Fußball Wiedergutmachung im Liga-Finale

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Während Kapitän Yasin Sengül noch mit der Sektflasche kämpft, übt sich der restliche Nordhangexpress schon im Meisterjubel. Foto: z

Kornwestheim - Daniel Mittnacht ist stolz auf sein Team. Der 39-Jährige trainiert die Freizeitfußballer des Nordhangexpress. Die Skizunft-Kicker haben jüngst eine bärenstarke Saison mit dem Meistertitel des Württembergischen Fußballverbandes (WFV) gekrönt. „Das war eine große Mannschaftsleistung“, sagt der gebürtige Südbadener Mittnacht, der seine erste komplette Saison als NHE-Coach gleich mit dem Wimpelgewinn abgeschlossen hat.

Das war nicht selbstverständlich. Denn zwei Wochen vor dem 6:3-Finalsieg gegen die Eisenfüße Wernau hatten die Kornwestheimer das Pokalfinale der Freizeitkicker verloren. 3:6 hieß es am Ende gegen die Herzbuben Wendlingen. „Da hatte ich ziemlich schnell das Gefühl, dass wir das Spiel nicht gewinnen würden“, sagt Mittnacht, dessen Mannen zuvor sowohl ihre zehn Spiele in der Liga als auch sämtliche Begegnungen im Pokal und in den Meisterschafts-Playoffs gewonnen hatten.

Wendlingen verteidigte also den Titel des Pokalsiegers, obwohl der Nordhangexpress nach einem Tor von Angriffs-Routinier Gökmen Sengül zeitweise sogar mit 2:1 führte. Am Ende reichte es aber nicht. „Natürlich waren wir erst enttäuscht“, betont Mittnacht, „aber keiner hat geschmollt. Daran merkt man, dass hier richtig was zusammengewachsen ist.“

Freizeitfußball hat bei der Skizunft bereits jahrelang Bestand. Der Nordhangexpress spielt seit jeher in der WFV-Liga vorne mit. „Wir trainieren einmal die Woche, regelmäßig mit 16 bis 18 Spielern. Davon träumen viele Kreisligisten“, sagt Daniel Mittnacht. Sein Team setzt sich aus vielen einst aktiven Fußballern zusammen, die zum Teil noch in den unteren Amateur-Ligen mithalten könnten, aber kürzertreten wollen. „Den meisten muss man von Fußball nichts mehr erzählen“, so Mittnacht.

So setzte der Trainer denn auch auf die Motivation seiner Truppe, das verlorene Pokalfinale im Endspiel um die WFV-Meisterschaft wieder gutmachen zu wollen. Mittnacht: „Zum Glück mussten wir nur kurz auf diese Gelegenheit warten.“ Und sein Team nutzte die Chance auf dem heimischen Kunstrasen am ESG-Gelände, spielte von Beginn an zielstrebig nach vorn und lag nach Toren von Sebastian Thomas (15., 31.) und Hichem Riabi (23.) bereits früh klar mit 3:0.

Nach der Pause war spätestens nach Marko Beskers Elfmeter-Tor die Vorentscheidung gefallen – auch wenn die Gäste ihrerseits per Strafstoß auf 4:1 verkürzten. In der 76. Minute traf Kornwestheims Kim Weiß erst den Pfosten und versenkte den Abpraller volley zum 5:1. Zwar gelang den Gästen fast im Gegenzug das 5:2 und später sogar das 5:3 (87.). Doch bevor die Partie am Ende doch noch an Dramatik zunehmen konnte, sorgte NHE-Spielmacher Chris Chamalidis mit dem 6:3 für den Endstand.

Jetzt ist Pause für den Nordhangexpress. Im Winter stehen einige Hallenturniere an, bevor – wahrscheinlich Anfang März – die Saison wieder startet. „Wir trainieren aber erstmal weiter“, so Mittnacht.

 
 

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