Fußball„Sensationsspielzug“ leitet den Sieg ein

Marius Venturini, vom 07.08.2017 08:00 Uhr
Baba Mbodji (rechts) und sein SVK sind eine Runde weiter. Foto: Peter Mann
Baba Mbodji (rechts) und sein SVK sind eine Runde weiter.Foto: Peter Mann

Kornwestheim - Der SV Kornwestheim hat einen Pflichtspielauftakt nach Maß hingelegt. Das Team von Trainer Sascha Becker besiegte in der ersten Runde des WFV-Pokals den Landesliga-Konkurrenten SV Schluchtern deutlich mit 5:1 (2:1) – ein Erfolg, der beim Coach ’runterging wie Öl. „Im Vorfeld der Saison hieß es ja oft, dass der SVK Abstiegskandidat Nummer 1 sei und dass man von den vielen jungen Spielern überhaupt niemanden kenne“, so Becker. Da gebe der Sieg gegen Schluchtern Selbstvertrauen. „Und vielleicht wirkt er ja auch ein bisschen auf unsere Gegner.“ Allerdings will Becker den Einzug in die zweite Runde – dort wartet nun der SV Wachbach – noch nicht als wirkliche Standortbestimmung verstanden wissen, denn dazu fehlten sowohl beim SV Kornwestheim als auch bei Schluchtern zu viele etablierte Kräfte.

Dennoch freute sich der Coach. Und in der Erstrundenpartie durfte er gleich nach 120 Sekunden erstmals jubeln. Vom Anspiel weg kombinierte sich der SVK in Richtung Schluchterner Tor. Über Aleksandar Adzic und Tolunay Aydin gelangte der Ball zu Lars Greinert, der einen Flachpass über 35 Meter zu Stefano Nicolazzo spielte. Dieser leitete das Spielgerät mit der Fußspitze auf die rechte Außenbahn zu Alessandro Di Perna weiter, der nach innen zu Nico Schürmann passte. Dieser hatte keine Mühe mehr, das 1:0 zu erzielen. „Ein Sensationsspielzug“, schwärmte Sascha Becker im Nachgang.

In der Folge hatte der SVK, bei dem unter anderem Marco Reichert, Pirmin Löffler und Dominik Janzer nicht mit an Bord waren, viel Ballbesitz. Und hatte der Gegner mal das Spielgerät, übten die Kornwestheimer großen Druck auf ihre Kontrahenten aus. In der 15. Minute hätten die Gastgeber durch Schürmann erhöhen müssen, doch der Schuss des jungen Stürmers aus 16 Metern strich am langen Eck vorbei.

Aus dem Nichts fiel dann der Ausgleich. Auf simpelste Art und Weise ließ Schluchterns Sadik Yilmaz drei Kornwestheimer stehen und schoss zum 1:1 ein (26.). „Da waren wir nicht gut gestaffelt, sowas darf uns nicht passieren“, ärgerte sich Sascha Becker, „das war eigentlich nicht mal eine richtige Chance.“ Doch sein SVK ließ sich nicht beirren, spielte weiter wie gehabt und belohnte sich. Erst verfehlte Baba Mbodji mit einem Schuss aus 16 Metern das Ziel noch knapp (33.). Nico Schürmann machte es in der 35. Minute besser, als er nach einem Freistoß von Timo Plitzner bedient wurde und zum 2:1 traf. Drei abgewehrte Schluchterner Ecken kurz vor der Pause bestätigten Becker zudem in seiner Erkenntnis, dass seine Mannschaft beim Verteidigen von Standardsituationen offenbar einen recht passablen Weg gefunden hat.

Auch in Halbzeit 2 ließ der SVK den Gegner nicht zur Entfaltung kommen und ruhte sich nicht auf der 2:1-Führung aus. Im Gegenteil: Baba Mbodji erhöhte nach einer Nicolazzo-Ecke per Kopf auf 3:1 (51.). Und nur drei Minuten später leitete ein Kornwestheimer Ballgewinn in der eigenen Hälfte das 4:1 ein. Es folgte, wie oft von Becker gefordert, der schnelle Pass in die Schnittstelle der gegnerischen Abwehr. Dort nahm Nico Schürmann das Leder auf und vollstreckte gekonnt. Es war sein dritter Treffer in der Partie (54.).

Im Anschluss hielt Kornwestheim den Ball in den eigenen Reihen und ließ keine nennenswerten Schluchterner Aktionen zu, sodass der Gegner mit der Zeit merklich resignierte. In der 76. Minute folgte dann der letzte Höhepunkt der Partie: Alessandro Di Perna, der nach Nico Schürmanns Auswechslung ins Sturmzentrum gerückt war, schloss eine gute Kombination zum 5:1-Endstand ab. Ein Verzweiflungsschuss der Gäste, der über die Querlatte des SVK-Tores in die zweite Etage ging, war die letzte Aktion des Spiels.

„Es war gut, richtig gut sogar“, fasste Becker zusammen. Und trotz des Fehlens einiger Akteure konnte man beim SVK schon einige Neuerungen in Sachen Positionen ausmachen. So agierte Aleksandar Adzic als Innenverteidiger. In der vergangenen Bezirksliga-Spielzeit war sein Platz noch auf der defensiven Außenbahn gewesen. „Ich sehe ihn klar im Zentrum, mit seiner ganzen Erfahrung“, so Becker. Als Außenverteidiger liefen Neuzugang Zdenek Polizoakis und Timo Plitzner auf. Letzterer war unter Beckers Vorgänger Markus Fendyk eigentlich ausschließlich im Mittelfeld zum Einsatz gekommen.

Zwar hatte Becker auch kleinere Fehler ausgemacht. „Aber das waren Details, auf die ich sehr stark achte, weil sie spielentscheidend sein können.“ Wenn ein Spieler bei einer Ecke zum Beispiel einen Meter zu weit vom Pfosten entfernt stehe. Ansonsten war der Coach rundum zufrieden.

Der SVK trifft in der zweiten Pokalrunde am Samstag, 12. August, um 15.30 Uhr auswärts auf den SV Wachbach. Das Team aus der Bezirksliga Hohenlohe hat in Runde 1 den Landesligisten TSV Heimerdingen ausgeschaltet, ebenfalls einen direkten Konkurrenten des Becker-Teams. Durch das Weiterkommen der Kornwestheimer fällt deren für Sonntag, 13. August, um 11 Uhr geplantes Testspiel beim SV Vaihingen aus. „Ich habe dem dortigen Trainer schon einige Kontaktdaten von Teams weitergeleitet, die ’rausgeflogen sind“, sagt Becker.