Fußball Unnötige Niederlage im Nachholspiel

Marius Venturini, vom 20.04.2018 09:00 Uhr
Der SVK um Kapitän Marco Reichert bleibt zu oft am Gegner hängen. Foto: Horst Dömötör
Der SVK um Kapitän Marco Reichert bleibt zu oft am Gegner hängen. Foto: Horst Dömötör

Fußball - Mann, mach den Scheiß aus!“ SVK-Spieler und -Betreuer machten keinen Hehl aus ihrem Unmut über das Gebaren der Pfedelbacher Vereins-Entourage. Es kommt auch nicht oft vor, dass um Tore einer Gäste-Elf mehr Aufhebens gemacht wird als um Treffer des Heimteams. Dementsprechend befremdlich mutete die Situation an: Die Gäste hatten eine große Soundanlage aufgestellt und feierten sich bei Einmarsch und Toren, als wären sie auf dem Kunstrasen an der Bogenstraße zuhause. Diese Provokation – und als solche mussten es die Kornwestheier verstehen – stieß nicht auf Gegenliebe.

„Ich will eigentlich gar nichts sagen“, gab ein zerknirschter SVK-Coach Sascha Becker nach der 1:2 (1:1)-Pleite zu Protokoll, „außer, dass es wirklich bitter ist, so ein Spiel zu verlieren.“ Seine Elf, momentan Vorletzter, doch zuletzt mit zwei Siegen auf dem Konto, bestimmte die Partie. In der zweiten Minute zögerte Stefano Nicolazzo in aussichtsreicher Position zu lange, eine Viertelstunde später rauschte ein gefährlicher Freistoß von Dominik Janzer knapp am Pfedelbacher Tor vorbei. Die größte Gelegenheit bot sich in der 19. Minute, als Pirmin Löffler nach einer Nicolazzo-Ecke an die Latte köpfte. Von den Gästen kam bis zur 28. Minute, als SVK-Innenverteidiger Mike Wolf in höchster Not gegen Pfedelbachs Andreas Cebulla rettete, gar nichts.

Folgerichtig ging Kornwestheim schließlich auch in Führung. Ein starkes Zuspiel von Timo Plitzner über die Abwehr versenkte Löffler zum 1:0 (34.). Nun aber schien der Gegner aufzuwachen. Einen Freistoß von Markus Schilling faustete SVK-Keeper Louis Wolf aus der Gefahrenzone (36.), zwei Minuten später musste er bei einem Schuss von Marco Rehklau nach einem Fehler von Mike Wolf all sein Können aufbieten. Ein Lapsus in der Abstimmung der Kornwestheimer Hintermannschaft führte dann aber doch zum 1:1 durch Julian Krämer unmittelbar vor dem Pausenpfiff – ein aus SVK-Sicht völlig unnötiger Gegentreffer.

Zu Beginn der zweiten Hälfte war fast ausschließlich der SVK in Ballbesitz. In dieser Phase verpasste Janzer mit einem Schuss am langen Eck vorbei knapp die erneute Kornwestheimer Führung (54.). Pfedelbach beschränkte sich auf Konterversuche – und hatte durch Michael Blondowski eine hundertprozentige Chance. Allerdings schoss der TSV-Offensivmann frei vor dem Tor mehrere Meter drüber (55.). Dann trafen die Gäste doch. Einen langen Freistoß von rechts ließ Julian Krämer zum 1:2 über seinen Scheitel rutschen (61.).

Erboste Protestschreie von der SVK-Bank dann in der 68. Minute: Schiedsrichter John Bender verweigerte den Kornwestheimern nach einem vermeintlichen Foul an Baba Mbodji den Elfmeterpfiff. So mussten es die Hausherren weiter aus dem Spiel heraus versuchen. Löffler trat nach starker Einzelleistung am Ball vorbei (72.), der ebenfalls glücklose Janzer zielte erneut nicht genau genug (74.). Bei der letzten Gelegenheit drosch Timo Plitzner den Ball aus guter Position volley in die Wolken (87.). Dann war Schluss.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Sascha Becker bereits analysiert: „Wir haben die gesamte Saison über den Fehler gemacht, dass wir versuchen, Fußball zu spielen.“ SV Kornwestheim
L. Wolf – Kraguljac (77. Vejselovic), Greinert, M. Wolf, Polizoakis, Mbodji, Plitzner, Löffler, Reichert, S. Nicolazzo, Janzer