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Kornwestheim Kriminalpolizei untersucht Brandruine

Peter Meuer, vom 07.04.2018 00:00 Uhr
Ein Raub der Flammen: das Flüchtlingsheim in der Heinkelstraße Foto:  
Ein Raub der Flammen: das Flüchtlingsheim in der Heinkelstraße Foto:  

Kornwestheim - Ab Montag werden Kriminaltechniker der Polizei die ausgebrannten Räume des Flüchtlingsheims in der Heinkelstraße untersuchen, das am frühen Abend des 17. März in Flammen aufgegangen war. Das teilten das Ludwigsburger Präsidium und die Stadt Kornwestheim auf Nachfrage unserer Zeitung nun mit. Die Spurensuche wird sich auf den Gebäudeteil mit der Hausnummer 10 konzentrieren. In dem stärker betroffenen Part des Heims erhoffen sich die Beamten Hinweise auf die Brandursache.

Bisher ist die Hausnummer 10, die rechte Gebäudehälfte, noch gesperrt – auch für die Polizei. Als zu groß wurde die Einsturzgefahr bewertet. Erst musste ein Statiker das Haus in Augenschein nehmen. In den vergangenen Tagen holte die Stadt dann Angebote von Abbruchfirmen ein und tauschte sich mit der Versicherung aus. „Ab Montag wird nun ein Unternehmen den abgebrannten Dachstuhl abtragen“, berichtet die städtische Pressesprecherin Eva Wiedemann. Dann könne das Gebäude gefahrlos betreten werden. Dass die Polizei gleich zu Beginn der Abrissarbeiten mit vor Ort ist, hat Gründe. „Die Kriminaltechniker begleiten den Vorgang, damit sie im Bilde sind, wie der Ort des Geschehens dadurch beeinflusst und verändert wird“, erklärt Peter Widenhorn, Pressesprecher des zuständigen Polizeipräsidiums in Ludwigsburg.

Bislang schließt die Polizei weder einen technischen Defekt als Ursache des Feuers, das 450 000 Euro Schaden verursacht hat, noch eine Brandstiftung aus. Zwei gambische Bewohner des Heims waren noch am Tag des Feuers von der Polizei festgenommen wurden, sie standen zunächst im Verdacht, das Feuer gelegt zu haben; auch hatten andere Bewohner von Streiterein zwischen den beiden Zimmergenossen berichtet, bevor das Feuer ausbrach. Doch der Verdacht gegen das Duo erhärtete sich bisher nicht, die beiden Männer kamen wieder auf freien Fuß.

Viele Zeugenaussagen habe die Polizei zwar bisher eingeholt, so Widenhorn, doch zu den bisherigen Ermittlungsergebnissen könne noch nichts gesagt werden. Erst müsse auch vor Ort ermittelt werden, ergänzt der Polizeisprecher.

Wie lange die Kriminaltechniker damit beschäftigt sein werden und wann mit weiteren Ergebnissen zu rechnen sei? „Da müsste ich orakeln“, sagte Widenhorn, „und das kann ich nicht.“ Die Arbeit der Techniker sei vielschichtig und noch sei überhaupt nicht klar, was sie vor Ort vorfinden würden.

„Zunächst werden sie sich einen Überblick verschaffen und prüfen, welche Möglichkeiten für einen Brandausbruch in Frage kommen. Sie schauen etwa nach elektrischen Leitungen und Heizgeräten.“ Anfangs sei das sehr viel Handarbeit, bei der man im Rahmen eines Ausschlussverfahrens vorgehe. Dann sei es möglich, falls nötig Proben vom Bauschutt zu nehmen, und so beispielsweise herauszufinden, ob Brandbeschleuniger im Spiel gewesen sei.

Zur linken Gebäudehälfte gibt es ebenfalls Neuigkeiten. Obwohl auch dort die Schäden wegen des Brandes und des Löschwassers groß sind, hofft die Stadtverwaltung, den Gebäudeteil sanieren und so erhalten zu können. Voraussichtlich Ende April werde ein Sanierungsexperte der Versicherung vor Ort sein und sich diesen Gebäudeteil anschauen, sagt Eva Wiedemann. „Danach wissen wir auch hier mehr darüber, wie es weitergehen kann.“