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Kornwestheim Die „Lichtakkorde“ finden filmische Resonanz

Susanne Mathes, vom 11.07.2017 18:00 Uhr
Das Museum im Kleihues-Bau wird Teil eines Dokumentarfilmes über den Maler Bruno Kurz. Foto: z
Das Museum im Kleihues-Bau wird Teil eines Dokumentarfilmes über den Maler Bruno Kurz. Foto: z

Kornwestheim - In der Tanzszene machte die Dokumentarfilmerin Annette von Wangenheim zuletzt mit dem Kino-Portrait „Feuer bewahren – nicht Asche anbeten“ über den Choreografen Martin Schläpfer von sich reden. Auch das Museum im Kleihues-Bau schafft es jetzt in eine ihrer Dokumentationen – dank der Ausstellung „Lichtakkorde“ mit Werken von Bruno Kurz, die am Sonntag zu Ende gegangen ist.

Annette von Wangenheim produziert über den Karlsruher Maler eine Kurzfilm-Trilogie; der erste Teil- „Bruno Kurz – Licht & Farbe“ war im vergangenen Jahr fertig und zeigt, wie die Bilder von Bruno Kurz in seinem Atelier entstehen. Er wiederum hatte dem Filmportrait über Martin Schläpfer eine Werkserie gewidmet, die als Reminiszenz ebenfalls den Titel „Feuer bewahren – nicht Asche anbeten“ trug. Kurz hatte die Art und Weise elektrisiert, mit der die Filmautorin den Choreografen als Suchenden nach den Tiefen des künstlerischen Ausdruckes gezeigt hatte.

Für Teil zwei der Kurz-Filmtrilogie, der sich mit der Präsentation seiner Bilder und dem Korrespondieren der Werke mit den sie umgebenden Räumen befasst, legte das Filmteam auch einen Drehtag in Kornwestheim ein. Es fing die im Galerie-Obergeschoss in Szene gesetzten Bilder mit der Kamera ein und führte Interviews. Nicht ohne Grund: „Einen so klaren und geschlossenen, geradezu idealen Raum in dieser Größe für diese Bilder zu finden, noch dazu mit dem ganzen musealen Apparat, der dahintersteckt – das war etwas fast Einmaliges“, resümiert Bruno Kurz die Ausstellung im Kleihues-Bau.

„Zudem: Wer zeigt heute, wo Ausstellungen oft mit irgendeinem Hype verbunden sein müssen und dem Diktat von Modeerscheinungen folgen, noch Malerei im herkömmlichen Sinne?“, merkt der Künstler an. Eine Museumsleitung zu finden, die Malerei im klassischen Sinne noch schätze, das sei eine Kostbarkeit. „Insofern war die Ausstellung für mich auch ein Geschenk“, erklärt Kurz, der damit rechnet, dass dieser zweite Film im Spätsommer fertig sein wird. Der finale Teil schließlich wird sich mit philosophisch-theoretischen Ansätzen seiner Arbeit befassen.

Von der in Kornwestheim zu Ende gegangenen Ausstellung hat der Maler dem Museum das Werk „Turn the light“ überlassen. Die auch in Kornwestheim unter dem Titel „Eismeer“ gezeigten Bildpaare werden der Aufhänger für eine Ausstellung, die im August in Basel beginnt; eine weitere steht dieses Jahr noch in Zürich an. Die zeitgleich zu den Kornwestheimer „Lichtakkorden“ in Toronto laufende Ausstellung „Integral: The Ambient Paintings of Bruno Kurz“ zog das Publikum in den Bann – und nicht nur das: „Zwei Drittel der Bilder waren schon verkauft, bevor die Ausstellung überhaupt eröffnete“, erzählt er.

Den Kornwestheimer Finissage-Termin nutzten am Sonntag noch einige Besucher zur Künstlerbegegnung und zum Gespräch mit Kurz. Museumsleiterin Dr. Irmgard Sedler merkte dabei ihrerseits nochmals an, welch glückliche Verbindung die Kunst von Kurz mit den räumlichen Gegebenheiten des Kleihues-Baus eingegangen sei.