Handball Schurr nach Niederlage: „Zum Ausrasten!“

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Beim SVK wieder mit dabei: Marvin Flügel (im Wurf). Foto: Ralf Porkert

Kornwestheim - Alexander Schurr war aufgebracht. Nach der ebenso knappen wie unnötigen 32:33-Niederlage bei den Rhein-Neckar-Löwen 2 musste der Trainer des SV Kornwestheim kurz überlegen, wie er seine Gemütslage und seine Sicht der Dinge denn am besten beschreiben könnte. Dann brachte er es auf den Punkt: „Es war zum Ausrasten!“

Seine Mannschaft hatte im Verlauf der Begegnung vieles richtig gemacht und am Ende die Siegchancen fast auf dem Silbertablett serviert bekommen. „Die Schlussphase war unsere Zeit“, so Schurr, „die Löwen haben etwas nachgelassen.“ Doch sein SVK nutzte die großen Gelegenheiten nicht, das Spiel zu drehen. Da wurde ein unnötiger langer Pass in die Spitze vom Gegner abgefangen oder ein Wurf aus 15 Metern aufs leere Gehäuse danebengesetzt – all das bei gerade einmal einem Tor Rückstand. Bereits zuvor hatte der SVK viele freie Würfe und Gegenstöße versemmelt. „Diese individuellen und unnötigen Fehler tun weh und ärgern mich. Wir haben uns die Niederlage selber zuzuschreiben“, schimpfte Schurr, dessen Team nun auf Rang 9 steht.

Die größte Gelegenheit, zumindest noch zum Ausgleich zu kommen, ließ mit der Schlusssirene Peter Jungwirth verstreichen. Er scheiterte nach einem rüden Foul an Kapitän Christopher Tinti per Siebenmeter an Löwen-Keeper Daniel Unser. Ohnehin waren insgesamt vier verworfene Kornwestheimer Strafwürfe (dreimal scheiterte Jungwirth, einmal Christian Wahl) viel zu viel, um zu Zählbarem zu kommen.

Der SVK lag eigentlich das komplette Spiel über zurück. „Aber immer, wenn der Gegner mal auf drei oder gar vier Tore weg war, haben wir uns durch gute Aktionen wieder rangesaugt“, lobte Schurr die Hartnäckigkeit, die seine Schützlinge an den Tag legten. Zum Beispiel lagen die Kornwestheimer vor der Pause mit 12:16 hinten (28.), schoben sich bis zur Halbzeit-Sirene aber durch Tore von Fabian Kugel und Christian Wahl noch auf 14:16 heran. Ähnliche Situationen gab es auch in den zweiten 30 Minuten immer wieder.

Doch am Ende reichte es nicht gegen eine Gastgeber-Mannschaft, bei der vor allem die Scharfschützen im Rückraum glänzten. „Nur ein solcher Spieler würde mir reichen, einer, der auch mal aus neun Metern trifft“, so Schurr. Was jedoch die eigentlich ansprechende Leistung seines Teams nicht schmälern sollte. „Wir haben auch unsere Mittel. Wir haben gut über den Kreis gespielt und Zeitstrafen und Siebenmeter gezogen.“ Dass die letztlich keine Tore brachten, stand auf einem anderen Blatt.

So stand unterm Strich also eine Niederlage, die den Trainer richtig ärgerte – und zu der es möglicherweise gar nicht hätte kommen brauchen. „Aber wir haben uns selber um den verdienten Lohn gebracht, obwohl wir gut gefightet und zugepackt haben“, fasst Schurr zusammen. Entsprechend groß war die Enttäuschung nach dem Spiel.

Etwas Erfreuliches gab es dann aber doch noch zu berichten aus Kornwestheimer Sicht: Marvin Flügel durfte nach seiner Nierenoperation vor mehr als eineinhalb Monaten endlich wieder ran und kam auf mehr als 30 Minuten Spielzeit und vier Tore. „Er hat das gut gemacht“, sagt Alexander Schurr über die Leistung seines linken Rückraumspielers, „und wir brauchen seine Dynamik und auch seine Fähigkeiten in der Abwehr.“ Er sein eine absolute Belebung des SVK-Spiels gewesen.

Fehlt nur noch Rekonvaleszent Felix Beutel (arbeitet sich nach einem Kahnbeinbruch wieder heran), dann ist der SVK auch im Tor wieder komplett. SV Kornwestheim
Welz, Miliadis – Scholz, Großmann, Wahl (5), Reusch (2), P. Jungwirth (9/5), Kugel (4), Tinti (2), Schoeneck (1), Steffens, Hiller (2), Emrich (3), Flügel (4).

 
 

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