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KornwestheimDie einen trifft die Erhöhung mehr, die anderen aber auch

Birgit Kiefer, vom 12.05.2017 19:00 Uhr
Mitwirken in einem Ensemble – hier das Saxofonensemble – berechtigt künftig zu einer verringerten Gebühr. Foto: Archiv/Horst Dömötör
Mitwirken in einem Ensemble – hier das Saxofonensemble – berechtigt künftig zu einer verringerten Gebühr.Foto: Archiv/Horst Dömötör

Kornwestheim - Die gute Nachricht für Kornwestheimer und Pattonviller – egal ob auf Kornwestheimer oder Remsecker Seite – Eltern, deren Kinder die Musikschule besuchen: Fortan gibt es für sie den vergünstigten „Einheimischen-Tarif“. Die schlechte Nachricht für eben diese: Die Gebühren steigen ab 1. September trotzdem um durchschnittlich sieben Prozent. Für Auswärtige hingegen sogar um 20 Prozent. Bürgermeister Dietmar Allgaier hielt in der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses dennoch fest, dass „wir nicht überteuert sind“. Immerhin würde an der Musikschule ausschließlich qualifiziertes Personal auf hohem Niveau den Musikernachwuchs unterrichten.

Die Sonderregelung soll übrigens auch für all jene Schüler gelten, die Teil eines Musikensembles oder Orchesters der Musikschule oder eines Mitgliedvereins des Stadtausschusses für Sport und Kultur sind. „Wir sehen das auch als eine Form der Förderung der Ensemblearbeit“, begründete Allgaier. Die Stadträte konnten dem Vorschlag der Verwaltung in großer Mehrheit folgen – einzig die Freie Wählerin Theresia Liebs verweigerte sich und stimmte mit Nein. Ihre Begründung: Es würden wieder Familien belastet, „es ist nicht Aufgabe der Stadt, genau da zu sparen“.

Eine Änderung gibt es auch bei den Schnupperkursen. Für diese fiel bisher das allgemeine Anmeldeentgelt in Höhe von 20 Euro nicht an. Fortan wird es fällig, wird aber bei anschließender Festanmeldung für ein Instrument nicht erneut gefordert. Die Begründung: Der Verwaltungsaufwand bei Anmeldung zu einem Schnupperkurs ist ebenso hoch wie bei einer Festanmeldung. Die acht Einheiten eines Schnupperkurses müssen zudem künftig innerhalb von drei Monaten abgehalten werden.

Bei der Geschwisterermäßigung gibt es eine Präzisierung. Besuchen Kinder der gleichen Familie die Musikschule, wird auf das Fach mit dem jeweils geringeren Entgelt für das zweite Kind eine Ermäßigung von 20 Prozent, für das dritte eine Ermäßigung von 30 und ab dem vierten Kin eine Ermäßigung von 40 Prozent gewährt. Was bisher nicht eindeutig geregelt war, war die Frage, auf welches Fach sich die Ermäßigung bezieht, wenn eines der Kinder für mehrere Fächer angemeldet ist. Jetzt wird festgeschrieben, dass diese Ermäßigung sich auch auf das Fach mit dem geringeren Entgelt bezieht.

Sozialermäßigungen wird es weiter geben. Eine Reduzierung des Entgelts um bis zu 50 Prozent ist für sozial schwache Familien möglich. Die Begabtenförderung der städtischen Musikschule steht hingegen unter einem ungewissen Stern. Das bisher zur Verfügung gestellte feste Budget entfällt nach einem Gemeinderatsbeschluss, der bereits auf November 2016 datiert. Das Programm wird aber weiter in der Entgeltordnung verankert sein, um auch in Zukunft besonders begabten Schülern eine zusätzliche Unterrichtseinheit zu ermöglichen. Es besteht allerdings kein Rechtsanspruch und die Kosten können von der Musikschule nur dann getragen werden, wenn dafür Spendengelder akquiriert werden. Musikschulleiter Johannes Ellrott konnte während der Sitzung vermelden, dass noch bis Jahresende Geld vorhanden ist. Eine größere Spende der Sparda-Bank über 3500 Euro und eine private Spende machen es möglich.

Ellrott kündigte an: „Wir bauen da sukzessive einen Puffer auf.“ Derzeit seien 18 Kinder in dem Programm, aber die Zahlen variierten von Jahr zu Jahr.