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Kornwestheim Atmosphäre fast wie in einer Universität

Gülay Alparslan, vom 09.09.2018 00:00 Uhr
Musik auf dem Salamander-Areal: Die Deutsche Pop hat sich vorgestellt. Foto:  
Musik auf dem Salamander-Areal: Die Deutsche Pop hat sich vorgestellt. Foto:  

Kornwestheim - Auf den Gängen im dritten Stock von Bau 5 herrscht ein reges Treiben. Es ist „Open Day“ bei der Deutschen Pop. Die Besucher haben die Möglichkeiten, sich über Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten an der Akademie auf dem Salamander-Areal zu informieren. Einer, der schon länger dabei ist, aber erst heute eine Ausbildung beginnt, ist Janni Michailidis (22). Seine Mutter arbeitet bei der Deutschen Pop, weshalb er bereits viel Zeit in der Akademie verbracht und gelegentlich auch mal ausgeholfen hat. Was möchte er später einmal machen? Er habe sich für eine Ausbildung zum Marketingkommunikationskaufmann entschieden, erzählt er, während er durch die Akademie führt und die Unterrichtsräume zeigt.

In einigen Räumen laufen noch Workshops. Hinter den verschlossenen Türen mit Glaseinsatz sieht man zumeist junge Menschen, die den Dozenten konzentriert zuhören. Es gibt sechs Fachbereiche, in denen man sich zum Eventmanager, Moderator, Synchronsprecher, Fotojournalisten, Modedesigner oder Make-up-Artisten, aber auch zum Fitnesstrainer oder Gamedesigner ausbilden lassen kann.

Inmitten eines mit Spiegeln an zwei Wänden versehenen Raumes steht Alexander Becker, Visagist und Hairstylist. Mit einem freundlichen „Hallo“ ermutigt er Vorbeilaufende, in das Zimmer einzutreten. Er ist gerade dabei, seinen Workshop-Teilnehmerinnen an einem Modell zu demonstrieren, wie man mit einem Konturenstift Lippen eine „natürlich vollere Form“ verpasst.

Derweil stehen Jenny (26) und Sarah (21) im Gang und unterhalten sich. Jenny macht eine Ausbildung zur Sprecherin bei der Akademie und will später einmal Moderatorin werden – nebenberuflich, denn eigentlich ist sie studierte Architektin. Beim Campusfest darf sie ihr Können unter Beweis stellen und die Moderation übernehmen.

Standortleiter Dominik Rüter berichtet, dass die Akademie Dozenten beschäftige, die Profis in ihren Arbeitsfeldern seien und mitten im Berufsleben stünden. Damit will sie gewährleisten, dass den „Schülern eine möglichst praxisnahe Ausbildung“ geboten wird. Rüter selbst hat vor drei Jahren als Dozent bei der Akademie angefangen und ist seit Januar Standortleiter. Einmal im Jahr lädt die Akademie zum Campusfest ein, bei dem Studenten aus dem Musikbereich die Chance haben, ihre Songs live vor einem Publikum zu präsentieren.

Da die Deutsche Pop eine private Akademie ist, gibt es kein Aufnahmeverfahren wie an staatlichen Einrichtungen und auch keine Bewerbungsfristen. Wer sich für eine Ausbildung anmeldet, bekommt grundsätzlich auch einen Platz. Die Kurse beginnen jeweils am 1. Januar und am 1. Oktober. Da sich die Akademie über Kursusgebühren finanziert, müssen die Teilnehmer selbst tief in die Tasche greifen. Am Ende eines erfolgreich abgeschlossenen Kurses erhält jeder Teilnehmer ein Zertifikat. Dieses ist jedoch nicht staatlich anerkannt. Für ambitionierte Teilnehmer besteht allerdings die Möglichkeit, ein Bachelorstudium inklusive Diplom an die Ausbildung dranzuhängen.

Einer, der es geschafft hat, ist Oliver Steigauf (21), auch bekannt als DJ AeroTrax. Oliver ist Luft- und Raumfahrtstudent an der Universität Stuttgart. Daneben macht er eine Ausbildung zum Musikassistenten und komponiert Songs. Er ist unter den 13 Absolventen, deren Studentenprojekt auf der Campus Compilation, einer CD mit den besten Kompositionen und Liedern, vertreten ist. Entstanden sei der Song, als er mit Freunden abgehangen und herumexperimentiert habe. Das Ergebnis heißt „Chinch“. Und auch der Song war beim Campusfest am Samstag auf dem Salamander-Areal zu hören.