Handball „Ich kann nicht mit Ungerechtigkeiten leben“

Marius Venturini, vom 16.05.2018 14:00 Uhr
Süßer Abschied: (von links) Daniela Assmann, SVK-Youngster Tim Scholz und Trainer Alexander Schurr feiern in der Osthalle die Drittliga-Meisterschaft der Kornwestheimer Handballer. Foto: Archiv/Horst Dömötör
Süßer Abschied: (von links) Daniela Assmann, SVK-Youngster Tim Scholz und Trainer Alexander Schurr feiern in der Osthalle die Drittliga-Meisterschaft der Kornwestheimer Handballer. Foto: Archiv/Horst Dömötör

Kornwestheim - Daniela Assmann bleibt auch in nicht-offizieller Funktion Handball-Fan. Als SVK-Abteilungsleiter übernimmt nun Andreas Postl. Doch längst nicht alles während Assmanns Amtszeit verlief so reibungslos wie die Wahl ihres Nachfolgers.

Frau Assmann, wussten Sie schon im Voraus, was Ihre letzte Amtshandlung als Abteilungsleiterin sein würde?
Ja, die Jahreshauptversammlung. Die habe ich natürlich noch durchgeführt. Dort haben die Neuwahlen stattgefunden. Das war dann auch meine letzte Amtshandlung.
Übergabe und alles, was dazugehört, kommt aber erst noch, oder?
Genau, in den kommenden Wochen. Meine Aufgaben werden verteilt, ich werde mich mit den handelnden Personen zusammensetzen und alles in Ruhe übergeben.
In acht Jahren als Abteilungsleiterin haben Sie fast alles mitgemacht. Aufstiege, Abstiege, Trainerwechsel, jetzt die Meisterschaft – und das ist nur die erste Mannschaft. . .
Und ich habe ja als Trainerin 2005 angefangen und war ab 2007 zehn Jahre Jugendleiterin der männlichen Jugend, teilweise parallel zur Abteilungsleitung.
Denn es sind nicht nur die sechs Aktiven-Teams des SVK, es ist viel mehr.
15, 16, 17 Jugendmannschaften…
Wie geht das im Ehrenamt, wenn man da nicht hauptamtlich tätig ist?
Mit vielen Stunden Arbeit, jeden Tag. Früher waren es so um die 50 Stunden pro Woche, zum Schluss etwa 60.
Also jetzt, in der heißen Phase?
Wir haben immer heiße Phasen (lacht). Jeder meint, wenn die Saison der Männer 1 zu Ende ist, wird es ruhiger. Aber dann gehen schon die Vorbereitungen auf die neue Saison los, das Hallenheft, die Spielplanung, die Meldung der Mannschaften, die Jugend ist in der Qualifikation mittendrin, es ist eigentlich das ganze Jahr Hochbetrieb.
Sie haben sich 2017 bewusst nur noch für ein Jahr wählen lassen, hatten also genügend Zeit, sich auf Ihren Abschied vorzubereiten. Sowohl emotional als auch organisatorisch.
Emotional auf jeden Fall. Es berührt einen aber schon, wie jetzt zum Beispiel vor eineinhalb Wochen. Da denkt man dran, dass man jetzt das letzte Mal in offizieller Funktion bei einem Spiel der ersten Mannschaft in der Halle ist. Ich bleibe aber natürlich weiterhin Fan. Denn es ist ja nicht nur die erste Mannschaft, die mir am Herzen gelegen hat, sondern auch die Frauen, die aktiven Männer und die Jugend. Gerade bei den Männern 2, mit der Relegation, da fiebere ich natürlich noch mit und fahre auch zum Auswärtsspiel. Da sind Spieler dabei, die ich in der E-Jugend trainiert habe.
Und die organisatorische Sache?
Bei den Neuwahlen hat es so geklappt, wie wir uns das gewünscht haben. So ist die Abteilung gut aufgestellt. Bei der Jugendleitung gibt es aber ein Loch. Für diese Personalie haben wir jetzt eine Stelle ausgeschrieben. Intern suchen wir zusätzlich noch Personen, die unterstützen. Das wird durch den gesellschaftlichen Wandel aber immer schwieriger. Wir haben viele Helfer. Aber kontinuierlich eine Funktion ausüben, ein Ehrenamt übernehmen. . .
. . .das ist nochmal etwas anderes.
Genau. Davor scheuen sich heute viele, auch durch den zeitlichen Aufwand. Neben dem Beruf können oder wollen viele das nicht. Das wird in Zukunft eine schwierige Aufgabe für die Vereine. Die Tendenz geht klar in die Richtung, dass Leute, die wirklich eine Aufgabe kontinuierlich übernehmen, immer seltener werden.
Das ist aber nicht nur beim SVK so.
Sicher nicht. Ich für meinen Teil bin froh, dass mein Mann das all die Jahre mitgetragen hat. Ohne ihn wäre das nicht gegangen. Auch meine Eltern sind oft eingesprungen. Die ganze Familie hat mich unterstützt.