FußballZu viele Stationen, zu wenig Tore: SVK ist raus

Werner Waldner, vom 13.08.2017 00:00 Uhr
Tolunay Aydin (in Blau): mit guten Chancen, aber ohne Tore. Foto: Archiv/Horst Dömötör
Tolunay Aydin (in Blau): mit guten Chancen, aber ohne Tore.Foto: Archiv/Horst Dömötör

Kornwestheim - Das war kein Ruhmesblatt für die Fußballer aus dem Kreis Ludwigsburg: Löchgau raus aus dem WFV-Pokal, Neckarrems raus, Pflugfelden und 07 Ludwigsburg ebenso, und auch Kornwestheim hat am Samstag in der zweiten Runde die Segel streichen müssen. Beim Bezirksligisten SV Wachbach unterlag der Landesligist mit 2:4 nach Elfmeterschießen. 1:1 hatte es nach 90 und nach 120 Minuten gestanden.

Das ganze Dorf auf den Beinen, ein Heidenlärm am Seitenrand, ein etwas unebenes Spielfeld – das ist Pokal auf unterer Ebene. Und wenn dann auch noch der „Underdog“ gewinnt, haben die Binsenweisheiten rund um die Pokalspiele wohl doch ihre Gültigkeit – sehr zum Leidwesen von SVK-Trainer Sascha Becker, nach dessen Ansicht für die Kornwestheimer im Sportpark im Erpfental in Bad Mergentheim – Wachbach ist ein Ortsteil der Kurstadt – mehr drin gewesen wäre. Sie bestimmten das Geschehen auf dem Rasen, machten trotz einer Reihe von Chancen nicht die Tore. Die ersten großen Chancen vergaben Tolunay Aydin und Baba Mbodji nach gut einer halben Stunde. Das erste Tor machten allerdings die Gastgeber. Die Kornwestheimer hatten die Situation nach einem Freistoß zunächst geklärt, dann aber bugsierte Felix Gutsche aus dem Gewusel heraus den Ball doch über die Linie. Was Sascha Becker anschließend gefallen hat: Der SVK drängte sofort danach mit aller Macht auf den Ausgleich. Was ihm weniger gefiel: Es kam einem wilden Anrennen gleich. „Wie die Wahnsinnigen“, sagte er, sei seine Mannschaft auf das Tor des Gegners zugerannt. Da sei manches unüberlegt gewesen, Konterchancen für Wachbach waren die Folge.

Auch in der zweiten Halbzeit erspielten sich die Kornwestheimer viele Chancen. Baba Mbodju und Timo Plitzner setzten den Ball aber knapp neben das Gehäuse. Besser machte es Nico Schürmann in der 71. Minute. Nach Zuspiel von Lars Greinert versetzte er die gegnerische Abwehr und schob den Ball in die Maschen.

Und der SV Kornwestheim blieb am Drücker, erspielte sich weitere Chancen. „Wir sind gerannt wie die Hasen“, berichtet Sascha Becker. Allerdings wollte der Ball einfach nicht ins Tor. Ein Treffer gelang den Kornwestheimern auch nicht in der 30-minütigen Nachspielzeit, obwohl sich die Mannschaft weitere Chancen erspielte. So setzten Gianluca Calaciura in der 115. Minute den Ball nur um wenige Zentimeter neben das Tor.

Und so musste das Elfmeterschießen entscheiden – und dabei waren die Gastgeber nun wirklich die Stärkeren. Aleksandar Adzic vergab mit einem gut geschossenen Elfer, den Jannik Hadamek im Tor der Wachbacher großartig parierte, als Erster. Tolunay Aydin setzte den Ball an die Latte. Weil auch aber zwei Schützen der Gastgeber den Ball nicht im Tor unterbrachten, war noch alles offen. Als auch Nico Schürmann vergab, Philipp Kaufmann aber für Wachbach traf, nahm das Unheil seinen Lauf. Der Treffer von Lars Greinert vermochte an der Niederlage des Klassenhöheren nichts mehr ändern: Der SVK schied in der zweiten Runde aus dem WFV-Pokal aus.

Was Einstellung, Kampf- und Laufbereitschaft betrifft, war SVK-Coach Sascha Becker war mit seinem Team zufrieden. Er hätte sich allerdings ein bisschen mehr Mut und Selbstvertrauen gewünscht, hätte gerne gesehen, wenn direkter und nicht über zwei, drei Stationen gespielt worden wäre. Als Generalprobe für die in der kommenden Woche beginnende Saison mag er das Spiel aber nicht werten. Dazu hätten zu viele Spieler gefehlt. Die Ersatzbank war so mager besetzt, dass Innenverteidiger Carsten Schulze am Ende gar als Linksaußen fungieren musste.

Weil 08 Bissingen und SGV Freiberg bereits am Mittwoch die dritte Runde im WFV-Pokal erreicht haben, ist der Landkreis Ludwigsburg immerhin mit zwei Mannschaften noch im WFV-Pokal vertreten.