Artikel drucken Artikel kommentieren
Artikel bewerten [5.00/2]

KornwestheimIn der Leibnizstraße navigieren nun Neue

Susanne Mathes, vom 01.03.2016 00:00 Uhr
Eigentümerwechsel: Dietmar Allgaier und Daniela Oesterreicher übergeben Schlüssel und Gebäude an Uwe Vögele. Foto: Susanne Mathes
Eigentümerwechsel: Dietmar Allgaier und Daniela Oesterreicher übergeben Schlüssel und Gebäude an Uwe Vögele.Foto: Susanne Mathes

Kornwestheim - Ein bisschen Wehmut schwingt beim Loslassen-Müssen zwar mit beim Ersten Bürgermeister Dietmar Allgaier und Kämmerin Daniela Oesterreicher. Aber größer ist die Zufriedenheit – darüber, ein profiliertes, interessantes Unternehmen in Kornwestheim zu halten, ein originäres Techmoteum-Pflänzchen noch dazu. Denn Innovative Navigation begann 1999 als eine der ersten Mieterinnen des kommunalen Gründerzentrums im Salamander-Gebäude. 2002, schon mit mehr Mitarbeitern, zog sie in den Techmoteum-Neubau in der Leibnizstraße um. Und seit Dienstag dieser Woche ist die Firma, die Navigations- und Verkehrsüberwachungssysteme für die Schifffahrt entwickelt, mittlerweile 50 Mitarbeiter zählt und fast auf dem ganzen Globus agiert, Besitzerin dieses Gebäudes.

„Wir wollten ein Stück Zukunftssicherung“, sagt Uwe Vögele, der mit Thomas Gern, Reinhard Zimmermann und Martin Sandler die Geschäftsführung des Unternehmens inne hat. Seit Mitte vergangenen Jahres habe man sich der Entscheidung stufenweise angenähert. Selbst neu zu bauen, so wie etwa die dem Techmoteum entwachsene Firma Acsys, „das hätte uns zu viel Kapazität abgesaugt“, meint Uwe Vögele. „Auch wenn wir inzwischen erwachsener geworden sind: Wir sind ja immer noch ein kleines Unternehmen, wenn auch technologisch recht weit vorne und gesund.“

Ein wesentlicher Punkt für den Erwerb des Techmoteum-Gebäudes – in dem Innovative Navigation mittlerweile den Großteil der Flächen belegt – sei gewesen, dass die Firma auch als Mieterin schon baulich viel investiert habe, was ja nicht unbedingt üblich sei. Auch die günstige Zinssituation war ein ausschlaggebender Gesichtspunkt für den Gebäudeerwerb.

In Kornwestheim fühle sich das Unternehmen wohl, sagt Vögele, „und unsere Kunden in Jakarta oder sonst wo interessiert es sowieso nicht, wo wir unseren Sitz haben. Nur in Deutschland fragen sich manche, warum ein Unternehmen, das für die Schifffahrt tätig ist, nicht an der Küste ansässig ist. Aber wir haben eine ziemlich gute Flughafen-Anbindung und sind überall schnell.“

„Uns war sehr wichtig, dass das Unternehmen in Kornwestheim bleibt“, sagt Dietmar Allgaier über die Gründe, dem Verkauf zuzustimmen – was mit dem Einverständnis des Aufsichtsrates und des Gemeinderates geschah. „So flexibel muss man sein, um Firmen am Ort zu halten.“ Erleichtert habe die Entscheidung die Tatsache, dass der Standort Leibnizstraße eigentlich sowieso mit einer Ausnahme keine Gründer mehr beherberge. Die Unternehmen seien der Startphase entwachsen. Die jetzt noch im Gebäude logierenden Firmen könnten auch unterm neuen Besitzer bleiben.

Grundsätzlich, so Allgaier, verzeichne die Stadt derzeit weniger Anfragen von Existenzgründern, und wenn, dann in Verbindung mit Produktionsflächen, die die Stadt derzeit aber nicht vorweisen könne. „Die Techmoteum GmbH wird natürlich trotzdem in den Standorten auf dem Salamander-Areal, in der Remsstraße und im Sabu-Gebäude weiter agieren“, unterstreicht der erste Bürgermeister. Dort seien vereinzelt noch Räumlichkeiten frei.

Der Erlös des Grundstücksverkaufs fließt in die Stadtkasse, der fürs Gebäude aufs Techmoteum-Konto. Zum Kaufpreis haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. „Der Stadtkasse tut’s auf jeden Fall gut“, sagt Allgaier. Und Vögele spricht von einer „typischen Win-Win-Situation“.