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Handball Der SVK ballert sich den Frust von der Seele

Michael Bosch, vom 12.03.2018 10:49 Uhr
Häufig nicht zu halten:  Wie hier gegen Marco Kolotuschkin hatten die Neuhausener um Daniel Reusch (links) und Quentin Abadie  (Mitte) zumeist das Nachsehen. Foto: Ralf Porkert
Häufig nicht zu halten: Wie hier gegen Marco Kolotuschkin hatten die Neuhausener um Daniel Reusch (links) und Quentin Abadie (Mitte) zumeist das Nachsehen. Foto: Ralf Porkert

Kornwestheim - Dass sie mangelnde Einstellung an den Tag gelegt hatten, oder gar der Wille zu siegen gefehlt hatte, das konnte Alexander Schurr, Trainer der Drittliga-Handballer des SV Kornwestheim, seinem Team nicht vorwerfen. Auch nicht nach den beiden knappen Niederlagen zuletzt. Vielmehr wurmte es Schurr, dass sich seine Mannschaft eventuell den Vorwurf gefallen lassen musste, durch die Niederlagen gegen die Kellerkinder TuS Dansenberg und TV Hochdorf den Wettbewerb zu verzerren, da der Aufstieg für den SVK kein Thema mehr ist. „Man kann sich schon ausmalen, dass der ein oder andere sagt: Warum verlieren die auf einmal gegen die ganzen schlechten Gegner“, hatte Schurr gesagt. „Solche Vorwürfe entkräftet man am besten mit Siegen.“ Und seine Mannschaft nahm den Trainer beim 40:23 (20:12) gegen den TV Neuhausen beim Wort.

„Das war sehr eindrucksvoll“, resümierte Schurr, der sein Team taktisch hervorragend auf den Gegner eingestellt hatte. „Aber wir müssen auch ein bisschen demütig sein. Wenn ein Spiel so ausgeht, dann bedeutet das immer, dass einer Mannschaft alles gelingt, und auf der anderen Seite nicht allzu viel.“

Die Kornwestheimer gingen durch Dominik Schaffert (8.) beim 5:4 erstmals in Führung. Und gaben diese anschließend nicht wieder aus der Hand. Der SVK nutzte eine Überzahlsituation aus – Mario Laurenco hatte eine Zweiminuten-Strafe kassiert –, um sich weiter abzusetzen. Die Gäste hatten in dieser Phase auch etwas Pech im Abschluss, sie hatten dem Schurr-Team insgesamt aber wenig entgegenzusetzen. Der SVK agierte besonders im Angriff sehr variabel, auch wenn Schurr den „Schlüssel eher in der guten Kombination aus Torhüterspiel und Verteidigung“ sah. Immer wieder eroberte seine Mannschaft Bälle, oder Torhüter Felix Beutel parierte. Das nutzte der SVK zu Tempogegenstößen.

Kreisläufer Julius Emrich ist nicht zu stoppen

Überragender Akteur in der ersten Halbzeit war Julius Emrich, der immer wieder von seinen Mitspielern schön in Szene gesetzt wurde. Hatte der Kreisläufer erst einmal den Ball in der Hand, resultierte daraus immer ein Tor oder ein Siebenmeter. „Ich hatte das Gefühl, ich muss ein bisschen was gutmachen“, sagte Emrich, der bei der Niederlage in Dansenberg (27:28) 48 Sekunden vor Schluss eine Zweiminuten-Strafe kassiert hatte. In Unterzahl hatte der SVK den spielentscheidenden Gegentreffer kassiert. „Julius hat gezeigt, was er kann, wenn er mit Bällen gefüttert wird“, lobte SVK-Coach Schurr.

Ein sehenswerter Angriff über vier Stationen vollendet Emrich zum 15:9 (22.). Peter Jungwirth war eigentlich schon durchgebrochen und hätte abschließen können, hatte aber das Auge für seinen noch besser postierten Mitspieler. Auch Christian Wahl bediente den bulligen Kreisläufer mit einem schönen No-Look-Pass zum 19:10 (28.), es war die höchste Führung im ersten Durchgang. In die Kabine ging es beim Stande von 20:12.

Nach dem Seitenwechsel wuchs der Vorsprung schnell auf zehn Tore und mehr an. Fabian Kugel erhöhte von links außen auf 22:12 (34.), Marco Kolotuschkin war bei einem Abpraller wacher als der Gegner und erzielte das 24:13 (36.). Alexander Schurr konnte es sich nach der Pause erlauben, seine Leistungsträger lange auf der Bank zu lassen. Julius Emrich erzielte alle seine sieben Tore in der ersten Halbzeit, auch Christian Wahl saß lange auf der Bank. Aber einen Bruch im Spiel gab es nicht. „Axel Steffens hat in der letzten Viertelstunde sehr gut gespielt. Das was Tim Scholz abgeliefert hat, hatte alles Hand und Fuß“, so Schurr. Auch Kolotuschkin und Jakob Jungwirth bekamen ein Lob. „Das wir in dieser Konstellation noch mal 20 Tore gemacht haben, Hut ab!“ 13 Minuten vor Schluss nahm Schurr noch mal eine Auszeit. Er war mit dem Auftritt seines Teams doch nicht ganz zufrieden. „Ich habe den Jungs gesagt: Wenn wir jetzt so ein Spektakel geboten haben, dann spielen wir auch ordentlich zu Ende und eiern hier nicht rum.“ Haben sie hinterher nicht mehr. SVK
Beutel, Schneider (ab. 51.) – Kolotuschkin (4), Wahl (1), Schaffert (1), Kugel (2), Tinti (4), Schoeneck (2), Steffens (3), P. Jungwirth (8/5 Siebenmeter), J. Jungwirth (1), Scholz (5), Emrich (7), Flügel (2)

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