Kornwestheim Das LAZ Salamander ist Geschichte

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Der SVK und die Ludwigsburger Leichtathleten gehen künftig wieder getrennte Wege. Foto: z

Kornwestheim - Er war der unangefochtene Chef der Leichtathletik in Kornwestheim. 55 Jahre leitete Prof. Hanspeter Sturm die Abteilung, vor 15 Jahren war er federführend beim Zusammenschluss mit mehreren Vereinen aus dem Kreis Ludwigsburg zum Leichtathletikzentrum (LAZ) Salamander Kornwestheim/Ludwigsburg. Ohne den starken Mann an der Spitze – Sturm verstarb vor fünf Jahren – hat das Konstrukt LAZ Salamander nicht lange überlebt. Sechs Vereine – der SKV Eglosheim, die DJK, der MTV Ludwigsburg, der TV Neckarweihingen, der TV Marbach und der SV Spiegelberg – gründen jetzt laut einer Pressemitteilung vom gestrigen Tag ihr eigenes LAZ Ludwigsburg. Das LAZ Salamander ist Geschichte. Die Machtverhältnisse im neuen LAZ sollen sich grundlegend ändern und jeder Verein gleichberechtigt durch einen Delegierten vertreten sein, berichtet Gerhard Uhl, Vorsitzender des SKV Eglosheim. Er koordiniert die Neugründung. Bisher sei innerhalb des LAZ alles per Absprache geregelt worden. Es habe keine festen Zuständigkeiten gegeben, das habe für Unstimmigkeiten gesorgt.

Die austretenden Vereine hatten unter anderem eine Namensänderung angestrebt, die allerdings vom SV Kornwestheim abgelehnt wurde. Laut Uhl hätte sich ein gewisser Unmut bei den Ludwigsburger Vereinen aufgestaut, die die Hauptlast bei der Finanzierung, den Trainern und der Betreuung getragen hätten. „Auf den Anzeigentafeln bei Wettkämpfen stand aber Kornwestheim.“ Gerhard Bahmann, Präsident des SV Kornwestheim, kann das Bestreben der bisherigen Partner nachvollziehen. „Die Gewichte haben sich seit der Zeit von Herrn Sturm verändert“, räumt er ein. Mit eine Rolle habe sicher auch gespielt, dass im Jahr 2004 die Firma Salamander als großer Hauptsponsor auf Kornwestheimer Seite weggefallen ist. Spitzenathleten könnten sich seither weder das LAZ Salamander noch der SVK leisten.

Eine Namensänderung sei für seinen Verein nicht in Frage gekommen, stellt Bahmann klar. „Wenn das ‚Kornwestheim’ verschwindet, macht es für uns keinen Sinn mehr, wir wollen nicht das fünfte Rad am Wagen sein.“ Man habe sich sportlich-fair auf eine Trennung geeinigt. Der SVK werde künftig einfach wieder unter seinem eigenen Namen bei Wettkämpfen antreten.

Uhl lädt die Kornwestheimer explizit zum Beitritt beim LAZ Ludwigsburg ein. „Die Tür steht ihnen nach wie vor offen“, sagt er. Dem TV Marbach vermutlich auch. Der plant nämlich ungeachtet der Pressemitteilung derzeit noch keinen Beitritt. Der Leichtathletik-Abteilungsleiter des TVM, Wolfgang Häfner, gibt an, erst an diesem Dienstag mit den Plänen konfrontiert worden zu sein, sodass er sich zunächst mit dem Gesamtverein über das weitere Vorgehen absprechen muss. Die Auswirkungen auf das neue LAZ Ludwigsburg sind jedoch überschaubar, da der TVM seit vielen Jahren keine Wettkampfsportler mehr stellte.

Auch Bahmann sieht seinen Verein inzwischen längst nur noch als „Ausbildungsbetrieb für den Aktivenbereich“. Beim Jugendsport werde der Anspruch auf Spitzensport nicht aufgegeben, aber im Aktivenbereich „sind wir nicht willens, die Preistreiberei mitzumachen“. Dass sein SVK sich dem LAZ Ludwigsburg eines Tages doch noch anschließt, will Präsident Bahmann nicht rundweg ausschließen.

Marc-Julian Bonnet, bis vor Kurzem Haupttrainer für den SVK, sieht seinen Verein gut auf die Trennung vorbereitet. Der SVK werde eine Teilzeitkraft für das U16- bis Aktiventraining einstellen, kündigt er an. Die Trainingsgruppen müssten umorganisiert werden.

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