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KornwestheimDie Verletzungsgefahr ist gebannt

Michael Bosch, vom 15.08.2017 00:00 Uhr
Wieder top in Schuss und bereit für die Schüler und Sportler aus Kornwestheim: der neue Boden in der ESG-Halle Foto: Michael Bosch
Wieder top in Schuss und bereit für die Schüler und Sportler aus Kornwestheim: der neue Boden in der ESG-HalleFoto: Michael Bosch

Kornwestheim - Basketballer schätzen in der Regel zwei Dinge besonders: einen guten Korb, der nicht bei jeder Ringberührung scheppert, und einen Boden, auf dem man gut dribbeln kann. Noch ein einigermaßen passables Spielgerät zur Hand, und dem Glück der Korbjäger steht nichts mehr im Wege.

Gute Körbe, die gab es in der neuen Sporthalle des Ernst-Sigle-Gymnasiums, die erst im Juni 2015 eröffnet worden war. Für die kleinen Basketballer kann man sie sogar etwas herunterfahren. Der Boden aber, der machte schnell Probleme. Die Bälle sprangen hin, wo sie wollten, kontrolliertes Prellen war kaum möglich. Die Weichstellen waren nicht nur ein Ärgernis für die Sportler und die Schüler des ESG, es herrschte sogar Verletzungsgefahr. Die Stadt sah im Dezember vergangenen Jahres, nachdem der Hausmeister auf die Problematik aufmerksam gemacht hatte, keine andere Möglichkeit, als die Halle zu sperren.

Die Elastizität des Untergrunds ist nun kein Problem mehr, die Mängel sind wieder behoben. Rechtzeitig vor den Sommerferien, so wie es sich die Stadt Kornwestheim gewünscht hatte. Allerdings hat sie dafür auch einiges getan. „Wir haben sofort Druck gemacht, damit das Unternehmen den Boden schnellstmöglich erneuert“, sagt Baubürgermeister Daniel Güthler. Die Stadt hatte sogar Schadenersatzklage eingereicht. „Eigentlich ist es schade, dass wir diesen Weg gehen mussten. Aber es hat sich gezeigt, dass es richtig war.“ Die Firma habe nach der Feststellung der Weichstellen im Boden zwar relativ schnell zugegeben, dass der Fehler bei ihr liege, habe aber keine Prognose abgeben wollen, bis wann sie den Boden erneuern werde. Deshalb ging die Stadt den juristischen Schritt. Zu einer Gerichtsverhandlung kam es aber nie.

Nach mehreren Gutachten – der Boden wurde an den weichen Stellen aufgesägt – stand fest, dass der Unterboden nicht korrekt ausgeführt worden und statt zwölf nur neun Millimeter dick war. Das Unternehmen lenkte ein. „Die Umsetzung anschließend ging relativ schnell“, freut sich Güthler. In der letzten Juniwoche begannen die Arbeiten, die Unterkonstruktion wurde belassen, lediglich die Schüttung wurde ausgebessert. Außerdem ist der neue Boden, der schon Mitte Juli wieder in vollem Glanz erstrahlte, etwas dicker als zuvor. Für die Stadt entstanden durch die Ausbesserungen keine Kosten. Die zusätzlichen Ausgaben für Anwälte und Gutachten sowie für den Aus- und Wiedereinbau trägt die Firma. Sie hatte ursprünglich für den Auftrag 83 000 Euro bekommen. „Jetzt beläuft sich die Summe auf 99 000 Euro“, berichtet Sven Koch, Leiter des Fachbereichs Gebäudemanagement, der sich aber sicher ist, dass das Unternehmen, ein Spezialist für Sportböden, für diesen Fall versichert ist. Zudem sei die Arbeit der Firma, die unter anderem den Parkettboden im K verlegt hat, bei anderen Aufträgen durchweg tadellos gewesen.

„Für uns war es in erster Linie ein organisatorisches Ärgernis“, sagt Koch. Die Vereine, die in dem über halben Jahr, in dem die Halle dicht war, trainieren wollten, mussten auf andere Sportstätten ausweichen. „Die Vereine haben aber Verständnis gezeigt“, sagt Güthler. Man habe ein „bisschen improvisieren“ müssen, aber das sei eigentlich kein Problem gewesen. Schön sei zudem, dass die Vereine in so einer Situation immer ein bisschen zusammenrücken würden.