Inlineskaten Talente behaupten sich gegen internationale Elite

red, vom 17.05.2018 09:00 Uhr
Auf die Plätze, fertig, los! Die jungen Inlineskater der Skizunft Foto: z
Auf die Plätze, fertig, los! Die jungen Inlineskater der Skizunft Foto: z

Kornwestheim - Die jungen Talente der Speed Skater Kornwestheim haben Erfolge beim „Skate the Park“-Rennen in Neu-Ulm, dem dritten Saison-Lauf zum Löwen-Cup, gefeiert. Den Einstieg bildete ein herausfordernder Geschicklichkeitsparcours – Slalom, Sprünge, Rückwärtsfahren. In Bestzeit von 5,67 Sekunden raste Luca Wittmack in der Klasse Schüler D zum Sieg. Im anschließenden 30-Meter-Sprint, das Ganze übrigens bei strahlendem Sonnenschein, gaben alle zwölf Skater der Skizunft Vollgas. Mit ersten Plätzen belohnten sich erneut Luca Wittmack und außerdem Melis Kosan in der Klasse Schülerinnen D.

Im dritten Wettbewerb, dem Rundenrennen mit Massenstart, zeigten die Kornwestheimer großen Ehrgeiz auf der langen Strecke. Ben Schaffranek siegte bei den Schülern C. In den stärksten Altersklassen Schüler B fuhren Marco Voigt und Sofia Güntter auf gute vierte Plätze.

In der Tageswertung gab es für die Skizunft dreimal Gold: durch Hendrik Voigt (Jugend Herren, allerdings als einzigem Teilnehmer), Melis Cosan und Luca Wittmack. Ben Schaffranek kam auf den zweiten Gesamtrang seiner Altersklasse.

Bereits zuvor waren die Skizunft-Piloten in Groß-Gerau beim vierten Rennen des European Cup 2018 – gleichzeitig das 40. Internationale Kriterium – dabei. Unter den rund 650 Speedskatern aus mehr als 30 Nationen waren neben der kompletten Weltelite, unter anderem dem olympischen Silbermedaillengewinner im Eisschnelllauf-Massenstart, dem Belgier Bart Swings, auch zwei Speedskater der Skizunft Kornwestheim vertreten.

Sofia Güntter und Marco Voigt, beide Jahrgang 2008, starteten in der Klasse Pupil B (Jahrgänge 2007-2008) jeweils in einem national und international stark besetzten Feld. Gleich das erste Rennen, der 2000-Meter-Massenstart, stellte bei sommerlichen Temperaturen eine Herausforderung dar. Beide waren die Strecke noch nie in einem Wettkampf gelaufen. Sofia Güntter startete zuerst, lief technisch sauber und nutzte den Windschatten. So sicherte sie sich in 3:46,899 Minuten Platz 10 und damit die Qualifikation für die A-Finals über 1000 Meter am Folgetag. Marco Voigt wurde in seinem Rennen Opfer der permanenten Tempoverschärfungen. Auf sich allein gestellt, reichte es als 26. in 4:07,854 Minuten nicht für die A-Finals.

Böse Überraschung dann am nächsten Morgen: Kurz vor dem Start der Finalläufe über 1000 Meter setzte starker Regen ein. Als die Bahn im Anschluss abzutrocknen begann, riskierte Sofia Güntter den Start auf normalen Rennrollen – in der Hoffnung, dass in den Minuten bis zum Massenstart die Strecke weiter abtrocknen würde. Durchziehende Regenwolken ließen ihren Plan nicht aufgehen. Sofia Güntter kämpfte sich auf der nassen Bahn hinter dem auf Regenrollen davonstürmenden Feld auf Platz 14 ins Ziel. Marco Voigt setzte sofort auf Regenrollen und lief in einem mutigen B-Finale auf Platz 5.

Bei den zwischenzeitlichen Rennen der Aktiven war es bei abtrocknender Bahn zu einigen teils heftigen Stürzen gekommen. Also entschied man, Sofia Güntter auf Regenrollen in ihr Massenstartrennen über 1500 Meter zu schicken. Bei zunehmendem Sonnenschein und aufkommendem Wind abermals eine Fehlentscheidung – scheinbar. In der letzten Minute vor dem Start begann es dann aber noch einmal kurz zu regnen. So lief Sofia Güntter ein befreites Rennen und überholte in der allerletzten Kurve auf Platz 9 liegend ihre Konkurrentinnen Julia Beech (Blau-Gelb Gross-Gerau) und Fanny Palakovics (TDKE Tatabánya/Ungarn). Rang 7, der in Addition zu ihren bisherigen Resultaten zu Kriteriums-Gesamtrang 9 reichte. Marco Voigt kam mit der Bahn zunehmend besser zurecht und lief in einem extrem schnellen B-Finale auf Platz 6 – Platz 24 in der Gesamtwertung.

Noch vor den Rennen in Groß-Gerau waren Sofia Güntter und Marco Voigt nach Geisingen gereist. Dort wurde das ebenfalls zum European Cup zählende Rennen „Arena Geisingen International“ ausgefahren, von rund 700 Speedskatern aus über 30 Ländern.

Wie stark die internationale Konkurrenz einzuschätzen ist, zeigte sich gleich im ersten Rennen, dem Dobbin-Sprint, also eine fliegende Runde über 200 Meter allein gegen die Uhr. Hier gelang es Sofia Güntter, ihre bis dato persönliche Bestzeit um über 1,3 Sekunden zu verbessern. Dennoch reichte ihre neue Bestmarke von 20,286 Sekunden nur für Rang 12. Ähnlich erging es Marco Voigt, der sich vor den Augen der annähernd 1500 Zuschauer mit Rang 27 zufriedengeben musste. Dies war auch seine beste Tagesplatzierung, für die ausstehenden Finalrennen qualifizierte er sich nicht.

Anders Sofia Güntter. Sie setzte sich sowohl im 1000-Meter- als auch 500-Meter-Massenstartrennen in den Qualifikationsläufen durch und erreichte in den Finals über 1000 Meter mit 1:49:277 Minuten und über 500 Meter mit 55,256 Sekunden jeweils Rang 11, was insgesamt Rang 13 bedeutete. Es war nicht nur das beste Ergebnis einer deutschen Teilnehmerin in ihrer Altersklasse, sondern auch das beste Ergebnis des jüngeren Jahrgangs 2008.