Kornwestheim Antrag der SPD: Politik erwägt Mieterlass für Abschlussfeiern im K

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Für Festlichkeiten bietet das K viele Möglichkeiten, doch nicht alle Abschlussklassen haben dort den Abschied von ihrer Schule gefeiert. Foto: Werner Kuhnle (Archiv)

Kornwestheim - Können die Kornwestheimer Schulen das K bald kostenlos für ihre Abschlussfeiern nutzen? Das zumindest fordert die SPD-Fraktion in einem Antrag, der in knapp drei Wochen im Verwaltungs- und Finanzausschuss öffentlich beraten werden soll. Zwar kommt der Vorschlag bei den übrigen Ratsfraktionen grundsätzlich nicht so schlecht an. Es zeichnet sich jedoch ab, dass es noch Klärungsbedarf in der Sache gibt.

Wörtlich fordern die Sozialdemokraten in ihrem Antrag, „den weiterführenden Kornwestheimer Schulen bei ihren Abschlussfeiern im K sämtliche Kosten der Anmietung, einschließlich der Regiekosten, zu erlassen“. Als Begründung heißt es, das Ernst-Sigle-Gymnasium, die Theodor-Heuss-Realschule und die Philipp-Matthäus-Hahn-Gemeinschaftsschule hätten in ihren Schuletats keinen Titel, aus dem sie die Kosten für die Nutzung der Örtlichkeit für ihre Abschlussfeiern finanzieren können. Die Schulen seien daher gezwungen, die Kosten auf die Eltern zu übertragen.

In einer Pressemitteilung zum Thema wird der Bildungsexperte der SPD-Fraktion und ehemalige Rektor der Gemeinschaftsschule, Dr. Roland Bertet, zitiert: „Es kann nicht sein, dass sich die Kornwestheimer Schüler andernorts nach günstigeren und bezahlbaren Festsälen umschauen müssen, während wir vor Ort mit dem K eine tolle Location haben. Ein solcher Entschluss vonseiten der Stadt und des Gemeinderates wäre ein Zeichen der Wertschätzung und der Anerkennung der erbrachten Leistungen von Schülern und Schulen.“ Der stellvertretende SPD-Ortsvereinsvorsitzende Florian Wanitschek möchte, „dass die Stadtverwaltung von sich aus frühzeitig mit den Schulen die Termine der Abschlussfeiern koordiniert und die Räume im K dafür freihält.“ Man sei durch Eltern auf das Thema aufmerksam gemacht worden, nachdem Schüler sich auswärts nach Räumlichkeiten umgesehen hatten.

Bisher ist es so, dass Schulen eine Ermäßigung gewährt wird. Sie werden in einen Sondertarif eingestuft und erhalten daher einen Erlass von Zweidritteln des Standardtarifs, teilt die Verwaltung mit.

„Grundsätzlich ist es immer wünschenswert, dass Kornwestheimer Schüler in Kornwestheim feiern können“, meint Hans Bartholomä, der Vorsitzende der CDU/FDP-Fraktion im Gemeinderat. Der Antrag der SPD ziele in die richtige Richtung. „Über die genauen Modalitäten muss man sich aber noch unterhalten“, sagt er. Er will daher die Stellungnahme der Verwaltung abwarten und das Thema in der Fraktion ansprechen. Nicht gut kommt bei Bartholomä an, dass die SPD-Fraktion den Vorschlag nun einbringt, obwohl für ein erarbeitetes Strategiekonzept vor noch nicht allzu langer Zeit bereits alle Einnahmen und Ausgaben des Haushalts unter die Lupe genommen worden seien. „Dabei haben wir auch über die Schulen gesprochen.“ Bartholomä sieht den Antrag der SPD daher als Versuch an, Wahlkampf zu betreiben.

Gabi Walker, Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, findet die Idee der Sozialdemokraten grundsätzlich ebenfalls gut, sagt aber auch: „Den Weg halte ich für diskussionswürdig. Ich glaube nicht, dass wir den Antrag so im Wortlaut mitgehen können.“ Zwar fände sie es schön, wenn alle Schüler in Kornwestheim ihren Abschluss feiern könnten. So einfach sei die Sache aber nicht. Nach Ansicht von Walker muss man in diesem Zusammenhang über das Thema Schuletats reden. Es könne nicht sein, dass manche Schulen pro Jahr zwei, andere nur eine oder gar keine Veranstaltungen kostenfrei im K ausrichten. Die Stadträtin gibt zudem zu bedenken, dass auch die Belegungspläne berücksichtigt werden müssen.

Positiv kommt der SPD-Vorschlag bei Thomas Ulmer an, dem Vorsitzenden der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/Die Linke. „Wir haben das Thema in jüngster Zeit nicht diskutiert, aber ich denke, dass wir den Antrag unterstützen werden“, sagt er. Und weiter: „Wir müssen viel für unser soziales Gefüge tun.“ Eine finanzielle Unterstützung der Schulen wolle er gerne mittragen.

Auch aus Sicht von Christoph Mühlthaler, Leiter des Gymnasiums, wäre eine Entlastung wünschenswert. „Solche Veranstaltungen sind für die Schüler sehr teuer“, sagt er. Nachdem der diesjährige Jahrgang auswärts gefeiert hat, soll der nächste Abiball wieder im K stattfinden. Ein Termin ist bereits gebucht.

 
 

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