Handball Kornwestheim siegt im Aufsteigerduell

Marius Venturini, vom 09.10.2017 07:00 Uhr
Höhenflug: Christian Wahl (im Wurf) und der SVK siegen erneut. Foto: Ralf Porkert
Höhenflug: Christian Wahl (im Wurf) und der SVK siegen erneut. Foto: Ralf Porkert

Kornwestheim - Darüber wird zu reden sein“, grummelte SVK-Trainer Alexander Schurr nach Spielende, „wir werden das in der Kabine nochmal besprechen.“ Gemeint war eine Szene in der 55. Minute. Henrik Schoeneck geriet beim Wurfversuch leicht in Bedrängnis, bugsierte den Ball dann aber doch – mit einer gewissen Nonchalance – per Rückhandwurf zum 24:21 aus Kornwestheimer Sicht ins Dansenberger Tor. Die Vorentscheidung, zweifelsohne. Zumal im Anschluss auf der anderen Seite SVK-Torhüter Felix Beutel den Ball mit einer Monsterparade an die Latte lenkte. Was Schurr jedoch missfiel, war die vermeintliche Lässigkeit, vor der er in der jüngeren Vergangenheit immer und immer wieder gewarnt hatte.

„Solche Szenen zeigen aber natürlich auch das Selbstvertrauen, das wir mittlerweile haben“, versuchte der Coach, der Sache einen positiven Aspekt abzugewinnen, „und wer trifft, hat bekanntlich recht.“ Der Blick auf das Drittliga-Tableau bestätigt den Übungsleiter: Der 25:21 (16:9)-Heimsieg des SV Kornwestheim gegen Mitaufsteiger TuS Dansenberg war der sechste Erfolg im siebten Saisonspiel, das Team ist weiter Tabellenzweiter.

In vielen der zurückliegenden Partien hatte der SVK fast schon glanzvoll aufgetrumpft und deutliche Siege eingefahren, egal ob auswärts oder daheim. Anders nun im Spiel vor 700 Zuschauern in der Osthalle gegen das Team aus einem Stadtteil von Kaiserslautern. Insbesondere nach dem Seitenwechsel bot Kornwestheim eine unterdurchschnittliche Leistung. „Es ist natürlich falsch, zu denken, es läuft jedes Mal so wie in den vergangenen Wochen“, so Schurr, der ebenfalls anmerkte, dass „der ein oder andere Spieler nicht seinen Glanztag hatte“.

In der ersten Halbzeit sah alles noch sehr ordentlich aus. Vor allem der neue Mannschaftskapitän Christopher Tinti legte los wie die Feuerwehr. Der rechte Rückraumspieler erzielte bis zum Stand von 4:2 (5.) sämtliche Kornwestheimer Tore und war am 5:2 durch Julius Emrich (7.) mit dem vorangegangenen Ballgewinn beteiligt. Und auch im weiteren Verlauf der ersten Hälfte schien alles nach Plan zu laufen. Hendrik Schoeneck traf nach einer flinken Körpertäuschung – und das bei einer Größe von 1,99 Metern – in der 20. Minute zum 11:6. Im Anschluss legte der SVK von der 25. bis zur 30. Minute durch Treffer von Axel Steffens, Fabian Kugel und Tim Scholz eine Drei-Tore-Serie zum 16:8 hin. In die Pause ging es schließlich mit einer 16:9-Führung für die Hausherren.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit hielt der SVK den Vorsprung konstant bei fünf bis sechs Treffern. Besonders sehenswert dabei das 20:14 von Tim Scholz, der auf der halblinken Seite hochstieg und den Ball diagonal im rechten unteren Eck versenkte (41.). Kurz darauf gerieten die Gastgeber allerdings nach Zeitstrafen gegen Christopher Tinti und Felix Beutel (Wechselfehler) in doppelte Unterzahl. Und wenig später – während einer weiteren Zwei-Minuten-Strafe, diesmal gegen Fabian Kugel – war der TuS plötzlich nach einem Tor von Jan Claussen auf 21:19 dran (48.). Schurr sah sich in dieser Phase zur Auszeit genötigt, allerdings hatte das Momentum zu diesem Zeitpunkt schon gewechselt.

Peter Jungwirth war es zu verdanken, dass der SVK die Führung behielt. Er besorgte die wichtigen Tore zum 23:20 (55.), und nach Schoenecks eingangs erwähntem Kunstgriff traf er auch zum 25:21 (57.). Es war der Endstand in einer mäßigen Begegnung, die Kornwestheim aber am Schluss verdient gewonnen hatte.

„Wir müssen uns für den Sieg nicht rechtfertigen“, befand Alexander Schurr nach dem Klang der Schlusssirene, „obwohl Dansenberg in der zweiten Hälfte nochmal gefährlich wurde.“ Spiele in dieser Art werde seine Mannschaft künftig noch einige haben. „Wir freuen uns natürlich über die Ergebnisse der letzten Wochen, aber sowas ist natürlich nicht der Normalfall“, so Schurr, nach dessen Meinung das Schiedsrichtergespann etwas zu viele Zwei-Minuten-Strafen verteilt habe. Aber es sei natürlich auch „ein harter Fight“ gewesen.

Am Samstag, 14. Oktober, muss sein Team um 20 Uhr beim selbst ernannten Aufstiegsfavoriten TV Neuhausen/Erms (8.) ran.