Handball „Ich als Spieler hätte mich gefreut wie Bolle“

Marius Venturini, vom 05.01.2018 07:00 Uhr
TVKler Pascal Morgant sucht 2006 die Lücke in der ukrainischen Abwehr. Foto: Archiv/Hans Georg Rödel
TVKler Pascal Morgant sucht 2006 die Lücke in der ukrainischen Abwehr. Foto: Archiv/Hans Georg Rödel

Kornwestheim - Es ist nicht wirklich eine Duplizität der Ereignisse. Obwohl auf den ersten Blick wieder eine Handball-Europameisterschaft ansteht und die erste Kornwestheimer Männermannschaft davor wieder gegen die Nationalmannschaft der Ukraine antritt. Vor zwölf Jahren, ebenfalls im Januar, gastierten die Osteuropäer schon einmal in der Osthalle. 2006 allerdings hatte sich die Auswahl im Gegensatz zu diesem Jahr erfolgreich für die EM qualifiziert – und der SVK hieß noch TVK und trat in der 2. statt in der 3. Liga an.

Mit 25:34 (8:16) unterlag Kornwestheim in einem munteren Spielchen. Das Team des damaligen Trainers Thomas König hätte das Ergebnis aber sehr wohl freundlicher gestalten können. Doch waren unter anderem nur zwei verwandelte Siebenmeter bei sechs Versuchen einfach zu wenig. „TVK im Abschluss nicht konsequent genug“ lautete seinerzeit die Überschrift in unserer Zeitung.

Der jetzige SVK-Trainer Alexander Schurr sieht’s locker. „Was das Spiel angeht, bin ich beinahe tiefenentspannt“, sagt der Coach des derzeitigen Tabellenführers vor der Begegnung am Sonntag um 18 Uhr. Am vergangenen Dienstag hat er seine Schützlinge zur ersten Trainingseinheit des neuen Jahres gebeten. Dass die Ukraine eine kleine Testspieltour im süddeutschen Raum absolviert (am morgigen Samstag spielt die Auswahl beim Kornwestheimer Ligakonkurrenten TuS Fürstenfeldbruck), kommt Schurr sehr gelegen. „Es wäre sonst sicher nicht so einfach gewesen, einen Testspielgegner zu bekommen.“

Allerdings kündigt Schurr bereits an, dass seine Spieler „relativ angeschlagen“ sein werden. Damit meint er keine Verletzungen oder Wehwehchen, sondern die Auswirkungen des Intensivtrainings, das er den Akteuren von Donnerstag an verordnet hat. So werde seine Mannschaft wohl kaum alle Körner beieinander haben für die Partie gegen die Nummer 30 der Weltrangliste. Bei der Ukraine ist der linke Rückraumspieler Stanislav Zhukov vom Bundesligisten VfL Gummersbach der einzige Deutschland-Legionär.

Trotz alledem ist der Coach überzeugt, dass das Kräftemessen bei allen Aktiven Anklang findet. „Ich wäre verwundert, wenn jemand so ein Spiel blöd finden würde. Ich als Spieler hätte mich gefreut wie Bolle“, betont Schurr.

Was am Ende in Sachen Ergebnis dabei herauskommt, ist dem Coach allerdings recht egal. Für ihn zählt nur der Rückrundenauftakt am Samstag, 13. Januar, in der Osthalle gegen den Tabellenfünften TGS Pforzheim. Davor legen die SVKler noch eine reguläre Trainingswoche ein. „Um in den Rhythmus zu kommen“, so Schurr.

Wenn die 3. Liga wieder beginnt, wird auch Peter Jungwirth weiter seine Tore für Kornwestheim machen. Der Rechtsaußen war bereits im Januar 2006 gegen die Ukraine mit dabei und erzielte zwei Treffer. Nur einen guten Monat später stand er gegen den ThSV Eisenach erstmals in der Startformation des TVK.