Fußball Krautacker: Spät angemeldet und ungeschlagen gewonnen

Marius Venturini, vom 09.01.2018 15:36 Uhr
Mike Wolf (rechts) und das Team Krautacker gewinnen das Turnier des Nordhangexpress. Foto: Horst Dömötör
Mike Wolf (rechts) und das Team Krautacker gewinnen das Turnier des Nordhangexpress. Foto: Horst Dömötör

Kornwestheim - Da saßen sie, die Turniersieger, und ließen den Abend im Foyer der Hannes-Reiber-Halle in aller Ruhe ausklingen. Timo Plitzner und Mike Wolf, die beiden Landesligakicker des SVK, freuten sich gemeinsam mit zwei Mitspielern aus ihrer Mannschaft Krautacker über den Erfolg im Klassement der U30-Teams. Im Endspiel hatten sie Ajax Lattenstram mit 1:0 besiegt. Auch in sämtlichen Partien zuvor waren sie siegreich gewesen, abgesehen von einem Unentschieden. „Man kann also sagen, dass wir in der Hannes-Reiber-Halle ungeschlagen sind“, scherzte Timo Plitzner, „hier treten wir nie wieder an.“

Das hofft auch Organisations-Chef Reinhold Neitzel. „Es ist etwas beengt, auch die Tribüne unten ist ziemlich klein“, sagte er beim Blick auf die dicht an dicht aufgestellten Bierbänke im Foyer. Zuvor war die Osthalle der angestammte Spielort gewesen. Dort waren in diesem Jahr aber gleichzeitig die SVK-Handballer zugange, mit ihrem großen A-Jugend-Turnier. „Wir sind natürlich gern ausgewichen, wenn dort so eine große Veranstaltung steigt“, so Neitzel. Allerdings habe man von der Stadt bereits die mündliche Zusage, die nächsten fünf Jahre wieder in der Osthalle kicken zu dürfen.

Plitzner und Co war’s egal. Zu ihrem Team gehörten unter anderem auch noch SVK-Landesligaspieler Stefano Nicolazzo, Volleyballer Chris Helwig sowie die (Ex-)Handballer Philipp Conrad und Dennis Aigner. „Schön, dass hier alles so harmonisch abgelaufen ist“, fand Plitzner, „das ist ja bei solchen Hobby-Turnieren nicht immer der Fall.“ Der Nordhangexpress kann ein Lied davon singen: Im vergangenen Jahr kam es bei einem Spiel zu einer kleinen – am Ende folgenlosen – Rauferei.

Diesmal blieb alles ruhig, auch bei den Spielen der Ü30- und Mixed-Mannschaften am Samstagnachmittag. Der Zeitplan hatte sich ein wenig nach hinten verschoben, da ausgerechnet der Turniersieger bei den Jüngeren sich erst kurzfristig angemeldet hatte und so noch irgendwie eingebaut werden musste. „Für die Lokalmatadoren haben wir das gern gemacht“, so Neitzel. Ihn freute besonders, dass es endlich gelungen war, ein Mixed-Turnier auf die Beine zu stellen. „Jahrelang hatten wir nur zwei oder drei Interessenten“, sagt der Organisator, „aber diesmal konnten wir mit fünf Mannschaften etwas anfangen.“ Bei den mit Männern und Frauen besetzten Teams setzten sich am Ende beim Modus „Jeder gegen Jeden“ ungeschlagen Schneewittchen und die sieben Zwerge durch.

Traditionell sind beim Turnier des Nordhangexpress auf und neben dem Spielfeld zahlreiche bekannte Persönlichkeiten aus der Kornwestheimer Fußball- und Sportszene zugegen. Das war auch diesmal nicht anders. In der Mannschaft des Nordhangexpress war zum Beispiel NHE-Frauentrainer Daniel Mittnacht dabei. Zwei seiner Freizeit-Liga-Spielerinnen, die Schwestern Kati und Annika Schröpfer, verstärkten das Freizeit-Elite-Team im Mixed-Turnier.

„Leibchen-wechsel-dich“ hieß es beim Ex-SVK-Spieler Tihomir Marusic. Er trat in der Ü30 erst im Trikot von Mister Woman an, um dann auch noch bei SoKi 13 auszuhelfen. Im Team, dem der frühere SVK-Spieler, -Trainer und -Funktionär Roberto Raimondo die Daumen drückte („Ich kann nicht mehr mitspielen, das machen die Knie nicht mehr mit.“) hatten sich zwei Spieler verletzt. Auch Gökmen Sengül, wie Marusic inzwischen beim Nordhangexpress in der Freizeitliga dabei, wechselte munter Team und Trikot.

Diesen Sportsgeist goutierte auch Benjamin Scherl. Der frühere Trainer der Kornwestheimer Fußball-Frauen trat mit der AH des SVK an – als gelernter Torwart spielte er dort im Feld. Und dass er es auch da kann, bewies er mit einem sehenswerten Weitschusstor in der Partie gegen die Valverines. „Unter die ersten Drei wollen wir schon kommen“, verriet er am Rande des Geschehens – um gleich danach die frohe Kunde zu verbreiten, dass die SVK-AH ab März im Ligabetrieb spielen wird. Am Ende wurde es für Scherls Team der zweite Platz, punktgleich mit der AH des TuS Bilfingen. Den Sieg holten sich die Walverines um Nordhangexpress-Spieler José Antonio Mora Serrano.