KornwestheimDie schrankenlose Zeit neigt sich ihrem Ende entgegen

Werner Waldner, vom 18.10.2017 00:00 Uhr
Es stehen 2018 Veränderungen an: das City-Parkhaus Foto: Archiv/Horst Dömötör
Es stehen 2018 Veränderungen an: das City-ParkhausFoto: Archiv/Horst Dömötör

Kornwestheim - Ein Parkhaus in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs, das die Autofahrer nicht einen Cent kostet – das dürfte deutschlandweit eher die Ausnahme sein. Auch in Kornwestheim kehrt im kommenden Jahr die Normalität ein. Dann werden die Stadtwerke im City-Parkhaus eine Schrankenanlage installieren und die Autofahrer zu Kasse bitten, sofern sie ihr Vehikel für mehr als eine Stunde parken wollen. Das hat der Ausschuss für Umwelt und Technik am Dienstagabend einstimmig beschlossen.

170 000 Euro lassen sich die Stadtwerke – und damit auch die Stadt Kornwestheim – die Umrüstung des City-Parkhauses kosten. Für das Geld gibt’s neben den Schranken bei der Ein- und bei der Ausfahrt drei Kassenautomaten sowie ein Fußgängerleitsystem.

Hinein geht’s ins Parkhaus weiterhin von der Ostseite der Eastleighstraße. Dort wird künftig eine Schranke die Autofahrer aufhalten: also erst ein Ticket ziehen – und dann hinein ins Parkvergnügen. Drohen auf der Eastleighstraße nicht Staus, wenn mehrere Fahrzeuge gleichzeitig Einlass begehren?, fragten die Stadträte Jens Ronneberger von der Stadtwerken Ludwigsburg/Kornwestheim, der die Pläne im Ausschuss für Umwelt und Technik vorstellte. Doch, antwortete der Experte, aber das sei nichts Ungewöhnliches. Würde man die Schranke weiter ins Innere des City-Parkhauses verlegen, würden Parkplätze wegfallen.

Die Ausfahrt-Schranke wird auf der Ebene 3 installiert. Sie ist von allen Ebenen aus erreichbar. Die Stadtwerke wollen die Möglichkeit einräumen, über die Spindel – und nicht über die Eastleighstraße – nach einem ersten erfolglosen Versuch bei der Suche nach einem Stellplatz wieder ins Parkhaus zu kommen, um weiter einen freien Parkplatz zu ergattern.

Ob sich der Einbau der Schranke und der Kassenautomaten rechnet, diese Frage des CDU-Fraktionsvorsitzenden Hans Bartholomä konnte Ronneberger nicht beantworten. „Wir haben keine Auslastungszahlen“. Erst mit der Schranke wüssten die Stadtwerke, wie sehr das Parkhaus am Bahnhof genutzt werde.

Sollte die Stadt im City-Parkhaus weitere Dauerparkplätze zusätzlich zu denen im abgeschlossenen Bereich im Untergeschoss ausweisen wollen, dann sei das durchaus möglich, so der Experte auf Nachfrage aus den Reihen der Stadträte. Zwei Modelle gibt’s nach Auskunft von Ronneberger dafür: Die Ebene 4 wird mit einer Schranke abgetrennt („Parkhaus im Parkhaus“) und für Dauerparker zur Verfügung gestellt. Oder es wird an der Einfahrt eine dynamische Anzeigetafel eingerichtet, die gar nicht erst die Dauerparkplätze, die auf jeden Fall freigehalten werden, ausweist. In beiden Fällen kämen auf die Stadtwerke aber noch zusätzlich Kosten zu.

Über die Reparatur des zweiten Aufzugs in der Spindel seien die Stadtwerke mit dem Hersteller im Gespräch, so Ronneberger. Sie sei aber erst für das Jahr 2019 vorgesehen.

Bereits im kommenden Jahr soll die erst 2016 in Betrieb genommene Tiefgarage unterm Holzgrundplatz nachgerüstet werden. Die Schranken werden in die Garage verlegt, sodass insbesondere den ausfahrenden Autofahrern das Verlassen der Stellplatzanlage erleichtert wird. Bisher müssen sie auf der Rampe anhalten, ihr Ticket in den Automaten stecken und wieder anfahren. In der Garage selbst wird die Verkehrsführung geändert. Die Autofahrer sollen entgegen dem Uhrzeigersinn durch die Garage fahren. Die Autos würden sich dadurch nicht mehr kreuzen, so Ronneberger. Die Kosten für die Arbeiten belaufen sich auf rund 25 000 Euro. „Warum hat es nicht gleich so gebaut?“, fragte CDU-Stadtrat Martin Ergenzinger. Ronneberger betonte, dass er an der Planung nicht beteiligt gewesen sein, und antwortete dann diplomatisch: „Es ist sicher nicht ganz glücklich, aber auch nicht ganz ungewöhnlich.“