Kornwestheim Die Kinder wünschen sich die Farm-Ritterburg

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19 Jahre sind sie alt, die aktuellen Container. Foto:  

Kornwestheim - Einen Platz zum Chillen, den brauchen wir“. Daran lassen die Jugendlichen der Jugendfarm Kornwestheim keinen Zweifel. Die Planungen für den Ersatz der Sanitär-, Büro und Aufenthaltscontainer, die seit der Gründung der Jugendfarm im Jahr 1999 genutzt werden, laufen an. „Wir stehen ganz am Anfang und begeben uns intensiv auf Sponsorensuche“, kündigt der 1. Vorsitzende der Jugendfarm Kornwestheim an, Michael Schmid. Mit einer Spende des Lions-Clubs Kornwestheim von über 10 000 Euro hat Michael Schmid nun insgesamt 50 000 Euro zusammen. „Wie bei allen unseren Bauprojekten werden wir soviel wie möglich an Eigenleistung einbringen“, sagt Schmid. Auf bis zu 250 000 Euro – einschließlich der Planungskosten für den Architekten – schätzt Schmid die Kosten für den Neubau.

Und für den gibt es schon gezeichnete Vorschläge der Kinder, sogar ganz fantastische – wie Christiane Fackler, die pädagogische Leiterin der Jugendfarm Kornwestheim, findet: Wie zum Beispiel ein Haus in Form einer bunten Kugel, Wasserbetten, und ein Proberaum. Den Erzieherinnen sei wichtig, dass der Charakter der Jugendhüttenfarm auch mit einem größerem Gebäude erhalten bleibt. „Wir haben dann mit den Kindern besprochen und sortiert, was realistisch ist und was nicht,“ erzählt Fackler. Die Ritterburg schließlich ist es, die sich als konkreter Wunsch für ihr neues Aufenthaltsgebäude bei den Kindern und Erziehern durchgesetzt hat.

Seit diesem Sommer hängt die Burg nicht nur als Kinderzeichnung, sondern auch als architektonische Skizze in der Jugendfarm aus. Entworfen hat sie der Architekt Kai Pieper, der Fachmann ist im doppelten Sinne: Als Kind sprang er selbst in der Jugendfarm herum. „Wir haben dort immer unsere Hütten gebaut“, erinnert er sich. Jetzt kann es sein, dass Pieper, der momentan in Basel in einem Architekturbüro arbeitet, tatsächlich ein zehn mal vierzehn Meter großes Gebäude auf der Jugendfarm errichtet. Bis zu 50 Kinder sollen dort zukünftig ein- und ausgehen, ihre Hausaufgaben machen und ein Mittagessen bekommen.

„Die Jugendfarm hat mehr Zulauf als zu ihren Anfängen: „Wir brauchen eine größere Küche und mehr Platz für Büro- und Schularbeiten“ gibt Michael Schmid dem Architekten vor. Kai Pieper fügt deshalb in seinem Plan auf der relativ großen Grundfläche – die an der gleichen Stelle liegt wie die jetzigen Container – gleich drei Gebäudeteile aneinander: Einen Riegel für Sanitär, einen Riegel mit Küche und Büro und einen dritten Gebäudeteil mit Aufenthaltsfläche auf zwei Geschossen. Durch diese Aufteilung will er im Erdgeschoss alles unterbringen, was mit Arbeit, Essen und Hausaufgabenbetreuung zusammenhängt.

„Nur an einer Stelle wächst das Gebäude in ein zweites Geschoss“, erklärt Pieper. Mit seinem Entwurf vom Obergeschoss wird der Traum von der Ritterburg wahr: Das ersehnte Turmzimmer zum Chillen ist mit einer großen Fensterfront versehen und umgeben von einer begrünten Dachterrasse. Pieper kann sich genau vorstellen, was dort passieren wird: „Mädchen und Jungen sitzen mit Limonade im Liegestuhl und spielen Burgherr und Burgfräulein.“

 
 

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