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Kornwestheim Das K wird erstmals zum Opernhaus

Michael Bosch, vom 16.05.2018 18:26 Uhr
Kommt im März 2019 ins K: Hagen Rether Foto: z
Kommt im März 2019 ins K: Hagen Rether Foto: z

Kornwestheim - Die Güte eines Kulturprogramms zu bewerten, das hängt auch immer vom persönlichen Geschmack ab. Deshalb können Sophie Beutel und Johannes Ellrott, die beiden Kulturmanager der Stadt, auch nicht wirklich einen Vergleich ziehen zu den Programmen der vergangenen Jahre. „Uns ist wichtig, dass wir Qualität in dem familiären Rahmen, den wir hier haben, bieten“, sagt Johannes Ellrott. Und über das neue Programm für die Spielzeit 2018/19: „Es ist wieder für jeden etwas dabei.“ Auch ein paar echte Publikumsmagneten – das lässt sich wohl objektiv sagen.

In Hagen Rether haben sie einen der bekanntesten und momentan auch angesagtesten Kabarettisten Deutschlands gewonnen. Der 48-Jährige wird Ende März kommenden Jahres das Publikum unterhalten, mit seinem Programm „Liebe“ aber sicher auch zum Nachdenken anregen. Beutel bezeichnet Rether als „Messias des Kabaretts“ und merkt an, dass die gut dreieinhalbstündige Show wohl das längste Programm sein wird, „das wir hier jemals auf der Bühne hatten“. Rether schaffe den Spagat zwischen lustig, politisch, unterhaltsam und nachdenklich. Und das sei auch immer wieder die Richtschnur für sie, wenn sie das Programm zusammenstellten, berichten die beiden Kulturmanager. „Man muss nicht immer wohl beseelt aus dem K kommen“, meint Ellrott. „Wir wollen viele Facetten abbilden“, ergänzt Beutel, „und das ist uns gelungen.“

Preisgekröntes Theaterstück aus Spanien

Die spanische, international preisgekrönte Produktion „André und Dorin“ (8. Dezember 2018) gehört zu den Höhepunkten des Theaterkalenders im K. „Wir haben mit Kollegen gesprochen und die waren alle restlos begeistert“, sagt Beutel. Die Gruppe Kulunka Teatro kommt dank ausdrucksstarker Masken ganz ohne Mimik und Sprache aus. Mit diesem Konzept wolle man – in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Asyl – auch Migranten ansprechen, betont Oberbürgermeisterin Ursula Keck. „Wir wollen auch Leute ins K holen, die sonst wegen der Sprachbarriere eher nicht kommen würden.“

Opernfans sollen mit „La Triviata“ am 10. November auf ihre Kosten kommen. Das Stück wurde extra fürs K produziert, ist eine Premiere. „Wir wollen zeigen, wie eingängig und ergreifend Opernmusik sein kann“, sagt Johannes Ellrott. Und nicht nur das Stück wird ein Premiere sein, auch fürs K ist es etwas Neues: eine Oper gab’s nämlich noch nie.

Aber auch Altbekanntes und alte Bekannte werden wieder im K zu sehen sein. Zum Beispiel kommt die A-cappella-Truppe Füenf wieder (8. November), es gibt ein Wiedersehen mit Graceland (29. November) und mit Claudia Carbo (13. Dezember). Dass Künstler auch ein zweites Mal in Kornwestheim im K auftreten, liege zum einen daran, dass sich die Künstler im Kulturzentrum wohlfühlten, wie Claudia Münkel, Betriebsleiterin des K, betont. Oder aber es gibt gute Rückmeldung vom Publikum. Das einzubinden, ist den Machern im K wichtig. Wie in den vergangenen Jahren auch solle es wieder Angebote zum Mitmachen geben. Zum Beispiel vor dem Poetry Slam (9. März 2019), der zum literarischen Teil des Programms zählt. Drei der Veranstaltungen – unter anderem die Autorenlesung mit Joan Weng – werden in der Stadtbücherei stattfinden.

Kinder ans Theater heran führen

Da das K ein Haus für jung und alt sein soll, gibt es wieder ein anspruchsvolles Kinderprogramm. Es sei erstaunlich, was man Kindern schon zumuten könne, und welche Metaebenen sie erkennen würden, betont Johannes Ellrott. Deshalb habe man mit „Die große Wanderung“ ein Theaterstück aufgenommen, dass sich ums Thema Flucht dreht. „Wir ziehen uns unser junges Theaterpublikum mit heran“, sagt Münkel. Die Kleinsten sind oft begeistert, wenn sie zum ersten Mal ins K kommen. Das gelte aber auch für Erwachsene, betont Johannes Ellrott. Und deshalb haben sie das neue Programm unter das Motto „Immer einen Blick wert“ gestellt.