KornwestheimAm Montag kann aufgetischt werden

Susanne Mathes, vom 07.09.2017 00:00 Uhr
Mensa mit Wintergarten: Ab Montag wird aufgetischt. Foto:  
Mensa mit Wintergarten: Ab Montag wird aufgetischt.Foto:  

Kornwestheim - Außen haben wir keine Punktlandung geschafft“, sagt Sven Koch mit Blick auf uneingesäten Rasen und große Erdhaufen. „Aber innen haben wir die Punktlandung hinbekommen.“ Darüber ist nicht nur der Fachbereichsleiter fürs Kornwestheimer Gebäudemanagement erleichtert, sondern – stellvertretend für die Schulgemeinde der Silcherschule – auch Rektorin Petra Götz. „Am Montag starten hier 101 Kinder mit dem Essen“, berichtet die Schulleiterin. Wenn Mitte der Woche die neuen Erstklässler dazukommen, werden es rund 150 Schüler sein. „Es ist wunderbar. Vieles an Organisation und Disziplinierung wird wegfallen“, freut sie sich.

Passé die personalaufwendig begleiteten Schülergruppenmärsche ins Haus der sozialen Dienste, die Nerven kosteten und Personal banden. Passé auch bald die lärmige und Schulabläufe behindernde Baustelle, die wohl zu den kompliziertesten zählte, die die Stadt zuletzt zu betreuen hatte. Wurde die Mensa doch nicht nur im laufenden Schulbetrieb ins Untergeschoss eingebaut: Auch sonst trat manche unvorhergesehene Schwierigkeit auf. „Gut, dass wir straffe Vorgaben an die Handwerker gemacht und Abläufe komprimiert hatten“, meint Sven Koch. Das habe gewisse Puffer geschaffen, die dann auch notwendig gewesen seien. Etwa als man feststellte, dass ohne Ertüchtigung der Fundamente das ganze Vorhaben nicht umzusetzen sei.

Zudem wurde im Zuge der Umbauten ein Brandschutzkonzept für die Schule erarbeitet, das auch weitere Nachrüstungen im ganzen Gebäude nach sich zieht. Die Schule kann auch nicht mehr wie seither über den Trafo des Rathauses mit Strom versorgt werden: Dessen Kapazitäten reichen für den Bedarf – die Küche in der neuen Mensa ist nicht nur als Ausgabe-, sondern auch als Aufwärm-Küche konzipiert – nicht aus. Die Versorgung läuft künftig über einen anderen Trafo in der Nachbarschaft. Die technischen Voraussetzungen, um die Schule fit für die Digitalisierung zu machen, seien ebenfalls geschaffen worden, ergänzt Birgit Scheurer, Leiterin des Fachbereichs Kinder, Jugend, Bildung.

Vom Land bekommt die Stadt 131 000 Euro Zuschuss für die neue Mensa. „Weit entfernt von den berühmten 33 Prozent, von denen beim Thema Ganztagsschulausbau immer die Rede ist“, bemerkt Oberbürgermeisterin Ursula Keck spitz. Denn diese 33 Prozent bezögen sich nach wie vor auf Neubauten und nicht auf Umbauten in Bestandsgebäuden. Das Kornwestheimer Beispiel zeige, dass diese Regelung am Bedarf und den Realitäten vorbeigehe. Die Interessenvertretungen der Kommunen, etwa der Städtetag, seien zwar um neue Förderkriterien bemüht, fügt Birgit Scheurer hinzu. Doch selbst wenn etwas erreicht werde: „Für die Bezuschussung der Silcherschul-Mensa wäre das auf jeden Fall zu spät.“

Zu der 165 Quadratmeter großen Mensafläche mit ihren 110 Plätzen – sie ist somit die größte der Kornwestheimer Schulmensen – gesellen sich neben der Küche unter anderem ein Personal- und ein Technikraum. Technisch aussgestattet ist die Mensa so, dass sie sich auch für andere Veranstaltungen eignet – eine Aula hat die Schule nicht. „Für große Konferenzen, Elterncafés oder Vorträge können wir diesen Raum gut gebrauchen“, sagt Petra Götz. Der Werkraum und die Schulküche, über deren einstiger Fläche sich nun der Speisesaal erstreckt, wurden in die ebenfalls im Untergeschoss gelegene ehemalige Hausmeisterwohnung verlegt. Neu entstanden ist im einstigen Treppenhaus des vormaligen Lehrerausgangs ein Elternsprechzimmer. Auch das werde, so Götz, dringend benötigt. Mit in die Mensa kommt das Personal aus dem Provisorium im Haus der sozialen Dienste – Andrea Malsch und Klaudia Fekete-Kiss sind im neuen Domizil schon schwer mit Vorbereiten beschäftigt. „Sie kennen die Schüler und ihre Vorlieben schon, und ihre vertrauten Gesichter sind für die Kinder total wichtig“, betont Petra Götz. Eine Einschätzung, die Birgit Scheurer als langjährige Kantinen-Nutzerin nur unterstreichen kann.

Jetzt müssen sich die Eltern noch an die neuen Bestellmodalitäten fürs Essen gewöhnen. Im Interim übernahm dies mangels geeigneter Infrastruktur die Schule, nun müssen die Kinder selbst fristgerecht online vorbestellen und zur Ausgabe personalisierte Chip-Coins vorlegen. An den anderen Schulen ist das bereits Usus. An der Silcherschule war gestern aber erst rund die Hälfte der Essen, die am Montag ausgegeben werden sollen, bestellt.