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Kornwestheim Die Leihgabe aus Kornwestheim sorgt für großes Aufsehen

Harald Beck, vom 14.09.2018 09:00 Uhr
Was eine alte Lok so über sich ergehen lassen muss: Die 44 1315 kommt in Göppingen an. Foto: Horst Rudel
Was eine alte Lok so über sich ergehen lassen muss: Die 44 1315 kommt in Göppingen an. Foto: Horst Rudel

Kornwestheim - Guck mal, wie viele Räder der hat.“ Es ist nicht nur die schwarze Dampflokomotive des Typs 44 1315 selbst, die beim städtischen Betriebshof in Göppingen die Blicke auf sich zieht. Auch die Transportmittel für den 100-Tonnen-Koloss und seinen nochmals 30 Tonnen schweren Tender werden ausgiebig bewundert. Der junge Eisenbahnfan – einer von einigen Hundert Schaulustigen, die sich zur Dampflok-Verladung eingefunden haben – hat ganz genau nachgerechnet: Zwölf Achsen mit je vier Zwillingsreifen hat das Gefährt, das die künftige Attraktion des Märklin-Museums quer durch die Göppinger City karren soll. „Der hat ja 96 Räder“.

Kurz nach zehn Uhr hebt die Lok ab

Die Verladung des Eisenbahn-Monstrums, das die Stadt Kornwestheim Märklin als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt hat, ist ein nicht ganz einfaches Unterfangen. Von 7 Uhr an seien die Spezialisten eines Transportunternehmens dabei, den Hebevorgang vom Gleis auf den überlangen Tieflader vorzubereiten, berichtet der Märklin-Sprecher Eric-Michael Peschel. Und kurz nach 10 Uhr ist es so weit. Hunderte Bilder werden von den Dampflokfans rundum geschossen, als sich – unter anderem unter den Augen des Märklin-Museumsleiters Eugen Krey – die 85 Jahre alte Lok am Gestell aus Stahlträgern und Gurten langsam vom Gleis hebt. Zentimeterweise hieven die Kranführer ihre Last nach oben und drehen die 22,5 Meter lange Lok, so dass sie zwischen den Kranen hindurch zum Tieflader bugsiert werden kann. „Bisher klappt alles wie am Schnürchen, das ist fantastisch“, sagt Peschel.

Gerade mal 20 Minuten dauert es, bis die alte Eisendame auf den dicken Holzdielen des Tiefladers steht. Kurz noch mal anheben, und auch die zwei Zentimeter sind korrigiert, um die sich das Gleisstück auf dem Tieflader verschoben hatte. Den Weg vom bisherigen Lokstandort von Kornwestheim über Heilbronn nach Göppingen hat die Veteranin bereits am Wochenende hinter sich gebracht. Mit 30 Kilometern pro Stunde sei die 44 1315 über die Strecke geschleppt worden, so Peschel. „So schnell darf die alte Dame noch rollen“. Sechs Stunden hat die nächtliche Fahrt zum neuen Dampflok-Standort gedauert. Und auch beim Weitertransport durch Göppingen wurden die Abendstunden abgewartet, bis es über die Straßen der Stadt zum Märklin-Museum gehen konnte. So lange war am Mittwoch die Lok samt dem auf einem separaten Tieflader stehenden Tender am Straßenrand in Richtung Poststraße zu bewundern.

Der Koloss passt nicht durchs Eingangstor

Rund 40 000 Euro werde der Transport des neuen Museums-Highlights wohl kosten, sagt der Museumssprecher. Unter anderem mussten die Bäume entlang der Strecke auf die nötige Durchfahrtshöhe von sechs Metern gestutzt werden. „Und auch unser Eingangstor ist zu niedrig“, sagt Peschel. Deshalb rollt die Lok am späten Abend durch zwei Gebäude, um im neuen Heim anzukommen. Am 14. und 15. September ist bei Märklin jeweils von 8.30 bis 18 Uhr Tag der offenen Tür, da kann die große Schwester der kleinen Modelllokomotiven als neues Wahrzeichen bewundert werden. Bevor sie – für mindestens weitere 40000 Euro – restauriert wird