Handball „Ein wenig Blauäugigkeit schadet nicht“

Marius Venturini, vom 09.01.2018 08:00 Uhr
Markus Lenz legt den Fokus auf die Rückrunde. Foto: Archiv/Peter Mann
Markus Lenz legt den Fokus auf die Rückrunde. Foto: Archiv/Peter Mann

Kornwestheim - So richtig stabil hat sich die Handball-Frauenmannschaft des SV Kornwestheim in der Landesliga bislang nicht präsentiert. Woran das lag, erklärt Trainer Markus Lenz im Interview. Themen außerdem: Signale, Ausrufezeichen und – Mathe.

Herr Lenz, vor der Saison sagten Sie den bemerkenswerten Satz: ‚Das Saisonziel überlasse ich den Spielerinnen.‘ Hat das denn geklappt?
Sie hatten eine Zielformulierung, die war durchaus etwas höher gegriffen als meine. Aber sie war nach der guten Vorbereitungsphase nicht zu hoch.
Wie sah das denn konkret aus?
Sie wollten schon besser dastehen als im letzten Jahr und mit dem Abstiegskampf diesmal definitiv nichts zu tun haben. Sich diesmal frühzeitig sicher irgendwo einparken. Ich habe mich vor allem deshalb zurückgehalten, weil ich die Liga einfach nicht so gut kannte. Zwar kannte ich sie noch aus meiner Zeit in Schmiden, hatte sie aber ein paar Jahre lang aus den Augen verloren. Aber zu dem Zeitpunkt fand ich das alles nicht unrealistisch. Dass es jetzt anders gekommen ist, ist natürlich schade, hat aber auch ein paar Gründe, die sich im Lauf der Zeit ergeben haben.
Jetzt ist es Platz 9 in der Zwischenbilanz. Entspricht das Ihren persönlichen Einschätzungen?
Das ist schwierig zu bewerten. Wenn man die Auftritte nimmt, die wir abgeliefert haben, vor allem gegen die Top Vier, Fünf in der Tabelle, bei denen wir jeweils als knapper Verlierer vom Platz gehen, dann ist das eigentlich zu wenig. Für mich war von Anfang an klar, dass ich auf jeden Fall die Klasse halten möchte und dass ich die Spielerinnen individuell weiterbringen möchte. Aber ich habe natürlich gehofft, dass es zu Weihnachten in einer anderen Tabellensituation endet, als es jetzt der Fall ist.
Im letzten Spiel vor der Winterpause, einem 32:28-Sieg gegen Leonberg/Eltingen 2, hat sich die Mannschaft wieder gefangen. . .
Ich hoffe es.
Ist das ein Signal für die kommende Halbserie? Dass man sieht, wie’s gehen kann?
Ich hoffe natürlich, dass das so machbar ist. Dass die Mädels sehen, was man erreichen kann, mit einer konzentrierten Trainingswoche vor allen Dingen, mit dem Fokus komplett auf der Spielvorbereitung. Dass man das dann auch abrufen kann. Dass man, vor allem am Freitag im Abschlusstraining, eben nicht nur 80 Prozent geben kann, sondern man sich immer wieder gegenseitig fordern muss.
Woran hat das bisher gekrankt?
Ich weiß es nicht. Ich glaube, dass die Mädels untereinander einfach eine enorm verschworene Gemeinschaft sind. Sie sind alle sehr gut miteinander befreundet. Das ist manchmal fast schon positiv erschreckend. Das kann im Training aber auch mal dazu führen, dass man eben nicht hundertprozentig hinlangt, weil man denkt: Oh, jetzt hab‘ ich die Freundin vor mir. Und wenn ich dann nur mit 95 Prozent verteidige, spielt auch die Angreiferin nur mit 96 Prozent. Und im Spiel reichen diese 96 Prozent vielleicht nicht, um den Zweikampf zu gewinnen. Wobei es zu einfach wäre, das nur an der Trainingsleistung fest zu machen. Es war nie so schlecht, wie das hier jetzt im ersten Moment klingen mag. Es lag auch immer wieder an den Abwesenheiten einzelner Leute.