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Kornwestheim Klare Hierarchien machen vieles einfacher

Michael Bosch, vom 10.10.2018 12:17 Uhr
Über die neuen stellvertretenden Leitungen dürften sich vor allem die Eltern freuen. Foto: dpa
Über die neuen stellvertretenden Leitungen dürften sich vor allem die Eltern freuen. Foto: dpa

Kornwestheim - Zehn städtische Kindertagesstätten gibt es in Kornwestheim. Die Einrichtungen, die mindestens vier Gruppen haben, bekommen ab diesem Kindergartenjahr eine stellvertretende Leitung. Das hat der Gemeinderat in nicht-öffentlicher Sitzung beschlossen. Von dieser Entscheidung profitieren die Kindergärten und -häuser in der Bebelstraße, Bolzstraße, Daimlerstraße, Lessingstraße, in der Karlstraße und Neckarstraße sowie im Staren- und Otterweg. Hierzu werden aber keine neuen Stellen geschaffen.

Früher habe es lediglich Gruppenleitungen in den städtischen Kindergärten gegeben, erklärt Oberbürgermeisterin Ursula Keck. Vor einigen Jahren habe man mit der Schaffung von Leitungsstellen einen „Paradigmenwechsel“ vollzogen. Die klaren Hierarchien erleichterten zum einen die Kommunikation innerhalb der Kita-Teams, aber auch Bewerber hätten immer wieder nach klaren Strukturen verlangt. Keck nennt die Schaffung der stellvertretenden Leitungsstellen einen „konsequenten nächsten Schritt“.

Vor allem die Eltern der Kindergartenkinder wünschten sich klare Ansprechpartner, so die Oberbürgermeisterin. „Für sie ist das ganz wichtig. Sie wollen wissen, an wen sie sich wenden können und wer die Leiterin vertritt, wenn sie nicht da ist.“ Bei Kindergärten, die weniger als vier Gruppen unter ihrem Dach haben, vertreten die Gruppenleiter oder -leiterinnen die Verantwortlichen, wenn diese krank sind oder im Urlaub weilen. Da diese oft „näher am organisatorischen“ Alltagsgeschäft seien, hält Keck diese Lösung für praktikabel. Klare Zuständigkeiten zu schaffen, helfe auch beim Austausch mit der Fachbereichsleitung der Kindergärten und -tagesstätten, Kornelia Schwind, die sie fachlich berät.

Stadt wirbt für praxisorientierte Ausbildung

Nach wie vor sei die Auswahl an ausgebildeten Erzieherinnen und Erzieher überschaubar, sagt Ursula Keck. Hinzu komme, dass neue Einrichtungen gebaut und dementsprechend zusätzliche Kräfte benötigt würden. Das ist auch ein Grund dafür, dass die Zahl der Ausbildungsstellen mit stärkerem praktischen Bezug bei der Stadt ab dem kommenden Jahr von 21 auf 30 erhöht wird. Auch das hat der Gemeinderat abgesegnet. Die Praxisintegrierte Ausbildung (Pia) gibt es in Baden-Württemberg seit dem Jahr 2012. Im Gegensatz zur klassischen Ausbildung, bei der die Auszubildenden drei Jahre die Schule besuchen und anschließend eine Jahr Berufserfahrung sammeln, sind Unterricht und Praxis bei der Pia von Anfang an stark verzahnt. Die angehenden Erzieherinnen besuchen drei Tage in der Woche die Schule, zwei Tage arbeiten sie in einer Einrichtung. Diese Art der Ausbildung befürworte die Stadt auch deshalb, weil hinterher eine „hohe Bindung“ zum Arbeitgeber bestehe, führt Keck aus. Die Stadt wirbt deshalb mit einem Youtube-Video für die Pia. Außerdem hat sie in diesem Jahr erstmals eine Einführungswoche für die angehenden Erzieherinnen, aber auch für die Nachwuchskräfte in der Verwaltung und in der Stadtgärtnerei organisiert.

Als weitere Maßnahme hat der Gemeinderat dem sogenannten Qualifizierungskonzept für Quereinsteiger des Kommunalverband für Jugend und Soziales zugestimmt. Dieser legt fest, wie sich Arbeitnehmer aus anderen pädagogischen Berufen weiterbilden müssen, um als Kindergärtner arbeiten zu können. Keck befürwortet das: „Die Vielschichtigkeit tut den Kindergärten im pädagogischen Bereich gut.“