Fußball SVK erkämpft sich mit viel Moral einen Punkt

Marius Venturini, vom 07.05.2018 09:00 Uhr
Vorbereiter vom Dienst: SVKler Stefano Nicolazzo (rechts). Foto: Archiv/Horst Dömötör
Vorbereiter vom Dienst: SVKler Stefano Nicolazzo (rechts). Foto: Archiv/Horst Dömötör

Kornwestheim - Sascha Becker haderte. In der 20. Minute des Landesliga-Spiels seines SVK beim Tabellendritten Spvgg Gröningen-Satteldorf traute der Trainer seinen Augen kaum. Der Grund: Leon Kraguljac ließ die hundertprozentige Chance zum 2:0 liegen. Kapitän Marco Reichert hatte den Ball von außen auf den Elfmeterpunkt gespielt. Doch Kraguljac – nach der Saison wechselt er zu 07 Ludwigsburg – traf unglaublicherweise das Tor nicht. Bereits zuvor hatte Baba Mbodji die Kornwestheimer nach einer Ecke von Stefano Nicolazzo per Kopf in Führung gebracht (16.). „Wenn Leon den macht, ist der Gegner erst mal tot“, klagte Sascha Becker.

So durften die Gastgeber gegen den Vorletzten quicklebendig weitermachen. Auch, weil der SVK großzügige Einladungen zum Toreschießen verteilte. Zum Beispiel bei Martin Kreiselmeyers 1:1 in der 26. Minute: Nach einem Freistoß an der rechten Kornwestheimer Strafraumkante ließ Timo Plitzner seinem Gegenspieler zu viel Raum. Dieser konnte sich drehen und nach innen flanken, wo SVK-Keeper Louis Wolf bei Kreiselmeyers Kopfball-Bogenlampe auch keine besonders gute Figur machte. Der SVK wirkte geschockt, die Spvgg machte das Spiel und auch den nächsten Treffer. Einen Konter nach eigener Ecke verteidigte Kornwestheim erst gut – dann gelangte der Ball allerdings in 16 Meter Torentfernung zu Michael Beyer, der mit einem abgefälschten Schuss zum 1:2-Halbzeitstand aus SVK-Sicht traf (45.).

Und für das Becker-Team, das lediglich zwei (defensive) Ersatzleute auf der Bank sitzen hatte, kam es in Hälfte 2 zunächst noch schlimmer: Erst wurde Reichert in aussichtsreicher Position geblockt, dann erzielte Satteldorfs Tobias Becker nach einem krassen Fehlpass von SVK-Innenverteidiger Mike Wolf das 1:3 (57.).

Doch wer die Kornwestheimer jetzt abgeschrieben hatte, lag falsch. Sascha Becker stellte um auf eine Dreier-Abwehrkette. Bereits in der Pause hatte er mit der Einwechslung von Carsten Schulze die Devise ausgegeben: „Rennt ums Verrecken!“ Und seine Schützlinge rannten. Von der 80. Minute an, als der nominelle Verteidiger Aleksandar Adzic – auch er geht zurück zu 07 – als Sturmspitze in die Partie kam, gab’s kein Halten mehr. Einen gut ausgespielten Gegenangriff leitete Reichert zu Dominik Janzer weiter, der aus 15 Metern von halblinks ins rechte untere Eck traf (86.). Und nur eine Minute später gelang dem kampfstarken Carsten Schulze das 3:3. Nach einem Nicolazzo-Freistoß, den Mittelstürmer Adzic maßgenau per Kopf verlängerte, schoss er den Ball mit links in den rechten Winkel. „Hut ab, das schafft er wahrscheinlich nie wieder so“, lobte Sascha Becker.

Negatives dann in der Nachspielzeit. Nach einem überharten Einsteigen im Mittelfeld sah Timo Plitzner die Rote Karte. Er hatte sich bei einer Grätsche verschätzt und statt des Balles seinen Gegenspieler getroffen. „Jetzt fehlt uns noch ein Spieler mehr“, zeigte sich Becker not amused.

Die Moral, die seine Elf in der Schlussphase gezeigt hatte, „gibt uns Energie für die nächsten Wochen“. Als Nächstes steht das Derby gegen 07 Ludwigsburg auf dem Spielplan. Anpfiff: Sonntag, 13. Mai, 15 Uhr. SV Kornwestheim
L. Wolf – Calaciura, M. Wolf, Waida, Polizoakis, Mbodji (80. Adzic), Plitzner, Reichert, Kraguljac (46. Schulze), S. Nicolazzo, Janzer.