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Fußball Schützenfeste und überschaubares Risiko

Marius Venturini, vom 05.06.2018 14:07 Uhr
Max Mäule spielt mit dem SVK 2 um den Verbleib in der Kreisliga A 1. Foto: Archiv/Peter Mann
Max Mäule spielt mit dem SVK 2 um den Verbleib in der Kreisliga A 1. Foto: Archiv/Peter Mann

Kornwestheim - Zwei Torfestivals und ein Rückschlag im Kampf um den Klassenverbleib gab es in den A-Ligen. Allein 16 Tore fielen beim Auswärtsauftritt des SV Pattonville in Neckarweihingen.

TSV Eltingen 2 – Drita Kosova 1:9 (1:4) Nach einer Stunde vermeldete der Live-Ticker der Kreisliga-A 2-Partie: „Legende wird eingewechselt.“ Als Drita-Urgestein Bahri Kalludra in die Partie kam, konnte aber schon längst nichts mehr schief gehen. Beim Stand von 6:1 für den Kornwestheimer Tabellen-Sechsten war die Partie beim Schlusslicht schon lange gelaufen – auch wenn die Kosovaren bis zum Schlusspfiff noch drei Tore nachlegten.

Elf Minuten dauerte es bis zum ersten Kornwestheimer Treffer: Ermir Doci vollendete einen sehenswerten Spielzug zur Gästeführung. Egzon Krajki nach einem Abpraller (16.) und Tugrul Yalman per Kopf nach Freistoß-Flanke von Fatlum Bajrami schufen rasch klare Verhältnisse. Auch durch Can Izgüs Tor zum 1:3 (38.) ließ sich die Elf von Trainer Safet Muzliukaj nicht aus dem Konzept bringen. Jaime Manoccio erhöhte nach einer guten Kombination zum 4:1-Halbzeitstand (41.). Nach dem Seitenwechsel ging es Schlag auf Schlag weiter: Außenverteidiger Samet Köse per Volleyschuss (51.), abermals Doci (56.), Yalman (61.) und Krajki (66.) erhöhten auf 8:1. Doci machte mit seinem dritten Tor des Tages (71.) den Deckel drauf.

Drita Kosova
B. Shala, Köse (60. Kalludra), Hasaj, E. Avduli, Redzepi (22. Fi. Bajrami), Fa Bajrami, Doci, Krajki, Manoccio, G. Avduli (46. Guncati), Yalman

TV Neckarweihingen – SVP 1:15 (1:6) Meister und Bezirksliga-Aufsteiger SV Pattonville gibt in der Kreisliga A 1 weiterhin alles. Mit 15:1 fertigte die Mannschaft von Trainer Andreas Eschenbach den Tabellen-Vorletzten TV Neckarweihingen ab. Es war das zweite Mal in Folge, dass es der SVP zweistellig machte. In der Vorwoche gab es ein 21:0 gegen das Schlusslicht TSV Ludwigsburg. Damit unterstreicht das bislang ungeschlagene Topteam der Runde (25 Siege, vier Unentschieden) seine Ausnahmestellung in dieser Saison – auch wenn die Ergebnisse „nur“ gegen die beiden Kellerkinder zustande kamen.

Das schönste Tor des Tages ging in Neckarweihingen auf das Konto von Pattonvilles Kapitän Ibrahim Nar. Eine Flanke legte er sich selbst noch einmal vor, um dann per Fallrückzieher zum zwischenzeitlichen 5:1 (35.) zu treffen. Zu Beginn hatte Youngster Nikola Pantic die Gäste mit den ersten beiden seiner vier Tore in Führung gebracht (10., 18). „Er hat ein bisschen Anpassungszeit bei uns gebraucht“, sagt Eschenbach über den Nachwuchsspieler, der auch noch für die A-Jugend des FC Remseck-Pattonville aufläuft. Der jüngere Bruder des langjährigen SVPlers Sascha Pantic (der in der 61. Minute das 10:1 erzielte) spielt auch in Zukunft eine große Rolle in Eschenbachs Sturm-Planungen – zumal noch nicht feststeht, ob Michael Unger aufgrund seines Studiums in der kommenden Spielzeit für Pattonville auflaufen kann.

Apropos Michael Unger: Der war mal wieder in Torlaune und steuerte in der zweiten Halbzeit fünf Treffer zum Sieg des Meisters bei: das 8:1 (51.) und das 9:1 (54.) sowie per lupenreinem Hattrick das 12:1 (75.), 13:1 (77.) und 14:1 (81.). Derzeit führt Unger, der in der Vorwoche bereits siebenmal erfolgreich war, mit 34 Treffern die Torjägerliste an. „Und ich hätte gerne, dass diese Krone auch nach Pattonville geht“, fordert Andreas Eschenbach. Ungers Vorsprung auf die Konkurrenz (die beiden Erdmannhausener Heusel-Brüder Marius und Luca) beträgt vor dem letzten Spieltag fünf beziehungsweise sechs Tore.

In Neckarweihingen außerdem erfolgreich: Außenverteidiger Matthias Hirschmann, der auf Jonas Hennickers Anschlusstreffer aus der 24. Minute mit dem 3:1 antwortete (32.). „Auf seine alten Tage entwickelt er sich noch zum Torjäger“, scherzt Eschenbach. Ibrahim Nar traf zum 4:1 (33.), Nikola Pantic stellte nach dessen Akrobatik-Einlage den 6:1-Pausenstand her. Philip Mandic legte direkt nach Wiederbeginn das 7:1 nach (47.), Nikola Pantic schnürte mit dem 11:1 seinen Viererpack (68.). Der Schlusspunkt zum 15:1 blieb in der 87. Minute Kapitän Ibrahim Nar überlassen. Dass Emrah Akpolat in der zweiten Hälfte den dritten Pattonviller Elfmeter in Folge verschoss: geschenkt.

SV Pattonville
Birkeneder – Hirschmann, Ahmeti, Ordulu (46. Kiess), P. Mandic (46. Ketzler), Vetter, E. Akpolat (75. K. Mandic), N. Pantic, Singh (46. S. Pantic), Nar, Unger

SGV Murr – SV Kornwestheim 2 2:0 (1:0) Mit einem Sieg hätte die SVK-Reserve den Verbleib in der Kreisliga A 1 sicher gehabt. „Dafür haben wir aber zu viele Fehler gemacht“, fasst Kornwestheims Coach Daniel Biedermann zusammen. Außerdem stehe Murr ja nicht umsonst auf dem dritten Platz. Sein Team ist Zehnter, mit zwei Punkten Abstand zum Abstiegs-Relegationsplatz.

Das 0:1 kurz vor der Pause resultierte aus einem Querschläger von Außenverteidiger Denis Christ, der den Ball bei einem Klärungsversuch flach in die Mitte drosch. Das Leder kam zu Tim Gassmann, der mit einem abgefälschten Schuss die Führung für die Hausherren erzielte (43.). Kurz nach dem Seitenwechsel fingen die Murrer einen Pass von Carsten Schulze ab, Michael Winkle vollende den Konter (52.). Murr kam auch im weiteren Spielverlauf zu einer Handvoll Gelegenheiten – der SVK 2 nicht wirklich. „Das Ergebnis geht in Ordnung“, so Biedermann, „es war absolut nicht unser bester Tag und wir haben kaum Torgefahr ausgestrahlt.“ Außerdem habe sich Murr in der Spielanlage ziemlich clever angestellt. „Sie haben uns den Ball gegeben und uns machen lassen.“ Das einzig Positive an diesem Spieltag sei der Sieg des FV Oberstenfeld beim VfR Großbottwar gewesen.

Kleine Randnotiz: Die Reserve des SGV Freiberg trat gegen 07 Ludwigsburg 2 nicht an. Die Barockstädter bekamen also einen 3:0-Sieg geschenkt und stehen nur einen Punkt hinter dem SVK 2 auf Rang 11. „Ein dicker Hund“, findet Biedermann, „für den Ludwigsburg aber natürlich nichts kann.“ Hätte Freiberg gespielt – und gewonnen – wären die Kornwestheimer vor der abschließenden Begegnung gegen den Tabellen-13. Großbottwar alle Sorgen los gewesen. „Aber auch so ist es ein überschaubares Risiko, weil wir maximal auf den Relegationsplatz fallen können“, so Biedermann.

SVK 2
Schneider – Christ, Schulze, M. Wolf, Collura, Stein, Frenken (77. Csima), Üven (56. Porubek), Siemens (61. Balci), Mäule (82. Wingert), Pizzarelli