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Kornwestheim Autos blitzen und blinken um die Wette

Sabine Baumert und Werner Waldner, vom 08.04.2018 00:00 Uhr
Autos in der Innenstadt: die Automeile lockte viele Interessenten an. Foto: Horst Dömötör
Autos in der Innenstadt: die Automeile lockte viele Interessenten an. Foto: Horst Dömötör

Kornwestheim - Vermutlich sehen wir aus wie nach einem verlängerten Wochenendurlaub in Südtirol“, mutmaßte Mark Wegst. Aber in Südtirol waren sie nicht, die Autohändler und ihre Mitarbeiter, sondern auf der Automeile in Kornwestheim – und das bei bestem Frühlingswetter. In der Innenstadt blitzte und blinkte es um die Wette – nicht nur, weil die Autos allesamt neu, sondern weil sie bis zur letzten Minute geputzt und gewienert worden waren.

Mit einem verlängerten Wochenende in Südtirol hat die Automeile nichts gemeinsam. Für die Beschäftigten aus den Autohäusern ist es ein anstrengender Job. Allein bis die Autos an Ort und Stelle stehen, vergehen Stunden. Den ganzen Tag über geben sie bereitwillig Auskunft zu neuen Modellen, diskutieren über den Sinn und Unsinn von Fahrverboten, sprechen über E-Mobilität und die Zukunft des Diesels.

Mark Wegst vom gleichnamigen Autohaus (Opel, Mazda, Seat) hat den von der Deutschen Post entwickelten Streetscooter dabei, einen Transporter für Gewerbetreibende. Bis nach Südtirol käme man damit nicht, aber mit einer Reichweite von rund 250 Kilometer sei es ein interessantes Angebot für Gewerbetreibende, die in der näheren Umgebung unterwegs sind.

Das Autohaus Brunhold (Alfa Romeo, Jeep) ist das erste Mal bei der Kornwestheimer Automeile dabei. Ob sich der Aufwand gelohnt habe, das werde man die nächsten Wochen sehen, sagt Michael Schubert. Aber er habe interessante Gespräche geführt, von denen er hofft, dass sie im Autohaus fortgesetzt werden.

Nicht zu übersehen ist die Skoda-Crew von Hahn Automobile, ist sie doch quietschgrün gekleidet. Die Automeile sei eine gute Gelegenheit, sich vorzustellen, sagt Matthias Mohrbacher. Erst seit Februar ist die Automarke in Kornwestheim vertreten. Mit der Resonanz ist Mohrbacher zufrieden. Besonders für Leasing-Angebote würden sich die Kunden interessieren. Vorm Wette-Center ist Hahn Automobile mit VW vertreten. Manfred Kirsammer kommt kaum dazu, Pause zu machen, so viele Gespräche gilt es zu führen. Ein besonders großes Interesse registriert er an Fahrzeugen mit erhöhten Plätzen.

Jörg Gutjahr vom Autohaus Ditting (Peugeot) wirbt – allen Unkenrufen zum Trotz – für den Diesel. „Vom Wirkungsgrad her ist das immer noch der beste Motor“, sagt er. Und die neuen Fahrzeuge erfüllen alle die Euro 6-Norm.

René Rading (Autohaus Marquardt, Nissan) freute sich nicht nur über das gute Wetter, das viele Menschen ins Freie und in die Innenstadt gelockt habe, sondern auch über ein „wissbegieriges Publikum“ in Kornwestheim. Er habe interessante Gespräche geführt, sagte er.

Bei D+S Automobile (Landrover, Jaguar) kann Markus Servatius mit dem Evoque-Cabriolet punkten, das viele Blicke auf sich zieht und in dem immer wieder Interessierte Platz nehmen. Sieben Fahrzeuge hat das Asperger Autohaus nach Kornwestheim gefahren.

Die Automeile sei eine gute Plattform, sich mit seinen Modellen zu präsentieren, freut sich Nicola Tolisano vom Autohaus Solitude (Ford). Er registriert ein besonders großes Interesse an den SUV.

Mit gleich 19 Fahrzeugen ist das Autohaus Haass (Renault, Dacia) in Kornwestheim dabei. Drei Stunden dauert es, bis alle Autos in der Bahnhofstraße stehen. Es gehe darum, den Kunden die Möglichkeit einzuräumen, sich in „ungezwungener Atmosphäre“ über die Modellvielfalt zu informieren, sagt Andreas Bauer. Und es sei ja auch schön, wenn die ganze Familie die Gelegenheit habe, nach einem neuen Fahrzeug Ausschau zu halten.

Wobei der Autokauf, wie bei der Automeile zu beobachten war, eher noch Männersache ist. Während die Herren der Schöpfung über Motorleistung oder Antriebsarten fachsimpelten, interessierten sich die restlichen Familienangehörigen eher für Praktisches – wie viel etwa in den Kofferraum des Gefährts passt oder wie viel Platz für die Kindersitze auf der Rücksitzbank ist. Das herrliche Frühsommerwetter lud zum Flanieren zwischen den neuesten Modellen der verschiedenen Marken ein. Die zahlreichen älteren Ehepaare dachten wohl ähnlich wie Horst Allgaier. „Man muss doch mitreden können“, fand er. Ein Autokauf steht zurzeit allerdings nicht an.

Wer sich von den vielen automobilen Eindrücken erholen wollte, fand genügend Möglichkeiten, sich zu stärken. Die Skizunft hatte die „Kornwestheimer“ im Angebot, eine Currywurst mit Zwiebel, Gurke und Mayo. Mit Pommes ergab das sogar einen „Kornwestheimer Teller“. Eine Dame hatte da allerdings einen Sonderwunsch: „Mit Zwiebel und Gurke, aber ohne Curry“. Regelrecht umlagert waren die Eisdielen. Die Saison hat begonnen.

Für Kinder, denen es trotz der Hitze nach sportlicher Betätigung zumute war, gab es eine Hüpfburg in Form einer riesigen Giraffe. Auf dem Bahnhofs- und dem Holzgrundplatz konnten jüngere Kinder in Mini-Eisenbahnen ihre Runden drehen. Ein Mädchen setzte sich gleich neben ihren Bruder direkt hinter die Lok. Einen anderen kleinen Buben dagegen musste der erwachsene Zuglenker erst dazu ermuntern: „Sonst ist es doch ein Geisterzug“. Für spannende Unterhaltung sorgte daneben das „Sigmaringer Puppentheater“.

Ein Teil der Kornwestheimer Geschäfte hatte zum verkaufsoffenen Sonntag die Pforten geöffnet und mit besonderen Aktionen die Kunden überrascht. Die Automeile, hat Jens Bartmann, Vorsitzender des Bundes der Selbstständigen, beobachtet, stelle immer noch den Auftakt zur Freiluftsaison dar – mit südtiroler Wetter in diesem Jahr umso mehr.