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KornwestheimDas Ende der Sandwichposition

Birgit Kiefer, vom 28.12.2012 00:00 Uhr
Kornwestheim wird  am 1. Januar zur Umweltzone. Foto: dpa
Kornwestheim wird am 1. Januar zur Umweltzone.Foto: dpa

Kornwestheim - Kornwestheim ist drinnen, Pattonville ist draußen. Nicht die ganze Gemarkung der Stadt wird zur Umweltzone gehören, die ab Dienstag, 1. Januar, gilt. Ab dem Stichtag dürfen nur noch Fahrzeuge mit grünen Plaketten in Kornwestheim fahren. Autos mit gelben Plaketten benötigen eine Sondergenehmigung, Fahrzeuge mit roten Plaketten sind definitiv ausgeschlossen. Kornwestheim nimmt damit – zumindest zum Teil – alle drei Stufen zur Umweltzone auf einmal. Gleiches gilt für Asperg, Bietigheim-Bissingen, Möglingen und Tamm. Während in Ludwigsburg bereits 2008 die erste Stufe, Anfang 2012 die zweite und mit Jahresbeginn 2013 die dritte Stufe genommen wird, nehmen die neu in die „Umweltzone Ludwigsburg und Umgebung“ aufgenommenen Gemeinden sofort die höchste Stufe.

Dass Pattonville, dessen westliche Hälfte zu Kornwestheim gehört, nicht in die Umweltzone aufgenommen wurde, begründet die Pressereferentin des Regierungspräsidiums Nadine Hilber damit, dass es keinen Sinn gemacht hätte, den Stadtteil entlang der John-F.-Kennedy-Allee „markungsscharf“ zu trennen. Das wäre keine „sachgerechte Aufteilung“ gewesen. Den Autofahrern ohne grüne Plakette wäre auch kaum vermittelbar gewesen, dass sie zwar auf der Hauptstraße und auf allen westlichen Straßen Pattonvilles fahren dürfen, auf den östlich von der John-F.-Kennedy-Allee gelegenen Straßen aber nicht. Im Luftreinhalteplan steht, dass mit der Hereinnahme weiterer Gemeinden Lücken geschlossen wurden, eine „Ausdehnung der Umweltzonenregelungen in bisher noch nicht durch Messungen nachgewiesene Bereiche durch enge Grenzziehung nah an den Rändern der bisherigen Umweltzone so klein wie möglich gehalten“ wurde. Für Pattonville sei keine „einvernehmlich andere Abgrenzung“ getroffen worden. Kornwestheim hatte in seiner Stellungnahme gefordert, dass Pattonville nicht geteilt, sondern in seiner Gesamtheit der Umweltzone zugeschlagen werde.

Im Süden wird die erweiterte Zone nun direkt an die Umweltzone Stuttgart anschließen. Dass Pattonville künftig zur Umgehung genutzt wird, ist unwahrscheinlich, erfolgt die Zufahrt von Ludwigsburg und jene von Kornwestheim aus doch über Markungen, auf denen die grüne Plakette Pflicht ist. Kornwestheim habe sich bisher in einer „Sandwichposition“ befunden, kommentiert die Stadt die Entwicklung in einer Pressemitteilung. Daher werden auch kaum neue Schilder aufzustellen, sondern vor allem bestehende Schilder zu entfernen sein. Die Mitarbeiter des städtischen Bauhofes sind mit der Aufgabe betraut. Die Verkehrszeichen werden am 2. Januar in Kraft gesetzt. Nach Auskunft der Zulassungsstelle des Landratsamtes Ludwigsburg gibt es in Kornwestheim derzeit insgesamt 15 328 Pkw mit grüner Plakette und 366 Pkw ohne grüne Plakette. Bei den Lkw gibt es insgesamt 525 Fahrzeuge mit grüner Plakette und 105 Fahrzeuge ohne grüne Plakette. Das heißt, dass 2,8 Prozent der Kornwestheimer Fahrzeuge keine grüne Plakette haben und damit ab 1. Januar 2013 nicht mehr in Kornwestheim fahren dürfen. Das Regierungspräsidium Stuttgart geht auch davon aus, dass es durch die große räumliche Ausdehnung, die die erweiterte Umweltzone zusammen mit der Stuttgarter hat, zu keinem nennenswerten Ausweichverkehr kommt.

Es wird aber auch ab dem 1. Januar noch Ausnahmen für Fahrzeuge geben, zum Beispiel für Arbeitsmaschinen, land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen sowie Krankenwagen – und für Autofahrer in Pattonville.

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