Kornwestheim Die abenteuerlichste Reise ihres Lebens

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Sven Holzberger (rechts außen) und Alexander Pflug unterstützten ein Kinderheim in Westafrika. Foto: z

Kornwestheim - Manchmal sind es die ruhigen Momente, die sich ins Gedächtnis brennen. „Die Wüste“, sagt Sven Holzberger, „die hat uns am meisten beeindruckt.“ Und er ergänzt: „Diese Stille und der Sternenhimmel – das war schon etwas Besonders“. Oft sind es auch die Menschen, die berühren. „Die extreme Armut in Mauretanien, die hat uns sehr berührt“, berichtet Holzberger weiter. Und dann gibt es noch jene kulturellen Besonderheiten und Skurrilitäten, die gleichsam zu besonderen Erlebnissen werden. Zeitweise begleitete und schützte das Militär den Konvoi in unsichereren Gegenden. Und dann ist da noch die Geschichte mit dem Taxifahrer, der zu zügig unterwegs war – und von der Polizei festgenommen wurde. Holzberger und sein Mitstreiter Alexander Pflug verpassten deswegen ihren Flug um eine Viertelstunde.

Die wohl abenteuerlichste Reise ihres Lebens haben der Kornwestheimer Sven Holzberger und sein Kollege Alexander Pflug von der Technischen Berufsschule in Aalen im Dezember des vergangenen Jahres angetreten. Die beiden Männer brachten einen alten Mercedes auf Vordermann und nahmen damit an der Wohltätigkeitsrallye „Dust and Diesel“ teil. Am kommenden Freitag, 16. November, berichten die beiden Wüstenracer und Lehrer von ihrem Trip. Die Zuschauer erwarten Impressionen der 18-tägigen Reise, filmisch und fotografisch festgehalten und präsentiert mit eigens dafür komponierter Musik.

5000 Kilometer führte „Dust and Diesel“ Holzberger und Pflug gemeinsam mit anderen Fahrern durch Westafrika. Sie starteten in Tarifa in Südspanien, Endstation war in Saint-Louis an der Grenze zwischen Mauretanien und dem Senegal. Das Wort „Rallye“ ist dabei nicht wörtlich zu nehmen. Um Geschwindigkeit ging es bei „Dust and Diesel“ nicht. Eher um das Erlebnis – und vor allem auch um den guten Zweck. Holzberger und Pflug sammelten schon vorab Spenden für die Mauretanienhilfe AEPN, um in Nouadhibou, der zweitgrößten mauretanischen Stadt, ein Kinderheim zu unterstützen. Etwa 80 Kinder leben dort, sie haben ein Zuhause gefunden, erhalten Essen und Betreuung. Am Ende der Tour versteigerten die beiden Abenteurer zudem den mühsam wüstentauglich gemachten Mercedes-Kombi. So seien rund 6000 Euro für das Heim zusammengekommen, berichtet Sven Holzberger. Etwa 23 000 Euro brachte die Rallye in diesem Jahr insgesamt von allen Teilnehmern ein.

An Fez erinnert sich der 43-Jährige ebenfalls. „Eine beeindruckende Stadt mit all ihren Gassen und der schönen Altstadt“, sagt der Berufsschullehrer. Auch weiß er noch, wie hilfsbereit die Marokkaner bei Pannen waren und kennt nun die tiefen Schlaglöcher im Senegal. Nicht schön fand er den Müll, der in Mauretanien überall auf den Straßen liegt. Ob er die Rallye wiederholen würde? Das weiß Sven Holzberger nicht. Aber: „Es war auf jeden Fall ein außergewöhnliches Erlebnis.“

 
 

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