Fußball TSC hat mal wieder einen neuen Trainer

Marius Venturini, vom 11.09.2018 09:00 Uhr
Neu mit dabei  beim TSC Kornwestheim: Erkan Kilic Foto: Archiv/Andreas Gorr
Neu mit dabei beim TSC Kornwestheim: Erkan Kilic Foto: Archiv/Andreas Gorr

Kornwestheim - Die Ära Tarkan Bucak hat beim Türkischen SC nicht eben lange gedauert. Ziemlich genau zehn Wochen war der Trainer bei den Kornwestheimern tätig, seit Beginn der aktuellen Spielzeit. Seit Samstag, kurz vor der Partie gegen den TSV Malmsheim (1:1), ist Bucak nun sein Amt los. Ihn beerbt mit sofortiger Wirkung Erkan Kilic, zuletzt unter anderem beim TSV Eltingen 2, bei der Spvgg Renningen und beim TSV Korntal. Er stellte sich seinem neuen Team in der Halbzeitpause des Malmsheim-Spiels vor.

„Das war alles ein großes Missverständnis“, begründet der 42-jährige Bucak die Trennung – und präzisiert: „Mir wurde versichert, dass sich der Vorstand nicht in sportliche Entscheidungen einmischt.“ Das sei, so Bucak, allerdings sehr wohl passiert. Streitpunkt war vor allem die Suspendierung einiger Akteure. „Ich wollte Spieler aus disziplinarischen Gründen aus dem Kader streichen, aber der Vorstand hat darauf bestanden, dass sie auflaufen sollen“, so Bucak, der um seine Autorität gefürchtet habe. Um welche Spieler es dabei genau ging, will er nicht preisgeben. „Die letzten zehn Wochen waren wie zehn Jahre für mich“, sagt der Zurückgetretene, „ich bin froh, dass es jetzt vorbei ist.“ Mit ihm werden auch einige Spieler den Verein verlassen.

Für den TSC nimmt der zweite Vorsitzende Hakan Ayan Stellung zu den Geschehnissen: „Man muss das Gesamtbild betrachten“, sagt er. Es habe keine Gleichberechtigung gegeben. Einige Spieler seien von Bucak temporär gestrichen worden – von ihm dann aber trotzdem aufgestellt worden, mit der Begründung, er habe zu wenig Personal. „So gab es gleich von Anfang an eine Grüppchenbildung“, so Ayan, „und das war extrem schwierig.“

Also habe der Vorstand eingreifen müssen. Außerdem sei es bei den Vereinsverantwortlichen nicht gut angekommen, dass sich der Coach aufgrund der Suspendierungen willkürlich aus der zweiten Mannschaft bedient habe. „Dort mussten dann altgediente Vereinsmitglieder aushelfen, die zwischen 40 und 50 Jahre alt sind“, so Ayan. Dennoch: Mit Bucak will er in Kontakt bleiben. „Ich habe einen coolen, tollen Menschen mit viel Erfahrung kennen gelernt.“

Rechnet man Übergangscoach Yasin Sengül ein, war Tarkan Bucak nach der Saison 2016/2017 schon der vierte TSC-Übungsleiter. Damals stellte Aufstiegstrainer Tarik Karakolcu sein Amt aus privaten Gründen zur Verfügung. Und auch wenn jeder neue Trainer jeweils mit großen Ambitionen antrat – auf Dauer funktioniert hat es zuletzt nicht.

Bucak indes zieht es nach Waiblingen in seine Fußballschule zurück.. „Außerdem habe ich ein Angebot von einem renommierten deutschen Verein“, sagt er.