto: z
Roberto Raimondo (links) freut sich mit dem A-Jugend-Mannschaftskapitän Mirsad Vejselovic über die Meisterschaft. Foto: z

Kornwestheim - Sein zweites Jahr als Trainer der Fußball-A-Junioren des SV Kornwestheim hat Roberto Raimondo mit der Mannschaft als Tabellenerster der Leistungsstaffel abgeschlossen. Damit steigt das älteste Nachwuchsteam des SVK nach etlichen Jahren wieder in die Bezirksstaffel auf. Raimondo wechselt nun allerdings als Trainer zum GSV Pleidelsheim. Im Interview spricht er über seinen alten und seinen künftigen Verein.

Herr Raimondo, herzlichen Glückwunsch zur Meisterschaft mit der A-Jugend ohne eine einzige Punktspiel-Niederlage in der gesamten Saison. Hätten Sie mit einem so fantastischen Ergebnis vorher gerechnet?
Damit rechnet man nie. Die Liga war vor allem in der Rückrunde, nachdem wir die Qualistaffel gemeistert hatten, wirklich stark. Dass die Mannschaft so souverän war, macht einen wirklich stolz. Auch wenn es vielleicht im Nachhinein so aussieht, war es keine einfache Saison. Die Spiele haben viel Kraft gekostet.
Sie sind als Trainer vorher bereits mit den Herren aus Zuffenhausen von der Bezirksliga in die Landesliga aufgestiegen und haben mit der ersten Herrenmannschaft des SV Kornwestheim zweimal den Bezirkspokal gewonnen. Welchen Stellenwert hat bei Ihnen der diesjährige Titel mit der A-Jugend?
Ich sehe alles auf gleicher Ebene. Jeder Triumph ist schön und hat seinen eigenen Reiz. Jeder Erfolg – egal in welcher Staffel – ist nicht einfach. Daher darf man das auch gebührend feiern. Vor allem für den SV Salamander ist der Aufstieg der A-Jugend ein ganz großer Meilenstein. Endlich spielt der älteste Nachwuchs mal wieder in der Bezirksstaffel.
Was waren entscheidende Faktoren dafür, dass die Meisterschaft gelungen ist?
Ein Aufstiegsgarant waren die tolle Kameradschaft und der Teamgeist. Vorbildlich war Mannschaftskapitän Mirsad Vejselovic. Aber auch Neuzugang Philipp Heidenreich hat für sehr gute Impulse gesorgt. Als Mirsad Vejselovic in ein kleines Loch gefallen ist, war Marvin Porubek phänomenal. Er hat viel Verantwortung übernommen und das Spiel dirigiert. Wenn man über die ganze Saison nur drei Gegentore in den Punktspielen kassiert, muss man auch die Abwehr erwähnen, die einen super Job gemacht hat. Ohne das Innenverteidiger-Duo Paul Pacholak und Justin Fingerle wären wir nicht aufgestiegen. Die haben immer 100 Prozent gegeben – auch im Training. Und dann waren da noch die B-Jugendlichen, in erster Linie Max Haut, Mike Hepfer und Tobias Mutschler. Bei den drei Spielern war überhaupt nicht zu erkennen, dass sie aus der B-Jugend gekommen sind. Sie standen fast immer in der Startelf.
Was ist für den Erfolg ausschlaggebender – das Talent der Spieler oder die Anleitung des Trainers?
Ich denke, von jedem ein Stückchen. Ein Trainer muss alles aus der Mannschaft herauskitzeln. Und er muss auch das Talent haben, die komplette Mannschaft bei Laune zu halten. Sobald es einen Unruhepol gibt, kann das das ganze Mannschaftsgefüge durcheinanderbringen. Ein Trainer kann den Jungs auch eine eigene Philosophie und ein eigenes Spielsystem beibringen. Mit Aziz Isik und Hannes Engelbrecher waren wir in der vergangenen Saison in der Offensive sogar stärker besetzt als in dieser Runde. Diesmal waren die dicke Kameradschaft und der Trainingsfleiß der Hauptgarant für den Erfolg. Ein sehr wichtiger Faktor waren auch die B-Jugendlichen, die sich nahtlos in die Mannschaft eingefügt haben. Das Tolle war auch, dass sie alle immer gerne bei der A-Jugend ausgeholfen haben. Das war in den vergangenen Jahren nicht immer so.
Die drei bisherigen A-Jugend-Spieler Mirsad Vejselovic, Philipp Heidenreich und Benedict Schleicher werden direkt zur ersten Mannschaft wechseln. Können die gleich den Sprung in die Herren-Landesliga packen?
In die Landesliga ist es doch noch ein großer Sprung. Ob sie da gleich ihren Stammplatz in der Mannschaft haben, weiß ich nicht. Aber ich traue es ihnen zu. Das Potenzial dazu haben sie. Mirsad Vejselovic hat das schon zweimal bei Einsätzen in der ersten Herrenmannschaft bewiesen. Schon allein charakterlich sind alle drei eine Bereicherung für jede Mannschaft.
Wer wird noch der A-Jugend entwachsen? Auf welche Spieler kann sich somit die zweite Herrenmannschaft des SVK freuen?
Auf Jonas Bässler, Silas Müller, Slim Boughdira, Tobias Fuhrmann und Torwart Max Engelbrecher. Sie werden alle eine Bereicherung für die zweite Mannschaft sein. Vielleicht schafft ja sogar noch einer den Sprung ins erste Herrenteam. Die Chance hat jeder verdient.
Wie ist es Ihnen gelungen, über die gesamte Spielzeit die Spannung bei den Spielern hochzuhalten, zumal durch das Jugend-Spielsystem die in der Hinrunde gewonnenen Punkte eigentlich für die Katz waren?
Wir haben versucht, immer den Bogen gespannt zu halten, indem wir stets ein Ziel vor Augen hatten – und das war ganz klar der Aufstieg. Vor einem Jahr haben wir den knapp verpasst, weil ein Punkt gefehlt hat. Ich habe den Spielern gesagt, dass wir so etwas nicht noch einmal erleben wollen. Man hat in einem Fußballleben nicht so oft die Gelegenheit, aufzusteigen. Und wenn man die Möglichkeit hat, muss man sie auch nutzen. Es gibt Spieler, die fast ihr ganzes Leben lang kicken und nicht einmal aufgestiegen sind. Ich erzähle auch gerne von meinem eigenen Aufstieg als A-Jugendlicher. Das prägt einen auch. Sehr wichtig ist auch, das Training so variabel zu gestalten, dass es nie monoton oder langweilig wird. Dass wir zu 100 Prozent trainiert haben, war auch mit entscheidend.
Stehen Ihre Nachfolger als Trainer bei der A-Jugend schon fest?
Das war von vornherein klar und mit einer meiner Gründe, aus denen ich die A-Jugend abgebe: Weil ich einem meiner besten Freunde, Peter Porubek, den Platz nicht streitig machen möchte. Er wird im bewährten Team mit Thomas Fuhrmann die A-Jugend übernehmen. Die beiden waren schon immer für die SVK-Fußball-Jugend da. Deshalb habe ich mich anders orientiert. Die beiden sind Toptrainer und werden eine Topmannschaft übernehmen.
Nun geht es für Sie als Herrentrainer beim GSV Pleidelsheim weiter. Was sind Ihre Erwartungen an die neue Aufgabe?
Kommt darauf an, in welcher Liga der GSV in der neuen Runde spielt. Gelingt über die Relegation noch der Aufstieg in die Bezirksliga, dann wollen wir die Klasse halten und Erfahrungen in der Bezirksliga sammeln, um dann in den nächsten zwei Jahren vorsichtig nach oben zu schielen. Wenn die Mannschaft in der Kreisliga A bleibt, dann wollen wir natürlich versuchen, mit der jungen Mannschaft im nächsten Jahr den Sprung in die Bezirksliga zu schaffen.
Wie oft waren Sie schon in Pleidelsheim und haben mit den Spielern gesprochen?
Bestimmt schon vier oder fünf Mal. Ich kenne das Umfeld und die Mannschaft eigentlich schon ziemlich gut. Ich denke, dass es ähnlich sportlich engagiert zugehen wird wie mit der A-Jugend und auch der Spaßfaktor nicht zu kurz kommen wird. In Pleidelsheim ist eine superjunge Truppe am Ball. Das gefällt mir und liegt mir auch.
Werden Sie in Pleidelsheim einen Co-Trainer haben?
Ja. Aber wer es ist, steht noch nicht zu 100 Prozent fest. Die Gespräche laufen und wir sind kurz vor der Bekanntgabe.
Seit 13 Jahren sind Sie dem Kornwestheimer Fußball nun schon als Trainer oder Funktionär der Fußballabteilung verbunden. Wird Ihnen der SVK dann nächste Saison nicht fehlen?
Ich bin ja weiterhin in der Nähe und werde die Spiele beobachten, wenn es sich einrichten lässt. Zudem spielt ja mein Sohn noch in der Kornwestheimer B-Jugend. Ich werde mir aber auch weiterhin Spiele der A-Jugend anschauen. Als Kornwestheimer bleibe ich dem SVK verbunden. Und beim Fußball weiß man nie, was in der Zukunft noch kommt.
Und dann müssen Sie ja vielleicht auch Ihren künftigen Gegner in der Kreisliga A 1, den SVK 2, ausspionieren. . .
Auch das kann gut möglich sein. Wobei: Die Mannschaft kenne ich schon ganz gut. Es ist auch eine tolle Truppe. Daniel Biedermann macht da einen super Job als Spielertrainer. Nach den Spielen zwischen Pleidelsheim und dem SVK wird es sehr freundschaftlich zugehen. Während der Spiele aber sicherlich nicht.
Vielleicht kommt es aber auch gar nicht zum Punktspiel des GSV Pleidelsheim gegen den SVK 2, wenn Ihre neue Mannschaft doch noch den Aufstieg über die Relegation schafft. Was schätzen Sie?
Vom Spielerpotenzial her wäre der Aufstieg für den GSV auf jeden Fall möglich. Aber wenn man da am Ende der Saison noch einmal drei Spiele in kürzester Zeit hat, ist das ziemlich zäh und anstrengend. Ich persönlich würde mich freuen, wenn Pleidelsheim in der Bezirksliga wäre. Auch für den jetzigen Trainer Frank Weiden würde es mich riesig freuen, wenn er mit der Truppe hochgeht.
Aber kann eine Mannschaft, die kürzlich ihr Punktspiel beim TSV Affalterbach mit 1:4 verloren hat, im Relegationsspiel gegen den Bezirksligisten TSV Benningen gewinnen?
Ich war bei der Niederlage in Affalterbach vor Ort. Da haben die Pleidelsheimer Spieler die Fehler selbst gemacht und dem Gegner die Bälle in den Fuß gespielt. Das Ergebnis ist am Ende zu hoch ausgefallen. Beim 1:2 dachte ich, dass sie das Spiel noch umbiegen. Ich kann mich erinnern, dass der GSV Pleidelsheim das Punktspiel beim SVK 2 mit 0:2 verloren hat und nur drei Tage später den Bezirksliga-Meister SVK 1 im Pokalspiel mit 4:0 geschlagen hat. Warum sollte dem Team das nicht auch gegen Benningen gelingen?
Werden Sie in Pleidelsheim mit dem bestehenden Kader weiter arbeiten oder gibt es auch dort Veränderungen?
Es haben alle Spieler für die neue Runde zugesagt und zwei gute Neuzugänge sind auch schon da, darunter Giovanni Cardinale vom FV Ingersheim. Jetzt brauchen wir noch ein oder zwei Spieler, um einen Kader von 22 Mann zu haben. Das reicht dann auch. Ich möchte das jetzige Mannschaftsgefüge nicht verändern.