Kornwestheim Flüchtlinge ziehen zum Festplatz

Werner Waldner, vom 11.07.2018 09:00 Uhr
Der Platz am Eichenweg. Foto: jh
Der Platz am Eichenweg. Foto: jh

Kornwestheim - Es ist eine nicht einfach zu durchzuschauende Rechnung: Hier fallen Plätze weg, dort kommen welche hinzu, aber erst, wenn dieses Gebäude bezogen werden kann, während jenes abgerissen werden muss. So etwa liest sich die Bestandsaufnahme der Stadt Kornwestheim zur Unterbringung von Flüchtlingen im Stadtgebiet. Das Ergebnis: Es fehlen Plätze. Die sollen unter anderem geschaffen werden, indem eine weitere Containeranlage auf dem Festplatz am Eichenweg aufgestellt wird. 26 Personen werden dort einziehen.

Allen ursprünglichen Plänen für die Unterbringung von Flüchtlingen war im März ein Strich durch die Rechnung gemacht worden. Mit dem Brand in der Heinkelstraße verloren die Bewohner nicht nur ihr Hab und Gut, sondern die Stadt auch knapp 60 Plätze, weil das Gebäude für die Anschlussunterbringung – die Flüchtlinge haben das Asylverfahren durchlaufen und dürfen länger in Deutschland bleiben – auserkoren worden war. Und dabei ist die Stadt Kornwestheim verpflichtet, in diesem Jahr 87 Plätze zusätzlich für Flüchtlinge mit Bleibeperspektive zur Verfügung zu stellen – übrigens weniger als ursprünglich erwartet, weil die Anzahl der Flüchtlinge zurückgeht.

Wohnraum für knapp 250 Menschen, die nach Deutschland geflohen sind und vorerst bleiben dürfen, muss die Stadt in diesem Jahr zur Verfügung stellen. Viele davon leben über die Stadt verteilt in „normalen“ Wohnungen, rund 90 Personen haben Unterschlupf in der Obdachlosenunterkunft in der Aldinger Straße gefunden. Weil sie im Herbst abgerissen wird, ziehen diese Flüchtlinge in den Neubau an der Werner-Heisenberg-Straße um. 20 Personen leben seit einigen Wochen in der bereits bestehenden Containeranlage auf dem Festplatz neben der Hannes-Reiber-Halle. Sie war im Herbst 2016 bezogen worden – und zwar von den Obdachlosen, die in alten Baracken im Moldengraben lebten. Die wurden wiederum abgerissen, um Platz zu schaffen für die neuen Obdachlosenunterkünfte, die im Frühjahr diesen Jahres ihrer Bestimmung übergeben worden sind. 26 weitere Plätze entstehen nun in unmittelbarer Nachbarschaft.

Die Stadt wird, so hat es der Verwaltungs- und Finanzausschuss in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, die neuen Container anmieten. Die Kosten dafür belaufen sich auf monatlich 4500 Euro, hinzu kommen 35 000 Euro fürs Verlegen von Versorgungsleitungen. Ein Kauf der Anlage hätte rund 500 000 Euro gekostet. Die Stadt geht von einer Laufzeit des Mietvertrages von rund zwei Jahren aus und hofft, den Betrag aus der Versicherungssumme bezahlen zu können, die für den Brand in der Heinkelstraße ausgezahlt wird.

Die Flüchtlinge auf dem Festplatz werden von zwei Integrationsmanagerinnen des Landkreises Ludwigsburg betreut.