Fußball Nach dem Spiel muss die Polizei anrücken

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Wie bereits in Warmbronn verliert Drita Kosova (mit Samet Köse, links) auch bei der Spvgg Renningen mit 1:3. Das Sportliche ist am Ende aber nur eine Randnotiz. Foto: Archiv/Andreas Gorr

Kornwestheim -

Zum Hinrunden-Abschluss rückte beim Spiel der Spvgg Renningen gegen Drita Kosova Kornwestheim das Sportliche in den Hintergrund. Spvgg Renningen – Drita Kosova 3:1 (2:0) Kornwestheims Egzon Krajki brannten alle Sicherungen durch. Eben hatte er in der Nachspielzeit noch den Ehrentreffer für Drita Kosova erzielt, nach dem Abpfiff teilte er jedoch anderweitig aus. Renningens Trainer Thorsten Talmon beschreibt das Geschehen wie folgt: Drita-Offensivmann Krajki beleidigte zunächst einen Renninger Spieler mehrmals aufs Übelste, fügte dann Steffen Schmutz mit einer Kopfnuss eine Platzwunde zu, sodass dieser ins Krankenhaus musste, und versetzte einem weiteren Renninger noch einen Schlag.

Doch damit nicht genug: Als dann auch noch rund zwei Dutzend Zuschauer den Platz stürmten, zögerten die Gastgeber nicht lange und riefen die Polizei. Diese brachte die Situation unter Kontrolle.

„Was da abging, geht gar nicht“, sagt Talmon, „meine Spieler hatten richtig Angst. Ich kann nur hoffen, dass es endlich eine heftige und gerechte Strafe gibt.“ Angesichts der Ereignisse wirkt Drita-Trainer Safet Muzliukaj fast resigniert: „Wir haben so viel an der Disziplin gearbeitet“, sagt er auf Nachfrage unserer Zeitung, „aber Egzon Krajki ist ein Hitzkopf.“ An der Tatsache, dass es Konsequenzen braucht, will er auch gar nicht rütteln. Möglicherweise werde man Krajki nahelegen, sich bald einen anderen Verein zu suchen. „Es ist kein gutes Bild, das wir da gerade abgeben.“

Denn es ist nicht nur der aktuelle Fall, der das Sportliche bei Drita zuletzt in den Hintergrund rücken ließ. Anfang November war Tugrul Yalman im Derby beim Türkischen SC ebenfalls wegen einer Tätlichkeit vom Platz geflogen. Es war nicht das erste Mal, dass er aus einem solchen Grund aus dem Verkehr gezogen wurde.

Gegen eines wehrt sich Safet Muzliukaj allerdings: gegen den Eindruck, dass in Renningen ausschließlich Drita-Anhänger auf den Platz gestürmt seien. „Da waren auch Renninger dabei, soweit ich das mitbekommen habe.“ Allerdings sei er zu diesem Zeitpunkt vor allem mit der Situation rund um Egzon Krajki beschäftigt gewesen. Dennoch kündigt er an, dass der Vereinsvorstand für solche Fälle die Anhänger nochmals ins Gebet nehmen wolle.

Bleibt zu hoffen, dass diese Ankündigungen auch umgesetzt werden. „Ich will gar nicht daran denken, was passiert, wenn es am letzten Spieltag in Kornwestheim noch um den Aufstieg geht und wir dort gewinnen“, sagt Spvgg-Coach Talmon, der auch darauf hofft, dass der anwesende Schiedsrichterbeobachter seinen Teil zur Aufarbeitung beiträgt.

Zuvor war aber auch noch Fußball gespielt worden: Johannes Böhnisch umkurvte Drita-Ersatzkeeper Bujar Shala und schob zur Führung für die Gastgeber ein (25.), Mirko Zahn erhöhte per Kopf (30.). Markus Fricke köpfte eine Flanke zum vorentscheidenden 0:3 aus Drita-Sicht ein (75.). „Bei uns ist einfach alles schiefgelaufen“, fasst Safet Muzliukaj zusammen. Seine Mannschaft ist trotz der Pleite weiterhin Tabellenführer. Drita Kosova
B. Shala – Redzepi (46. Fi. Bajrami), Duraku, E. Avduli, D. Shala, Köse, Fa. Bajrami, Krajki, Doci, Kuka, V. Muzliukaj Türkischer SC – SV Friolzheim 4:4 (2:1) Bevor der ersatzgeschwächte TSC durch Pedro Dos Santos in Führung ging (23.), hatte Friolzheim schon drei gute Chancen vergeben. Ein Strafstoß brachte den Ausgleich (28.), Güray Kaman sorgte für das 2:1 (38.). Dem 2:2 ging – wie später dem Friolzheimer 4:3 (81.) – ein langer Einwurf voraus, zuvor stellten Aykut Sahbaz (65.) und Aziz Erbas (69.) auf 4:2. Dann verschoss Dos Santos einen Elfmeter (73.), in der 81. Minute glich Friolzheim schließlich aus. TSC
Ferreira – Ricardo, Baptista, S. Sahbaz, Teixeira, Er. Baloglu, Dos Santos, A. Erbas, A. Sahbaz, Kaman (62. Gellert), Zivali

 
 

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