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Handball Ein kleiner Rückschlag, aber kein Beinbruch

Michael Bosch, vom 22.01.2018 10:22 Uhr
Überraschend wieder dabei: Rückraumspieler Jakob Jungwirth (am Ball) feierte beim Auswärtsspiel in Horkheim seine Rückkehr – früher als geplant. Foto: Ralf Porkert
Überraschend wieder dabei: Rückraumspieler Jakob Jungwirth (am Ball) feierte beim Auswärtsspiel in Horkheim seine Rückkehr – früher als geplant. Foto: Ralf Porkert

Kornwestheim - Alexander Schurr zog nach der deutlichen 24:34-Niederlage seines Teams am Samstagabend gegen die TSB Heilbronn-Horkheim einen Vergleich, der eingefleischten Handball-Fans nicht sonderlich schmecken dürfte. „Ich denke in unserer Situation ein bisschen an die TSG Hoffenheim.“ Der Fußball-Bundesligist war nach seinem Aufstieg ins Oberhaus direkt Herbstmeister geworden, und anschließend ein wenig aus dem Tritt geraten und im Klassement abgestürzt.

Noch ist das bei Tabellenführer SV Kornwestheim in der 3. Handball-Liga nicht der Fall. Aber die Partie bei den Horkheimern könnte ein Vorgeschmack darauf sein, was dem SVK noch blühen könnte. Schurr bleibt indes gelassen: „Solche Rückschläge wird es noch öfter geben. Es ist jetzt ein Prozess und wir müssen zeigen, dass wir damit zurecht kommen können.“ Zumal der Gegner nicht irgendwer war.

Im Angriff hapert es gewaltig

Schurr zählt das Team von Trainerkollege Jochen Zürn zu den Meisterschaftskandidaten. Dass sein Team von Anfang an einem Rückstand hinterherlaufen musste – nur beim 1:1 nach etwas mehr als drei Minuten und beim 2:2 (7.) waren die Gäste gleichauf – kam deshalb reichlich ungelegen. So richtig in Fahrt kam der SVK eigentlich zu keinem Zeitpunkt. Zur Halbzeit betrug der Rückstand bereits sechs Tore (10:16). Vor allem im Angriff haperte es ganz gewaltig. Kapitän Christopher Tinti war mit sieben Treffern bester Werfer beim Schurr-Team, Rechtsaußen Peter Jungwirth steuerte sechs Tore bei. Aber so richtig überzeugen konnten auch sie nicht. „Eigentlich hat bei meinem Team keiner ein gutes Spiel gemacht“, meinte Schurr. Ein kleiner Lichtblick war der lange verletzte Jakob Jungwirth, der kurzfristig in den Kader rutschte, weil Axel Steffens mit einer Grippe passen musste. „Wir nehmen Jakob in der Abwehr noch raus. Damit tut er sich noch ein bisschen schwer“, sagte Schurr zur Rückkehr des Mittelmanns, die früher als geplant kam. Auch Dominic Schaffert, der auf der Mittelposition begonnen hatte, mischte wieder mit. Einen „Sahnetag“ erwischte Marcel Lenz auf Horkheimer Seite. Er erzielte 15 Tore. „Ich weiß nicht, ob er überhaupt einen daneben geworfen hat“, meinte Schurr.

Horkheims Abwehrbollwerker Schurr steht

Nicht zufrieden sein konnten die SVKler mit ihrer eigenen Torausbeute. Reihenweise wurden – vor allem im ersten Durchgang – hochkarätige Chancen liegen gelassen, wenn überhaupt mal der freie Mann gefunden wurde. Hinzu kam eine überragende Leistung von TSB-Schlussmann Pascal Welz, der in der kommenden Saison wieder im Kornwestheimer Tor stehen wird. „Horkheim war von Anfang an präsent und in der Deckung sehr aggressiv“, analysierte Schurr. Dass die Hausherren, mit ihrem starken Abwehrblock um Nils Boschen, Neuzugang Oliver Hess und Pierre Freudl (Schurr: „Das ist mit das Beste in der Liga.“), wesentlich engagierter verteidigten, zeigte sich auch an den zahlreichen Zwei-Minuten-Strafen. Neun mal spielte Horkheim in Unterzahl, der SVK nur vier Mal. „Die Überzahlsituationen haben wir aber überhaupt nicht gut genutzt“, ärgerte sich Alexander Schurr. Mit einem Mann mehr auf dem Feld trafen seine Spieler häufig die falsche Entscheidung. „Obwohl wir das trainiert haben.“ SV Kornwestheim Beutel, Schneider – Koltuschkin (1 Tor), Wahl (3), Schaffert (1), Kugel (2), Tinti (7), Schoeneck (2), Flügel, Peter Jungwirth (6), Jakob Jungwirth, Scholz (1), Awad, Emrich (1)