Handball Der Aufsteiger empfängt den Absteiger

Von
Den nächsten Erfolg im Blick? Foto: Archiv/Horst Dömötör

Kornwestheim - Der SV Kornwestheim hat in dieser Saison in der 3. Liga schon einmal drei Niederlagen in Folge kassiert. In der Vorrunde verlor das Team von Trainer Alexander Schurr im November gegen Fürstenfeldbruck, Pfullingen und Balingen-Weilstetten 2. „Auch das haben wir wieder hinbekommen. Und auch jetzt werden wir es wieder gerade biegen“, sagt der SVK-Coach im Brustton der Überzeugung.

Zumal sein Team zuletzt nicht schlecht spielte, gegen die Kellerkinder TuS Dansenberg (27:28) und TV Hochdorf (29:30) fehlte aber jeweils ein Tor zum Punktgewinn. Es habe aber nicht daran gelegen, dass sich die Mannschaft – immerhin noch Tabellenzweiter – überschätzt habe, oder gar arrogant aufgetreten sei. „Aber bei einem Tor Unterschied kann man im Handball halt auch was holen“, meint Schurr. Dementsprechend war die Unzufriedenheit im Training in den Wochen danach ob der liegengelassenen Punkte groß. Schurr betont aber auch: „Die Stimmung ist gut, wir haben uns auf den kommenden Gegner eingeschworen.“ An diesem Samstag, 10. März, gastiert um 20 Uhr der TV 1893 Neuhausen in der Osthalle. Das Hinspiel hat der SVK mit 30:23 klar gewonnen. Für Neuhausen war das längst nicht die einzige Niederlage in der laufenden Saison. 13 weitere haben „die Blauen“ inzwischen angehäuft, gerade einmal ein Punkt trennt sie von den Abstiegsrängen.

Als Absteiger aus der 2. Liga war die Mannschaft aus dem Stadtteil von Metzingen zu Saisonbeginn angetreten, hatte eigentlich den direkten Wiederaufsteig angepeilt. „Und so wurde das Team auch zusammengestellt“, sagt Schurr. „Die Qualität der einzelnen Spieler ist unbestritten.“ Der Kader ist in der Breite stark. Schurr hebt die beiden Linkshänder Quentin Abadie und Mario Laurenco (beide mit vier Toren im Hinspiel) hervor. Auch auf den Esten Karl Toom (Rückraum links) gilt es, Acht zu geben. Jan Reusch hält als Mittelspieler die Fäden in der Hand (Schurr: „Er ist ein guter Strippenzieher“). Die beiden Routiniers Daniel Reusch und Ferdinand Michalik haben bereits Bundesliga gespielt. Der SVK ist gewarnt – trotz des Auswärtssieges.

Dass der TV 1893 Neuhausen/Erms von seinem Ziel so meilenweit entfernt ist und den eigenen Erwartungen hinterherhinkt, liege an der fehlenden Kontinuität, sagt Alexander Schurr. „Auch wenn es schwer zu beantworten ist, warum die unten drin stehen“, wagt er eine Fernprognose: „Durch die vielen Trainerwechsel kommt einfach keine Ruhe rein.“ Mit Anel Mahmutefendic war Neuhausen in die Saison gestartet, anschließend saßen noch Markus Bühner und zuletzt Sinisa Mitranic auf der Bank. Letzterer hat Ende Januar hingeschmissen. Seitdem fungiert Ferdinand Michalik als Spielertrainer, unterstützt von Daniel Reusch als Co-Trainer.

Trotzdem: Unterschätzen wollen die SVKler Neuhausen am Samstagabend in eigener Halle, trotz Chaos beim Gegner an der Seitenlinie, nicht. Deshalb sagt Alexander Schurr auch: „Wir werden einen Teufel tun und das Spiel locker angehen. Es ist immer noch das Duell eines Aufsteigers gegen einen Absteiger.“ Und eigentlich sollten da die Rollen klar verteilt sein.

Artikel bewerten
0
loading
 
 

Sonderthemen