Handball SVK holt „Bonuspunkte“ in Fürstenfeldbruck

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Momentan kaum aufzuhalten: Christian Wahl (weißes Trikot, rechts) ist derzeit in Topform. Das stellte der Rückraumspieler auch beim TuS Fürstenfeldbruck unter Beweis. Foto: Archiv/Peter Mann

Kornwestheim - Der SV Kornwestheim hat in der 3. Liga Süd einen wichtigen Auswärtserfolg eingefahren. Beim TuS Fürstenfeldbruck siegte das Team von Trainer Alexander Schurr am Samstagabend mit 31:30 (14:14). „Damit konnte man nicht rechnen“, sagte der SVK-Coach hinterher. „Das sind für uns Bonuspunkte.“ Der SVK ist zwar weiterhin Tabellen-Neunter, den Anschluss an die oberen Mittelfeldplätze hat er aber nicht abreißen lassen. „Wir hatten zuletzt auch ein paar Mal Pech. Gegen die Rhein-Neckar Löwen haben wir den letzten Wurf verworfen, gegen Konstanz war es genauso.“, sagte Schurr. „Jetzt haben wir uns die Punkte zurück­geholt.“ Für die Fürstenfeldbrucker war es ein ungewohntes Gefühl: Das Team von Trainer Martin Wild hatte zuvor in dieser Saison in eigener Halle noch nicht verloren. Im Jahr 2018 war es erst die zweite Niederlage daheim. „Wir haben uns das Ergebnis selber zuzuschreiben. Wir haben uns das Leben selbst schwergemacht “, kommentierte Wild.

Julius Emrich fehlt – aus einem schönen Grund

Die 720 Zuschauer in der Wittelsbacher Halle in Fürstenfeldbruck sahen ein packendes Handballspiel, das in der ersten Halbzeit ausgeglichen war. Zunächst führten die Gäste aus Kornwestheim (2:0), die Mannschaft von Trainer Wild holte anschließend aber wieder auf und ging dann selbst in Führung (10:8). Dem SVK unterliefen zu viele technische Fehler, Bälle ­wurde ohne Not ins Aus geworfen. „Das passiert uns zur Zeit ein bisschen zu häufig. Daran müssen wir auch arbeiten“, sagte Schurr. Er musste auf Kreisläufer Julius Emrich verzichten. Seine Frau erwartet ein Kind, weshalb der 33-Jährige die Reise ins gut 250 Kilometer entfernte Fürstenfeldbruck erst gar nicht angetreten hatte. „Es gibt eben Dinge, die sind wichtiger als Handball. Das haben wir schon lange so abgesprochen“, sagte Schurr.

Nach der Halbzeit hatte seine Mannschaft dann ihre stärkste Phase und setzte sich beim 23:17 (44.) auf fünf Tore ab. Die Kornwestheimer Deckung stand gut, das führte immer wieder zu Tempogegen­stößen. Hendrick Schoeneck zeigte in der Verteidigung eine sehr gute Leistung, auch Torhüter Pascal Welz hielt gut. Der SVK hätte die Partie entscheiden können, „wir haben es aber verpasst, länger energischer zu sein“, erklärte Schurr. So ließ man den Gegner wieder herankommen. Beim 24:22 durch Giovanni Huber war der Tabellen-Fünfte wieder dran.

Die Schurr-Schützlinge ließen sich vom kleinen Zwischenspurt aber nicht aus der Ruhe bringen, verteidigten weiter gut und behaupteten die Führung. Nur gegen Matt­hias Hild (9 Tore) fanden sie kein Mittel. Dafür kamen Sebastian Meinzer, Johannes Stumpf (beide 3) und Johannes Stumpf (4) nicht richtig zur Entfaltung. „Die haben wir im Griff gehabt“, sagte Schurr.

Relativ viele Zeitstrafen für den SVK

Im Angriff fand seine Mannschaft immer wieder Lösungen gegen die aggressive Mann-gegen-Mann-Deckung, die Fürstenfeldbruck in der letzten Viertelstunde spielte. Der SVK war taktisch gut eingestellt. Außerdem war auf Christian Wahl wieder einmal Verlass. Der Rückraumspieler befindet sich derzeit in Topform, was auch die Bayern zu spüren bekamen. „Er ist ein echter Anführer“, sagte Schurr über ­seine Nummer 7. Wahl erzielte neun Tore, darunter den entscheidenden Treffer 43 Sekunden vor dem Ende.

Zuvor war es noch einmal richtig knapp geworden. Zwei Zwei-Minuten-Strafen gegen Axel Steffens und Christopher Tinti in der Schlussviertelstunde machten dem SVK „das Leben schwer“, wie Schurr sagte. Insgesamt ließen die Unparteiischen sehr viel laufen, im kompletten Spiel gab es nur einen Siebenmeter – den verwandelte ­Peter Jungwirth (7 Tore). „Wir haben für unsere Verhältnisse aber relativ viele Zeitstrafen bekommen“, sagte Schurr. Viermal schickten die Schiedsrichter einen seiner Spieler vom Feld. Am Ende dürfte das dem SVK-Coach aber reichlich egal gewesen sein. Was zählte, waren die „Bonuspunkte“.

SV Kornwestheim
Welz, Miliadis – Scholz, Großmann, Wahl (9), Reusch, Jungwirth (7/1), Kugel (1), Tinti (4), Schoeneck (1), ­Steffens (3), Hiller (4), Awad, Flügel (2)

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