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Kornwestheim Flaschen türmen sich am Straßenrand

Michael Bosch, vom 28.12.2017 17:53 Uhr
Voller geht’s nimmer: die öffentlichen Glascontainer beim Jakob-Sigle-Heim. Foto: Michael Bosch
Voller geht’s nimmer: die öffentlichen Glascontainer beim Jakob-Sigle-Heim. Foto: Michael Bosch

Kornwestheim - Nach dem Fest ist vor dem Fest: Auf die Weihnachtstag folgt rasch Silvester. Zu beiden Anlässen wird nicht nur ordentlich gegessen, sondern meist noch mehr getrunken. Und das sieht man. Nicht nur beim ein oder anderen, wenn er an Neujahr auf die Waage steigt, sondern auch im Stadtbild.

Flaschen stapeln sich zum Beispiel vor, auf und zwischen den drei Containern an der Ecke Neuffen- und Helfensteinstraße direkt beim Jakob-Sigle-Heim. Aus den kreisrunden Öffnungen der grünen und weißen Container quellen die Flaschen. Voller geht’s nimmer.

Die zuständige Firma sitzt in Köln

Zuständig für die Entsorgung des Glasmülls ist eigentlich die Suez Deutschland GmbH mit Sitz in Köln, die auf ihrer Internetseite damit wirbt, für jeden Landkreis, jede Stadt oder Gemeinde und deren „spezifische Anforderungen an die Abfallentsorgung“ eine adäquate Lösung bereitzustellen. Die nächstgelegene Entsorgungsstelle der Unternehmensgruppe (ehemals Sita) befindet sich in Asperg. Beim Unternehmen ist man der Überzeugung, dass die Container oft genug geleert würden. Das geschieht allerdings nicht in einem festen Turnus. „Das ist unterschiedlich“, sagt Roxanne Essert, Pressesprecherin der Suez-Gruppe, „manchmal ist es auch ein bisschen von der Erfahrung abhängig oder es wird nachgeschaut, welche Container voll sind, und die werden dann geleert.“ Dies sei in Kornwestheim letztmals in der vergangenen Woche der Fall gewesen. Deshalb sind die Flaschenberge in der Eastleigh-straße (Foto unten), die sich dort vor Weihnachten getürmt hatten, inzwischen auch verschwunden. „Die vollen Container werden vor Silvester noch einmal geleert werden“, verspricht Essert.

Kornwestheim ist dabei längst nicht die einzige Kommune, die mit leeren Flaschen zu kämpfen hat, obwohl diese auch im Rund-Müll entsorgt werden können. Auch in Stuttgart kennt man die Problematik. Und: Mehr Menschen bedeuten auch immer mehr Müll, weshalb sich Bürger in der Landeshauptstadt ob kaum mehr passierbarer Gehsteige und eines täglichen Saufgelages anmutenden Stadtbild erzürnten und an die Verwaltung wandten. In Stuttgart besteht das Problem offenbar nicht nur an den Tagen nach Weihnachten. Die Beschwerden gibt es schon länger. Auch in Kornwestheim beschränkt sich das Flaschenmeer rund um die Sammelstellen wohl nicht nur auf wenige Tage im Jahr. Hinter dem Jakob-Sigle-Heim steht direkt neben den drei Behältern für Braun-, Grün- und Weißglas auch einer für Altkleider. Ein Fahrer des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB), der diesen regelmäßig leert, meint: „Hier sieht es eigentlich immer so aus, wenn ich herkomme.“ Ab und an finde er deshalb auch Müll und Flaschen zwischen den Kleidern, die er in seinen Lkw lädt.

Mehr Flaschen nach Weihnachten: Das ist normal

Die Abfallverwertungsgesellschaft des Landkreis Ludwigsburg (AVL), die für die Müllentsorgung im Kreis zuständig ist und die die Suez mit der Leerung der Glascontainer beauftragt hat, nimmt ihren Dienstleister in der Pflicht. Zwar seien Beschwerden über überfüllte Container in Kornwestheim zwischen dem 15. und 18. Dezember bei der AVL eingegangen, diese habe man dann an den Dienstleister weitergeleitet. Annegret Kornmann, Pressesprecherin des Landkreises, weist darauf hin, dass es normal sei, dass während der Weihnachtsfeiertage das Aufkommen an Altglas deutlich höher als in der übrigen Zeit des Jahres sei. „Einige Haushalte weichen dann auf die Glascontainer aus“, sagt Kornmann, „Auch die Gastronomie ist aufgrund des begrenzten Platzes für Rund-Behälter oftmals auf die Depotcontainer angewiesen. Daher ist sinnvoll, dass es noch Glascontainer gibt.“