Handball SVK ist in der ersten Hälfte auf Augenhöhe

Marius Venturini, vom 08.01.2018 09:00 Uhr
Die beiden Teams beim Gruppenfoto. Foto: Marius Venturini
Die beiden Teams beim Gruppenfoto. Foto: Marius Venturini

Kornwestheim - Von wegen tiefenentspannt. Da konnte SVK-Coach Alexander Schurr vor der Begegnung viel erzählen. Während des Freundschaftsspiels gegen die Nationalmannschaft der Ukraine tigerte er wie immer gestikulierend, grübelnd und hochengagiert die Seitenlinie entlang – wie in einem echten Ligaspiel eben auch. Ein ganz anderes Bild bot sich bei der 30:37 (17:17)-Niederlage der Kornwestheimer auf der Gegenseite: Ukraine-Trainer Vitaliy Andronov verharrte fast stoisch in sich ruhend fast die gesamte Partie über an einem Fleck. Für ihn war es eben kein so wichtiges Spiel wie für andere.

Alexander Schurr kann da nur ganz anders. Und er analysierte nach der Schlusssirene: „Das Ergebnis zeigt, es hätte auch ein ganz normales Ligaspiel sein können.“ Generell könne sein Team aber absolut zufrieden mit dem Auftritt sein. Vor allem nach den harten Trainingseinheiten zur Rückrunden-Vorbereitung. Die machten sich vor allem in Hälfte zwei bemerkbar.

Der SVK hielt in der ersten Halbzeit exzellent mit. Gegen die körperlich deutlich überlegenen Osteuropäer – einzig Kapitän Christopher Tinti und der stark aufspielende Hendrik Schoeneck konnten in Sachen Körpergröße mithalten – lag Kornwestheim sogar ab und an in Führung. Das lag auch am immer wieder glänzend parierenden Torspieler Max Schneider, der zunächst den Vorzug gegenüber Felix Beutel erhalten hatte und einen wirklich guten Tag erwischt zu haben schien.

Begleitet von ukrainischen Fangesängen von den Rängen gelang SVK-Rechtsaußen Peter Jungwirth das 1:0 für die Gastgeber (1.). Im Anschluss ging es in und her – bis zur 14. Minute, als die Ukraine, begünstigt durch zwei Aluminiumtreffer von Christian Wahl und Peter Jungwirth, mit drei Toren vorne lag. Doch der SVK kam wieder heran, in der 21. Minute gelang Fabian Kugel der 13:13-Ausgleich. Es war ein schönes Tor, diese Kooperation der beiden Außen Kugel und Jungwirth – ohnehin folgten bis zur Halbzeitpause (17:17) noch einige weitere gute Aktionen.

Nach dem Wechsel durfte sich der lange verletzte Dominic Schaffert über erste Einsatzzeiten seit mehr als einem Jahr freuen. „Es war irgendwann mal Zeit“, gab Schurr zu Protokoll, „aber ganz rund läuft er noch nicht, das sehe ich auch im Training.“ Doch es war nicht Schafferts Schuld, dass dem SVK in den zweiten 30 Minuten die Körner ausgingen und er immer mehr ins Hintertreffen geriet. Die Ukrainer, bei denen Zakhar Denysov (6), Dymtro Horika (5) und Sergiy Onufriyenko (5) am treffsichersten waren, ließen nichts anbrennen. Endergebnis: 30:37 aus Kornwestheimer Sicht. „Das ist eine Nationalmannschaft, die können Handball spielen“, lautete Schurrs Fazit. „Man darf auch nicht vergessen, dass der Gegner 18 Mann auf der Bank hatte“, so der SVK-Trainer, in dessen Team neben Hendrik Schoeneck (neun Tore) auch Tim Scholz überragend agiert hatte. SV Kornwestheim
Schneider (bis 30. Minute), Beutel (ab 31.) – Kolotuschkin (2), Wahl (2/1), Schaffert, Kugel (2), Tinti (1) Schoeneck (9), Steffens, Flügel, P. Jungwirth (7/4), Scholz (4), Awad, Emrich (3)