Kornwestheim„Die Reviere sind das Herzstück“

Susanne Mathes, vom 16.05.2017 06:10 Uhr
Den neuen Revierleiter Swen Eckloff (links, mit Ehefrau) hat  Polizeipräsident Frank Rebholz (Mitte) in Kornwestheim begrüßt – und gleichzeitig seinen Vorgänger Harald Prasky (rechts, mit  Gattin) verabschiedet. Foto:  
Den neuen Revierleiter Swen Eckloff (links, mit Ehefrau) hat Polizeipräsident Frank Rebholz (Mitte) in Kornwestheim begrüßt – und gleichzeitig seinen Vorgänger Harald Prasky (rechts, mit Gattin) verabschiedet.Foto:  

Kornwestheim - Welche Wonne, welche Lust“ intonierte das Klarinettenquintett des Landespolizeiorchesters – und für Polizeipräsident Frank Rebholz hätte diese spritzige Arie aus Mozarts „Entführung aus dem Serail“ seine Stimmungslage angesichts des Amtswechsels im Kornwestheimer Polizeirevier nicht besser treffen können. Aus seiner Sicht hätte es nicht besser kommen können: Mit dem Wechsel von Harald Prasky an die Spitze des Polizeireviers Ludwigsburg habe der Wunschkandidat die Position erhalten, bekannte Rebholz – „auch wenn die Kornwestheimer Kollegen ihn nicht gerne haben gehen lassen, er hat seine Arbeit hier schon sehr, sehr gut gemacht“.

Gleichzeitig habe mit Swen Eckloff ein versierter Nachfolger das Kornwestheimer Revier übernommen, „von dem ich überzeugt bin, dass es bei ihm in guten Händen ist“. Dem „Neuen“ in Kornwestheim, der an der Deutschen Polizeihochschule Münster sein Masterstudium als Jahrgangsbester abschloss und der seine Masterarbeit über die Benediktsregel als mögliches Führungsmodell für die Polizei geschrieben hat, wünschte der Präsident ein „herzliches Glückauf“. Er dankte aber auch Frank Iniec, der das Revier lange acht Monate lang „unter großer zusätzlicher Belastung“ kommissarisch geleitet habe.

Iniec und überhaupt seine früheren Kollegen würdigte Harald Prasky, der mittlerweile fast ein Jahr in Ludwigsburg im Amt ist, ausdrücklich. Sie waren gestern in großer Zahl in den Galeriesaal gekommen, und Prasky sagte, es sei ihm eine Freude gewesen, mit ihnen zusammenzuarbeiten. „Und wenn ich“, richtete er das Wort an seinen Nachfolger, „hier so in den Saal schaue, würde ich sagen, die Voraussetzungen sind sehr gut für eine erfolgreiche und schöne Zeit in Kornwestheim.“

Auch die Kooperation mit den Kommunen sei vertrauensvoll und gut gewesen. Dass die Wertschätzung auf Gegenseitigkeit beruhte, zeigte die kommunalpolitische Präsenz beim Festakt: Neben Ursula Keck und Dietmar Allgaier (Kornwestheim) saßen auch der Remsecker Oberbürgermeister Dirk Schönberger und der Erste Bürgermeister Karl-Heinz Balzer sowie Bürgermeister Martin Bernhard (Tamm) und Ulrich Storer (Asperg) unter den Gästen. Ebenso wie zahlreiche Vertreter der Rettungsdienste und des Polizeipräsidiums Ludwigsburg.

Harald Praskys „Verlässlichkeit und außerordentliches Engagement“ hob Oberbürgermeisterin Ursula Keck hervor: „Ihnen wurde nichts zu viel.“ Man habe ihm angemerkt, dass er trotz seiner anspruchsvollen Aufgaben in einer guten Work-Life-Balance stehe. An Swen Eckloff gewendet, sagte die Rathauschefin, es sei nun an ihm, dem Revier „seinen Stempel aufzudrücken“. Sie heiße ihn herzlich willkommen und hoffe, dass die vertrauensvolle Zusammenarbeit so gut weiterlaufe wie bisher – und dass für Prävention, Sicherheit und Kriminalitätsbekämpfung weiterhin Kräfte gebündelt und engmaschige Absprachen getroffen würden. Sie sei da sehr zuversichtlich, denn der Revierleiter bringe „viel Kompetenz für Sachthemen und große Sympathie für die neue Wirkungsstätte“ mit.

Das bestätigte der Kriminaloberrat, der kürzlich seinen Dienst in Kornwestheim antrat, prompt. Die Kollegen hier hätten ihn hervorragend empfangen und sorgten dafür, dass er jeden Tag sehr gerne zur Arbeit gehe, sagte Swen Eckloff. Der 43-Jährige hielt nicht mit seiner Position hinterm Berg: „Die Reviere sind das Herzstück der Polizei. Sie sind die direkten Ansprechpartner der Bürger“, steht für ihn fest. Deshalb halte er es für unabdingbar, die Arbeit der Polizei konsequent aus der Sicht der Bürger zu betrachten. „Verwaltungsinterne Abläufe sind für sie nicht interessant. Für sie zählt, dass wir für sie da sind, wenn sie uns brauchen.“ Seine Ansprüche an sich selbst leitet Eckloff aus der Herkunft des Wortes Führen als „vorangehen und leiten“ ab. „Darauf kommt’ s an“, meinte er.

Dazu passten die Worte von Albert Schaub, dem stellvertretenden Vorsitzenden des örtlichen Personalrats. Er zitierte eine Studie, die aufzeige, was mittelmäßige von guten Führungskräften unterscheide. „Von den guten legen 90 Prozent Wert darauf, dass ihre Mitarbeiter erfolgreich sind. Begleiten und unterstützen Sie Ihre Kollegen, denn deren Erfolg wird Ihr Erfolg“, riet Schaub.

Eckloff arbeitet seit 1993 bei der Polizei und war in vielerlei Positionen und Aufgaben mit Verantwortung tätig – zuletzt im Landespolizeipräsidium beim Projekt Evaluation der Polizeistrukturreform.