HandballJunglöwen sind bisher alles andere als zahnlos

Michael Bosch, vom 07.09.2017 00:00 Uhr
Fehlte zuletzt: Marco Kolotuschkin (am Ball). Foto: Archiv/Horst Dömötör
Fehlte zuletzt: Marco Kolotuschkin (am Ball).Foto: Archiv/Horst Dömötör

Kornwestheim - Der Name allein flößt Handball-Fans in ganz Deutschland Respekt ein. Die Rhein-Neckar Löwen haben sich seit ihrer Umbenennung im Jahr 2007 zu einer echten Marke im Land und auch über seine Grenzen hinaus entwickelt. Zwei Meisterschaften in den vergangenen beiden Spielzeiten und der Europapokalsieg 2013 trugen maßgeblich dazu bei. Seit dieser Saison geht auch die zweite Mannschaft mit dem Namen Rhein-Neckar Löwen in der 3. Liga an den Start. Bis zuletzt liefen alle Jugend-Teams und auch die zweite Mannschaft noch unter dem Namen SG Kronau-Östringen auf. Die Spielgemeinschaft entstand im Jahr 2002 aus der Fusion der Handballhochburgen TSG Kronau und TSV Baden-Östringen.

Die „Junglöwen“ sind das Sammelbecken für die besten Jugendspieler Süddeutschlands. „Die Nachwuchsarbeit ist wirklich hervorragend“, sagt SVK-Trainer Alexander Schurr vor dem Spiel am heutigen Freitag (20.30 Uhr/Stadthalle Östringen). „Die Mannheimer machen das clever und führen die Leute über die dritte Liga an die Bundesliga heran.“ Mit einem Altersdurchschnitt von nicht einmal 23 Jahren gehört das Team des Löwen-Trainerduos André Bechtold und Michael Abt zu den jüngsten in der Liga. Das bedeute aber nicht, dass es ein Spaziergang werde, warnt Alex Schurr. „Da ist kein Spieler im Team, der einfach so mitmachen darf, wie das vielleicht in anderen Jugendmannschaften der Fall ist.“ Vor allem individuell habe der kommende Gegner sehr hohe Qualität.

Schurr erwartet deshalb ein Spiel auf Augenhöhe. „Ich glaube, dass die Mannschaft am Ende gewinnt, die bereit ist mehr zu investieren“, sagt er. In den ersten beiden Saisonspielen gegen die TGS Pforzheim und den TSB Heilbronn-Horkeim war der Wille richtig zu investieren bei seiner Mannschaft da.

Die Rhein-Neckar Löwen, die mit einem Unentschieden (31:31 gegen Neuhausen) und einem Sieg (36:31 über Haßloch) gestartet sind, haben den Umbruch, den sie nach der vergangenen Saison vollzogen haben, anscheinend gut verkraftet. Acht Spieler verließen das Team und wurden größtenteils durch Jugendspieler ersetzt. Luca Braun, Sebastian Trost, Maximilian Kessler und Lars Röller wurden aus den Nachwuchsmannschaften in den Drittliga-Kader gezogen. Mit Tim Ganz (HSG Rhein-Nahe Bingen) und Pascal Kirchenbauer (TSG Friesenheim) kamen nur zwei Spieler von außerhalb.

Zum Kornwestheimer Personal: Der Einsatz von Rückraumspieler Jakob Jungwirth, der Probleme mit der Hand hat, ist fraglich, ansonsten sind alle fit. Marco Kolotuschkin, der beim Spiel gegen Horkheim aus privaten Gründen gefehlt hatte, wird wieder mithelfen, die nächsten zwei Punkte einzufahren. Und Erfolgserlebnisse sind besonders für einen Aufsteiger wichtig. SVK-Coach Schurr formulierte das nach dem Spiel gegen Horkheim so: „Es ist schön, dass die Dinge bislang so gut funktionieren. Und jeder Sieg festigt das, weil Abläufe dadurch selbstverständlicher werden.“ In Östringen hat sein Team die Möglichkeit einen weiteren Schritt in diese Richtung zu tun – und gleichzeitig Punkte gegen den Abstieg zu sammeln.