Kornwestheim Bezirksbau sucht neuen Geschäftsführer

Werner Waldner, vom 16.05.2018 08:00 Uhr
Matthias Aigner Foto: z/Archiv
Matthias Aigner Foto: z/Archiv

Kornwestheim - Vor zwei Jahren, am 1. März 2016, hat Matthias Aigner seine Arbeit als kaufmännischer Vorstand der Bezirksbaugenossenschaft Altwürttemberg aufgenommen. Spätestens im kommenden Jahr wird er das Unternehmen wieder verlassen. Der Vertrag, der zum 31. März 2019 ausläuft, wird nicht verlängert. Das teilte das Unternehmen am Montagabend mit. „Der Aufsichtsrat und der kaufmännische Vorstand haben unterschiedliche Auffassungen über die zukünftige Ausrichtung der Genossenschaft“, heißt es lapidar. Näher wollen sich die beiden Seiten nicht zu den Gründen der bevorstehenden Trennung äußern.

Damit kommt es innerhalb von nur wenigen Jahren zum dritten Mal zu einem Wechsel in der Geschäftsführung der Genossenschaft, die rund 3300 Mitglieder zählt und in der Region 2200 Wohnungen ihr Eigen nennt. Aigner war vom Siedlungswerk Stuttgart zur Bezirksbau nach Kornwestheim gewechselt. Die Aufgabenstellung war klar: Der Aufsichtsrat sah einen „Sanierungsstau“ in den vorhandenen Immobilien und wollte zudem vermehrt ins Neubaugeschäft einsteigen. Zu sehr war den Aufsichtsratsmitgliedern dieses Geschäftsfeld in den Jahren zuvor vernachlässigt worden.

Zusammen mit René Rhein, dem technischen Vorstand der Genossenschaft, machte sich Aigner an die Arbeit. So wurden im Jahr 2016 4,1 Millionen Euro in die Sanierung der Häuser investiert, im vergangenen Jahr lag der Betrag sogar noch etwas höher. Aber der Bau von neuen Häusern gestaltete sich schwierig. Platz dafür gab’s nur, wenn der vorhandene Bestand abgerissen wurde. Die Preise, die die Eigentümer von Bauland in der Region verlangen, sind für die Genossenschaft nicht bezahlbar. Damit allerdings auch diese Unternehmen zum Zuge kommen, will die Stadt Kornwestheim beispielsweise ihre Baugrundstücke künftig nicht mehr an den Bauträger vergeben, der den höchsten Preis zu zahlen bereit ist, sondern an den mit dem besten Konzept.

Bereits zum dritten Mal innerhalb von nur wenigen Jahren trennt sich die Bezirksbaugenossenschaft Altwürttemberg damit von einem ihrer Geschäftsführer. Knut Bresgott und der nebenamtliche Vorstand Siegbert Hörer mussten im Sommer 2014 ihre Hüte nehmen, weil in den Jahren 2007 bis 2009 bei den Mietern zu hohe Kabelgebühren abgerechnet worden waren, die erst mit Verspätung wieder erstattet wurden.

Man entschied man sich daraufhin für ein neues Führungsmodell: Ein Kaufmännischer und Technischer Vorstand sollten das Unternehmen in die Zukunft führen. Von Christian Reinhard, der für den kaufmännischen Part verantwortlich zeichnete, trennte sich die Bezirksbau schon nach wenige Monaten. Und auch Matthias Aigner wird auf maximal drei Jahre in der Kornwestheimer Genossenschaft kommen. Der Technische Vorstand René Rhein ist nach wie vor an Bord.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Richard Schanz, hat seinen Rückzug bereits angekündigt – aus Altersgründen. Schanz feierte gestern seinen 80. Geburtstag. Die Suche nach einem Nachfolger für ihn hat begonnen.