Handball Remis reicht nicht: SVK 2 bleibt Bezirksligist

Marius Venturini, vom 18.05.2018 09:00 Uhr
Am Boden: Nikola Milunic trauert nach dem Relegations-Aus ob des verpassten Aufstiegs seines SVK 2. Foto: Marius Venturini
Am Boden: Nikola Milunic trauert nach dem Relegations-Aus ob des verpassten Aufstiegs seines SVK 2. Foto: Marius Venturini

Kornwestheim - Es war nicht der krönende Abschluss seiner Trainertätigkeit, den sich SVK 2-Coach Stephan Christ so sehr gewünscht hatte. Das 33:33 (18:17) im Relegations-Rückspiel um den Landesliga-Aufstieg gegen HA Neckarelz, es reichte nicht für die Kornwestheimer Reserve. Das Hinspiel war mit 20:24 verlorengegangen. Der SVK 2 muss nun ein weiteres Jahr in der Bezirksliga spielen. „Das tut sehr weh, weil die Mannschaft großes Potenzial hat“, gab Christ zu Protokoll, nachdem er kurz nach der Schlusssirene zunächst wortlos den Innenraum der Osthalle verlassen hatte. Es war sein letztes Spiel als Trainer – nicht nur in Kornwestheim, sondern überhaupt.

Knackpunkt der Partie vor 450 Zuschauern, davon zahlreiche lautstarke Unterstützer der Gäste, war die 50. Minute. Der SVK 2 lag mit 29:25 vorn, hätte also noch einen Treffer benötigt, um die magische Fünftoregrenze zu überschreiten. Allerdings wurde Timo Jüngling beim vermeintlich erfolgreichen Torwurf zurückgepfiffen. Das gab den Gästen Gelegenheit zu einer Auszeit, zudem kassierte Tobias Pichler gleich im Anschluss eine Zweiminuten-strafe. Neckarelz verkürzte in der Folge sukzessive – auch dank des Oberliga-erfahrenen Tim Landenberger auf halbrechts. Der SVK 2 kam nicht mehr in die Nähe des notwendigen Vorsprungs. „Da hat man gesehen, dass die Mannschaft noch etwas zu unerfahren ist“, so Christ, „das hätten wir cleverer lösen müssen.“ Der Coach war sich sicher: „Beim fünften Tor bricht der Widerstand.“

In der ersten Hälfte hatte sich zuvor ein enges Spiel entwickelt. Kornwestheim – wieder mit den Drittliga-Akteuren Tim Scholz und Adrian Awad, aber ohne Fabian Jüngling – konnte nicht oft genug die Anspiele der Gäste an den Kreis verhindern. Im Spiel blieben die Gastgeber zunächst durch die eigene Präzision im Abschluss. Zur Pause führten die Hausherren beim 18:17 sogar mit einem Tor. Nach dem Seitenwechsel ließ die Treffgenauigkeit der SVKler jedoch nach, Fehler wie Ballverluste häuften sich zunächst. Außerdem ging das Torhüter-Duell vor allem in der zweiten Hälfte klar an Neckarelz. Bis, ja bis zur Phase unmittelbar vor der 50. Minute, als die Kornwestheimer sich aufbäumten, kämpften, das Gesamtergebnis fast gedreht hatten – und am Ende doch mit leeren Händen dastanden.

So muss der SVK 2 also ein weiteres Jahr in der Bezirksliga ran, in die er in der Saison 2015/16 abgestiegen war. Das hatten sich die Verantwortlichen im Vorfeld naturgemäß anders gewünscht, auch, was die möglichen Transfers von Perspektivspielern fürs Drittligateam betrifft. Die Landesliga hätte einen Wechsel zum SVK für viele Akteure um einiges attraktiver gemacht. „Für die Zukunft wäre das wirklich wichtig gewesen“, so Christ, der nun zum zweiten Mal hintereinander mit dem SVK 2 in der Relegation den Kürzeren gezogen hat. Seiner Mannschaft machte er nach dem abermaligen Aus jedoch keinen Vorwurf: „Kämpferisch war das ganz stark, ich bin super stolz auf die Jungs.“ SV Kornwestheim 2
Freund, B. Salathe – L. Jäger, Milunic (4), Fuhrmann (1), Vochazer, Künzel, Scholz (6), Awad, Remmler (5), Pichler (3), T. Jüngling (5), M. Bahmann (7), Brunner (2/2)